Mette-Marit und Haakon besuchen Marius im Gefängnis

Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Haakon haben Marius Borg Høiby im Osloer Gefängnis besucht. Es ist das erste Mal, dass zwei Mitglieder der norwegischen Königsfamilie aus privaten Gründen ein Gefängnis aufsuchten.
(lau/spot) |
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Marius Borg Høiby neben seiner Mutter Mette-Marit.
Marius Borg Høiby neben seiner Mutter Mette-Marit. © Getty Images/Rune Hellestad - Corbis / ddp/STELLA/Marius Gulliksrud

Am Donnerstagabend fuhr ein dunkler BMW durch das Tor des Osloer Gefängnisses. Auf der Rückbank: Kronprinzessin Mette-Marit (52) und Kronprinz Haakon (52). Ihr Ziel war ein Besuch bei Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby (29), der sich seit vergangenem Wochenende in Untersuchungshaft befindet. Fotos der norwegischen Zeitschrift "Se og Hør" dokumentieren die Ankunft um 19:29 Uhr. Eine Stunde später verließ der Wagen das Gefängnisgelände wieder.

Ein Besuch, der bereits jetzt als historisch gilt. Noch nie zuvor hat ein Mitglied der norwegischen Königsfamilie aus privaten Gründen ein Gefängnis betreten. Ein beispielloser Schritt, der die außergewöhnliche und belastende Situation der Kronprinzenfamilie deutlich macht.

Tränen vor Gericht

Marius Borg Høiby hatte diese Woche vor Gericht ausgesagt - und dabei geweint, als der Staatsanwalt ihn zu seinem Privatleben und seinem Drogenkonsum befragte, wie norwegische Medien berichteten. Fotos dürfen vor, nach oder während der Gerichtstermine nicht von Mette-Marits ältestem Sohn geschossen werden.

"Ich finde es unglaublich schwierig, vor so vielen Menschen zu sprechen", begann Høiby am Mittwoch um 12:45 Uhr seine Aussage vor Gericht. Er muss sich wegen 38 Straftaten verantworten, darunter vier Fälle von mutmaßlicher Vergewaltigung. Unter Tränen fuhr er laut der norwegischen Zeitung "Verdens Gang" mit seiner Aussage fort: "Ich werde seit meinem dritten Lebensjahr von der Presse verfolgt, schikaniert und gequält. Dass sie nun in diesem Gerichtssaal sitzen müssen, finde ich absolut entsetzlich."

Kronprinzessin Mette-Marit hat geplante Reise verschoben

Er sei nur dafür bekannt gewesen, der Sohn seiner Mutter zu sein, so Høiby weinend weiter. Was für ein Leben er führe, könne sich niemand vorstellen. Deswegen habe er ein "extremes Bedürfnis nach Anerkennung" entwickelt, was sich in Alkoholmissbrauch, Sex und exzessivem Feiern niedergeschlagen habe.

Høiby wird sich am 10. Februar wieder äußern, der gesamte Prozess ist auf sieben Wochen angelegt.

Mette-Marit teilte derweil mit, eine geplante private Reise ins Ausland verschoben zu haben. Eigentlich hatte sie vorgehabt, zum Auftakt des Prozesses zu verreisen. Die 52-Jährige steht seit den vergangenen Tagen massiv unter Druck, nachdem am Freitag mehrere Epstein-Dokumente veröffentlicht worden waren, in denen sie erwähnt wird. Auch Norwegens Kronprinz Haakon will nicht zur Verhandlung gegen seinen Stiefsohn kommen.

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