Mehr als nur die kaiserliche Hofdame?

Ein origineller Blick auf die legendäre Kaiserin Elisabeth: "Sisi & Ich" erzählt mit Susanne Wolff und Sandra Hüller in den Hauptrollen von einer unerhörten Beziehung, wie man sie zu Romy Schneiders Zeit niemals hätte darstellen können.
Jonas Decker |
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"Sisi & Ich" erzählt von der Beziehung zwischen Kaiserin Elisabeth (Susanne Wolff, links) und ihrer Hofdame Irma (Sandra Hüller).
2021 Walker+Worm Film GmbH & Co. KG/Bernd Spauke/BR 2 "Sisi & Ich" erzählt von der Beziehung zwischen Kaiserin Elisabeth (Susanne Wolff, links) und ihrer Hofdame Irma (Sandra Hüller).
Was sich für eine Kaiserin ziemt und was nicht, darum kümmert sich Sisi (Susanne Wolff, links) nicht - Hofdame Irma (Sandra Hüller) erlebt es aus nächster Nähe.
2021 Walker+Worm Film GmbH & Co. KG/Bernd Spauke/BR 2 Was sich für eine Kaiserin ziemt und was nicht, darum kümmert sich Sisi (Susanne Wolff, links) nicht - Hofdame Irma (Sandra Hüller) erlebt es aus nächster Nähe.

Das Leben der Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn diente schon oft als Vorlage für Verfilmungen: Man denke etwa an die kitschige "Sissi"-Trilogie mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm (1955 bis 1957) oder an die RTL-Serie "Sisi" mit Dominique Devenport und Jannik Schümann (2021 bis 2024). Frauke Finsterwalder schlägt mit "Sisi & Ich" einen eigenen Pfad ein: Statt der Liebe zu Kaiser Franz Joseph steht die enge Beziehung zwischen der Monarchin (Susanne Wolff) und ihrer Hofdame, Gräfin Irma von Sztáray (Sandra Hüller), im Zentrum. Das BR-Fernsehen zeigt den Film von 2023 als Wiederholung.

Natürlich ist da auch diesmal der Bruch mit der höfischen Etikette. Das Unerhörte, das Sisi-Geschichten wohl überhaupt erst so interessant macht. Aber Frauke Finsterwalder, die Regie führte und mit Christian Kracht auch das Drehbuch schrieb, macht es in "Sisi & Ich" doch ganz anders als man es aus früheren Verfilmungen kennt. Statt dem großen Melodrama wählt sie die Form der Tragikomödie. Statt altbackener Galanterie und Schwindelanfällen zeigt sie eine Hofdame, die gemeinsam mit der Kaiserin in einer Badewanne sitzt und ausgelassen herumplanscht.

Eine Beziehung gegen alle Regeln ihrer Zeit

Die ungarische Gräfin von Sztáray war die letzte Begleiterin der 1898 ermordeten Monarchin. In "Sisi & Ich" muss sie zunächst ihre Tauglichkeit durch harte Prüfungen unter Beweis stellen, ehe sie auf der griechischen Insel Korfu in den Dienst der Kaiserin eintreten darf. Es entwickelt sich eine Beziehung, die bald weiter reicht, als es für die damalige Zeit schicklich ist.

"Sisi & Ich" wurde mit dem Bayerischen Filmpreis (beste Regie) sowie dem Deutschen FIlmpreis (bestes Kostümbild) ausgezeichnet. Nach Meinung zahlreicher Kritiker, die rund um den Kinostart neben Finsterwalders feinfühliger Inszenierung vor allem das Zusammenspiel von Wolff und Hüller lobten, hätte der Film noch viel mehr verdient gehabt. Viele sehen diesen Film, durchaus zurecht, als eine der interessantesten, originellsten und letzthin besten Sisi-Verfilmungen, die je gedreht wurden.

Sisi & Ich - Do. 20.08. - BR: 22.45 Uhr

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