"Menschenskinder!": Horst Lichter outet sich als Vielzahler - wenn "ich mich komplett verliebe"
Horst Lichter ist nicht nur Moderator von "Bares für Rares", sondern selbst leidenschaftlicher Sammler - von Oldtimern, Motorrädern und altem Blechspielzeug. Deshalb hat er durchaus Verständnis, wenn jemand für eine Rarität auch mal zu tief in die Tasche greift - ihm gehe es schließlich genauso. Wann er zuschlägt, verriet er in der Montagsausgabe.
Vor 15 Jahren rettete Michael Petry ein paar Säulenstandlautsprecher der Nobelmarke Bang & Olufsen vor der Zerstörung und nahm sie mit nach Hause. Jetzt möchte er sie mit seiner Frau Margitta verkaufen. Die "Beolabs 8000" sind ein bisschen beschädigt, meinte Experte Sven Deutschmanek. Seine Expertise deckte sich mit dem Verkäufer-Wunsch: 500 Euro.
Im Händlerraum herrscht Ratlosigkeit. "Ich weiß nicht, was so was wert ist", gab Wolfgang Pauritsch zu. Fabian Kahl hielt sich ebenfalls raus. "Ich kenn mich zu schlecht aus." Pauritsch nutzte die Vorlage zur Spitze: "Dann dürftest du ja gar nichts kaufen", grinste er und kicherte dann sekundenlang vor sich hin. Am Ende kaufte er die Boxen - für 250 Euro.
Ralf Dux und seine Tochter Marlene präsentierten einen Silberpokal. Lichter war begeistert: "Menschenskinder!" Expertin Wendela Horz ebenso. Was Ralf Dux dafür wohl zahlte? Lichter schätzte "nicht zu viel", aber Dux lächelte verlegen: Er sei ab und zu "wahnsinnig". Lichter gestand: "Bei mir ist das auch so, wenn ich mich komplett verliebe."
"Jugendstil vom Feinsten, so was sieht man nicht alle Tage"
Expertin Horz analysierte: Der Silberwert lag bei 940 Euro, er wurde 1902 geschaffen, und zwar - vielleicht - vom Pforzheimer Silberschmied Alexander Schöllkopf. Sie fand vor allem die Gravuren "herzerwärmend". Die wiesen den Cup als Geschenk dreier "dankbarer Söhne" an ihre "liebe Mutter" zum 70. Geburtstag aus. Horz taxierte den Cup auf 1.100 Euro.
David Suppes nutzte den Pokal zunächst fast despektierlich als Hantel, aber alle Händler waren sich einig: Das ist ein besonderes Stück. "Jugendstil vom Feinsten, so was sieht man nicht alle Tage. Ich find den wirklich gut", brachte es Wolfgang Pauritsch auf den Punkt. Nur: Händlerkollege Fabian Kahl war auch interessiert. Der Bieterstreit begann.
Pauritsch eröffnete mit 750 Euro, aber Kahl (links) hielt mit. In 50-Euro-Schritten trieben sie einander hoch. Pauritsch war genervt und stichelte in Richtung Kahl: "Da sind Narzissen drauf. Du brauchst nur in den Spiegel schauen, du musst nicht kaufen." Doch Kahl lächelte den Spott weg - und stieg bei 1.350 Euro aus. Pauritsch meinte: "1.350 - das ist doch ein Gebot wie eine Umarmung, oder?" Ralf Dux akzeptierte. So bekam Pauritsch den Zuschlag und war zufrieden: "Wir haben im Laden um 200 Korpus-Gegenstände aus Silber, aber so was habe ich noch nicht gesehen." Auch der Verkäufer war glücklich: "Expertise übertroffen - so hab ich's mir gewünscht."
Silke Wieland und ihre Tochter Laura wollten ein altes Würfelspiel verkaufen. Das Lehrspiel stammte aus dem Hamburger Verlag Carl Griese, erläuterte Experte Deutschmanek und aus dem Zeitraum zwischen 1910 und 1920. Bei dem geografischen Lehrspiel sollten die Mitspieler den Harz erkunden. Leider fehlten die Originalwürfel und ein paar Spielarten.
Expertin ist angetan von "wunderbar ausgestaltetem" Anhänger
Die Verkäuferinnen hofften auf 200 Euro. Da musste Deutschmanek bremsen. Er schätzte das Spiel auf höchstens 80 Euro. Aber im Händlerraum stieß das Spiel auf Interesse - vier von fünf Händler boten mit. Wolfgang Pauritsch erhielt mit 200 Euro den Zuschlag. "Ein Österreicher kauft deutsches Kulturgut", scherzte er. Die Verkäufer waren happy: Wunschpreis erzielt.
"Dat find ich schön." Horst Lichter war von dem Auktionsstück begeistert, das Raoul Romkopf (links) und sein Kumpel Hans Neufeld vorlegten. Allerdings waren es genaugenommen zwei, führte Expertin Wendela Horz aus. Denn die vergoldete Kette gehörte einst zu einer Umhängeuhr und nicht zu dem jetzt mitgelieferten Anhänger. Der sei aber besonders schön, meint sie.
Der Anhänger sei "wunderbar ausgestaltet", meinte Wendela, entstamme dem Zeitraum 1908 bis 1917 und enthalte mit Smaragden, Rubinen, Saphiren, Naturperlen und Diamantrosen die fünf bedeutendsten Edelsteine der Zeit. Allein der Goldwert liege bei 1.000 Euro.
"Wunsch und Expertise übertroffen - es geht nicht besser"
Ihre Expertise (1.500 Euro) toppte den Verkäufer-Wunsch (1.000 Euro) deutlich. Ein Traumszenario für den Verkäufer: Alle Händler boten mit. Wolfgang Pauritschs ("Ein ganz tolles Schmuckstück!") Anfangsgebot von 800 Euro blieb nicht lange bestehen. Am Ende setzte sich Elke Velten durch und schnappte sich das gute Stück für 1.550 Euro. Verkäufer Raoul war sehr zufrieden: "Wunsch und Expertise übertroffen - es geht nicht besser."
Josef Ohlert wollte eine Radierung des britischen Künstlers David Hockney verkaufen. Der verewigte 1969 seinen Lebensgefährten Peter Schlesinger, weshalb das Werk "Peter" heißt. Es war vergilbt, weshalb Experte Colmar Schulte-Goltz die Verkäufer-Erwartung (3.000 Euro) dämpfte: Seine Expertise lautete "nur" 2.200 Euro.
Aber die Händler waren interessiert. Pauritsch kannte Hockney. "Der lebt ja noch." Das mochte für den Aufzeichnungstag der Sendung gelten - mittlerweile aber ist Hockney verstorben, am 11. Juni 2026. Das änderte nichts an der Faszination der Händler für das Bild. David Suppes und Anaisio Guedes trieben sich bis 2.350 Euro hoch, dann stieg Suppes aus und machte Guedes und vor allem den Verkäufer glücklich.
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