Marjane Satrapi: "Persepolis"-Autorin stirbt mit 56 Jahren

Trauer um Marjane Satrapi: Die iranisch-französische Comicautorin und Filmemacherin ist im Alter von 56 Jahren gestorben. Ihr bekanntestes Werk "Persepolis" wurde 2007 auch verfilmt.
(lau/spot) |
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Marjane Satrapi auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2023.
Marjane Satrapi auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2023. © imago/ABACAPRESS / Bernaux Edouard/ABACA

Marjane Satrapi (1969-2026) ist tot. Das Büro des französischen Präsidenten Emmanuel Macron gab den Tod der Comicautorin, Malerin und Filmemacherin am Donnerstag in einer Erklärung bekannt. Nähere Angaben zu Todesumständen, Ort und Zeitpunkt wurden zunächst nicht gemacht. Satrapi wurde 56 Jahre alt. Ihr Tod bedeute "den Verlust einer führenden Persönlichkeit der französischen Kultur und einer Künstlerin, die sich der Freiheit verschrieben hatte, deren Werk eine universelle Botschaft vermittelte und ihr immensen internationalen Ruhm eingebracht habe", heißt es in der Mitteilung.

Aufgewachsen in einer politisch aktiven Familie in Teheran - ihre Eltern sympathisierten mit dem Kommunismus -, erlebte Marjane Satrapi schon als Kind die Repressionen des Schah-Regimes. Als sie 14 Jahre alt war, schickten ihre Eltern sie zur weiteren Schulbildung nach Wien. 1988 kehrte sie für ein Kunststudium nach Teheran zurück, bevor es sie über Straßburg schließlich 1994 nach Paris zog.

Berühmtestes Werk "Persepolis"

Dort begann Satrapi, die Episoden ihrer Kindheit zu Papier zu bringen: In schlichtem Schwarz-Weiß entfaltete sich "Persepolis", ein Werk, das die Revolution von 1979, die Herrschaft der Revolutionsgarden sowie das Exil aus der Perspektive eines Mädchens erzählte.

Mit der englischsprachigen Ausgabe von "Persepolis", erschienen 2003, avancierte Satrapi zu einer der bedeutendsten Vertreterinnen der politisch-autobiografischen Graphic Novel. Millionen Leserinnen und Leser weltweit griffen zu den Bänden und erfuhren, was es für Satrapi bedeutete, fremd zu sein, vertrieben und zwischen zwei Welten zu leben.

Gleichwohl mochte die Autorin selbst den Begriff "Graphic Novel" für ihr Schaffen nicht. "Ich glaube, dieser Begriff wurde erfunden, damit die Bourgeoisie keine Angst vor Comics hat. So nach dem Motto: 'Oh, das ist die Art von Comics, die man lesen kann'", sagte sie 2007 gegenüber der "New York Times".

Preis beim Filmfestival in Cannes

Im Jahr 2007 brachte Satrapi "Persepolis" gemeinsam mit dem Regisseur Vincent Paronnaud auf die Kinoleinwand. Der Animationsfilm gewann den Jury-Preis der Filmfestspiele von Cannes und wurde anschließend mit zwei Césars ausgezeichnet. 2010 folgte die Verfilmung ihres ebenfalls erfolgreichen Werkes "Huhn mit Pflaumen" - die Geschichte eines Musikers, dessen geliebtes Instrument für immer zerstört wurde.

Marjane Satrapis' politisches Engagement

Politisch schwieg sie nie. Nach dem Tod von Mahsa Amini im Jahr 2022 in iranischem Polizeigewahrsam und den darauffolgenden Massenprotesten engagierte sie sich aktiv in der Bewegung "Frau, Leben, Freiheit". Sie koordinierte die Veröffentlichung einer Graphic Novel, die die Demonstrantinnen und Demonstranten im Iran unterstützen sollte. 2024 erschien das Werk "Woman, Life, Freedom", zu dem sie selbst Zeichnungen beisteuerte und das sie als Gesamtprojekt dirigierte. Gegenüber der "New York Times" sagte sie damals: "Sogar grundlegende Menschenrechte verweigern sie uns. Du hast kein Recht zu tanzen, kein Recht zu singen."

Teheran blieb ihr Zuhause im Herzen

Satrapi lebte lange in Paris - und liebte die Stadt aufrichtig. Und doch blieb der Iran ihr eigentliches Zuhause. "Egal wie lange ich in Frankreich lebe und obwohl ich mich nach all diesen Jahren auch als Französin fühle - für mich hat das Wort 'Heimat' nur eine Bedeutung: Iran", schrieb sie 2009 in einem Essay für die "New York Times". Teheran, mit all seiner Hässlichkeit, werde in ihren Augen für immer die "Braut" aller Städte der Welt bleiben.

Ihr Mann Mattias Ripa, der "Persepolis" ins Englische übersetzt hatte, war bereits 2025 gestorben. Präsident Macron und seine Frau sprachen der Familie und allen, die die Künstlerin liebten, ihr tief empfundenes Beileid aus.

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