Marius Borg Høiby vor Gericht: So verlief der Prozessauftakt

Der aufsehenerregende Prozess gegen Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby fand am Dienstag seinen Auftakt. Das waren die Erkenntnisse am ersten Tag vor Gericht.
von  (stk/spot)
Marius Borg Høiby beteuerte an Tag eins des Prozesses bei den schwerwiegendsten Vorwürfen seine Unschuld.
Marius Borg Høiby beteuerte an Tag eins des Prozesses bei den schwerwiegendsten Vorwürfen seine Unschuld. © getty/LISE ASERUD / NTB/AFP via Getty Images

Um 09:30 Uhr ist am Dienstag in Oslo der erste Verhandlungstag im Strafprozess gegen Marius Borg Høiby (29), dem Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52), losgegangen. Der Angeklagte war vor Ort, Fotos dürfen jedoch vor, nach oder während der Gerichtstermine nicht von ihm geschossen werden.

Nur wenige Minuten nach Prozessbeginn wurde Høiby zu den mannigfachen Straftaten, die ihm zur Last gelegt werden, befragt - insgesamt sind es 38. In mehreren Fällen von mutmaßlicher Vergewaltigung bekannte er sich norwegischen Berichten zufolge nicht schuldig. Teilweise räumte er unter anderem seine Schuld bezüglich schwerer Körperverletzung, rücksichtslosem Verhalten sowie Beleidigungen ein. Auch für schuldig bekannte er sich in diversen Anklagepunkten - darunter schwerer Drogenmissbrauch, Verstöße gegen verhängte Kontaktverbote und mehrere Verkehrsdelikte.

Staatsanwaltschaft mit schweren Vorwürfen

Der erste Verhandlungstag ist für das Eröffnungsplädoyer des Staatsanwalts reserviert. Folglich hatte zum Auftakt vor allem Staatsanwalt Sturla Henriksbo hohen Redeanteil. Während er die Zusammenhänge der einzelnen Vorwürfe erläuterte, ließ er demnach offen, ob die jüngsten Umstände Teil des laufenden Verfahrens werden könnten. Am Sonntagabend wurde der Stiefsohn von Kronprinz Haakon zum vierten Mal festgenommen. Die Polizei wirft ihm zusätzlich Körperverletzung, Messerdrohungen und Verstöße gegen ein bestehendes Kontaktverbot vor.

Henriksbo betonte demnach in seinem Eröffnungsplädoyer, dass sich Høiby laut Anklageschrift an vier Frauen in wehrlosem Zustand vergangen habe. Ziel während des Prozesses sei es folglich, durch sichergestellte Video- und Fotoaufnahmen eindeutig zu belegen, dass sich der Angeklagte der Vergewaltigung in vier Fällen strafbar gemacht habe. Die Presse darf bei der Vorführung dieser Aufnahmen nicht anwesend sein.

Eines der mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer wurde auch bereits von der Staatsanwaltschaft befragt. Die Straftat habe sich demnach vor einigen Jahren zugetragen, nachdem die Frau Høiby auf einer Party kennengelernt hatte.

Høibys Anwälte appellieren

Auch die Strafverteidigung von Marius Borg Høiby kam zum Auftakt zu Wort und kritisierte die bisherige Berichterstattung. In Person von Anwältin Ellen Holager Andenæs wurde zunächst daran erinnert, dass auch bei Høiby noch immer die Unschuldsvermutung gelte, es in den Medien aber schon zu einer Form der Vorverurteilung gekommen sei.

In Bezug auf die vier Frauen, die Høiby der Vergewaltigung bezichtigen, gebe es ihr zufolge die Gemeinsamkeit, dass sie vor den in der Anklage beschriebenen Umständen allesamt einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit Høiby hatten.

Wie geht es weiter?

Um knapp 15:40 Uhr war der erste Prozesstag beendet. Am Mittwoch soll zunächst das erste mutmaßliche Vergewaltigungsopfer seine Aussage fortsetzen, ab circa 13:00 Uhr werde sich dann Høiby erstmals zu den Vorwürfen äußern. Bis zum Wochenende werden zudem diverse Augenzeugen sowie Beamte der Polizei für diesen bestimmten Anklagepunkt befragt. Der gesamte Prozess ist auf sieben Wochen angelegt.

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