Markus Söder verzichtete Merz zuliebe auf "ziemlich harten Post" nach dem WM-Ausscheiden

Das frühe Ausscheiden Deutschlands bei der Fußball-Weltmeisterschaft wollte Markus Söder eigentlich mit einem "ziemlich harten Post" in den sozialen Medien quittieren. Doch er habe verzichtet - aus Rücksicht auf den kompromittierten Bundeskanzler.
Jens Szameit |
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Markus Söder kann im deutschen WM-Ausscheiden auch etwas Gutes erkennen.
Getty Images / 2026 Pool 2 Markus Söder kann im deutschen WM-Ausscheiden auch etwas Gutes erkennen.
Deutschland schied bei der WM gegen Paraguay aus.
2026 Getty Images/Robert Cianflone 2 Deutschland schied bei der WM gegen Paraguay aus.

Nach dem blamablen WM-Aus der deutschen Mannschaft kam der blamable Post vom deutschen Regierungschef: "Was für ein Spiel!", war nach der Sechzehntelfinal-Niederlage gegen Paraguay auf dem offiziellen X-Account des Bundeskanzlers zu lesen. "Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch."

Ob Friedrich Merz da "verlässlich an der Stimmung im Land vorbeikommuniziert" hat, wollte nun Johannes B. Kerner vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder wissen. Im WM-Podcast "Kerners 11" antwortete der CSU-Chef: "Wahrscheinlich ja, das wahr wohl ein Fehler" - und bezog sich damit auf Medienberichte, wonach nicht der Kanzler selbst den Post beim Kurznachrichtendienst abgesetzt hatte, sondern ein Mitarbeiter.

Dann ließ Söder den Podcast-Gastgeber wissen: "Ich muss zugeben, ich wollte in der Früh eigentlich einen ziemlich harten Post machen, habe dann verzichtet, weil ich wollte nicht, dass es heißt, 'Söder streitet mit Merz und so weiter', weil das die Politikjournalisten ja dann gleich wieder aufgreifen."

Markus Söder sieht einen Vorteil im frühen WM-Aus

Er gehe allerdings davon aus, dass sich Merz selbst über den unter seinem Namen getätigten Post geärgert habe. "Ich meine, wie soll ich das sagen, so richtig super voll stolz waren glaube ich die allerwenigsten", vermutet Söder. "Ich glaube, die Spieler waren es ja auch nicht."

Einen Vorteil aber habe das frühe Aus beim WM-Turnier, glaubt der bayerische Ministerpräsident und 1.FC-Nürnberg-Fan: "Stellen Sie sich mal vor, wir hätten Paraguay noch irgendwie hingegurkt", entgegnet er Kerner. Danach hätte man im Achtelfinale gegen Frankreich vermutlich 4:0 verloren. Dann hätte es womöglich geheißen, man mache weiter mit Julian Nagelsmann als Bundestrainer. Söder: "Nach dem, was ich gehört habe, ist es vielleicht gut, dass es einen Neuanfang geben kann, weil auch ein Achtelfinale ist nicht der Anspruch, den Deutschland haben will und haben kann und haben muss."

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