Marvel-Star Paul Bettany über seinen Sohn: "Er gehört zu mir. Das ist die Wahrheit"

Für Marvel-Star Paul Bettany bedeutet Familie weit mehr als biologische Verwandtschaft. Hier spricht er über seinen ältesten Sohn, schmerzhafte Verluste und die wichtigste Lektion seines Lebens.
Rachel Kasuch |
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Paul Bettany verdankt die wichtigsten Lektionen des Lebens seiner Familie.
Paul Bettany verdankt die wichtigsten Lektionen des Lebens seiner Familie. © 2026 Getty Images/Vittorio Zunino Celotto

Seit mehr als zehn Jahren gehört Paul Bettany als Vision zum Marvel-Universum. Doch ausgerechnet seine neue Serie "VisionQuest" hat den britischen Schauspieler dazu gebracht, über eine ganz persönliche Frage nachzudenken: Was macht einen Menschen eigentlich zu einem Vater?

"Ich habe drei Kinder. Mein Ältester ist biologisch nicht mein Sohn. Aber irgendwie ist er trotzdem mein Sohn", erzählt der 55-Jährige gegenüber teleschau. "Denn ganz gleich, was die Biologie sagt: Er ist mein Sohn. Er gehört zu mir. Das ist die Wahrheit."

In "VisionQuest", jetzt bei Disney+ zu sehen, kehrt Bettany als Superheld zurück, der sich auf die Suche nach seinem Sohn macht und gleichzeitig mit seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen muss. Vier oder fünf Jahre habe man überlegt, wie man die Geschichte weitererzählen könnte. Schließlich seien er und Showrunner Terry Matalas auf das Thema Väter und Söhne gekommen. "Ich wollte unbedingt eine Geschichte erzählen, die auch eine positive Seite von Männlichkeit zeigt", erklärt Bettany.

"Aber die wirklich wichtigen Lektionen fürs Leben? Die verdanke ich meiner Familie."

Besonders wichtig war ihm dabei die Frage, wie Verletzungen innerhalb einer Familie von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Vision müsse erst lernen, seinen Sohn wirklich zu akzeptieren. "Sein Sohn sagt ihm immer wieder, dass er sein Sohn ist. Aber Vision kann es einfach nicht glauben. Schließlich ist er ein Roboter. Wie soll er einen menschlichen Sohn haben?"

Genau diese Geschichte habe Bettany an seine eigene Familie erinnert. Sein ältester Sohn stammt aus einer früheren Beziehung seiner Frau Jennifer Connelly, mit der er seit mehr als zwei Jahrzehnten verheiratet ist. Für Bettany macht das keinen Unterschied. "Eigentlich erscheint es unmöglich, und doch ist er ganz und gar mein Sohn. Ohne jeden Zweifel", verrät er gegenüber teleschau. Als Vater müsse man vor allem lernen, seinen Kindern zuzuhören und sie so anzunehmen, wie sie sind.

Wie viel ihm seine Familie bedeutet, macht Bettany auch an anderer Stelle deutlich. "Alles, was für mich als Mensch wirklich zählt, habe ich durch meine Ehe und dadurch gelernt, dass ich Kinder großziehe", sagt er im Gespräch mit teleschau. Natürlich habe er auch bei Marvel einiges gelernt. Etwa, wie man die Laune behält, wenn man stundenlang in einem heißen, schweren Kostüm steckt. "Aber die wirklich wichtigen Lektionen fürs Leben? Die verdanke ich meiner Familie."

"Ich hatte keine Ahnung, wo mein Platz im Leben sein würde"

Dass die Vergangenheit einen Menschen prägt, weiß Bettany aus eigener Erfahrung. Als Kind wurde er in der Schule gemobbt und fühlte sich als Außenseiter. "Ich hatte keine Ahnung, wo mein Platz im Leben sein würde", erinnert er sich. Erst durch die Begegnungen mit Marvel-Fans habe er begriffen, warum seine Figur so vielen Menschen etwas bedeutet. Unter ihnen erkenne er häufig den Jungen wieder, der er selbst einmal war.

Auch über den Tod seines Bruders spricht Bettany offen. "Wenn mich jedes Mal, wenn ich an ihn denke, der Schmerz völlig überwältigen würde, könnte ich nicht für meine Kinder da sein. Ich könnte nicht einmal dieses Gespräch mit Ihnen führen." Manchmal müsse man schmerzhafte Erinnerungen emotional auf Abstand halten, um sein Leben weiterführen zu können.

Eine besondere Bedeutung hat für ihn deshalb bis heute ein Satz aus "WandaVision": "Was ist Trauer anderes als Liebe, die weiterlebt?" Bettany erzählt, dass ihn inzwischen sogar Menschen angesprochen hätten, die sich diese Worte tätowieren ließen. Wochenlang habe das Team damals an der Formulierung gearbeitet. Dass der Satz so viele Menschen berühren würde, habe er nicht geahnt.

Bei all den ernsten Themen verliert Bettany seinen Humor allerdings nicht. Auf die Frage, was er als Schauspieler eines künstlichen Superhelden über die Menschheit gelernt habe, muss er lachen. "Ich bin nur jemand, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, sich die Kleidung anderer Menschen anzuziehen." Menschen seien im Gegensatz zu künstlicher Intelligenz unglaublich ineffizient. "Und gerade das macht uns doch so wunderbar!" Er selbst sei übrigens besonders ineffizient, fügt er hinzu: "Fragen Sie mal meine Frau!"

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