Marius Borg Høiby: Mutmaßliches Opfer spricht von "Albtraum"

Im Vergewaltigungsprozess gegen Marius Borg Høiby, den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, hat ein weiteres mutmaßliches Opfer ausgesagt. Die junge Frau schilderte den Vorfall als den "schlimmsten Albtraum" ihres Lebens.
(mia/spot) |
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Marius Borg Høiby drohen bis zu 16 Jahre Haft.
Marius Borg Høiby drohen bis zu 16 Jahre Haft. © imago/Bestimage / Royalportraits Europe/Bernard Rubsamen / Bestimage

Der Vergewaltigungsprozess gegen Marius Borg Høiby (29), den ältesten Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52), geht in eine entscheidende Phase. Am Dienstag hat vor dem Gericht in Oslo ein weiteres mutmaßliches Opfer ausgesagt. Im Mittelpunkt stand dabei eine Tat, die sich laut Staatsanwaltschaft am 8. Oktober 2023 auf den Lofoten zugetragen haben soll - ausgerechnet während eines Surfurlaubs, den Høiby gemeinsam mit seinem Stiefvater Kronprinz Haakon (52) in der nordnorwegischen Inselregion verbrachte.

Nach einer Party in einer Wohnung soll Høiby eine junge Frau, die er zuvor über die Dating-App Tinder kennengelernt hatte, vergewaltigt haben. Laut Anklage war es zunächst zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen gekommen, bevor die Frau einschlief. Anschließend soll sie ohne ihre Einwilligung sexuell missbraucht worden sein.

"Der schlimmste Albtraum meines Lebens"

Vor Gericht schilderte die Frau den Vorfall laut Medienberichten mit drastischen Worten. Er habe sich für sie angefühlt wie der "schlimmste Albtraum" ihres Lebens. Sie gab an, während der mutmaßlichen Tat Schmerzen verspürt und psychisch stark gelitten zu haben.

Zur Untermauerung der Anklage legte die Staatsanwaltschaft ein kurzes Video vor, das Høiby mit seinem eigenen Mobiltelefon aufgenommen haben soll - nach Aussage der Frau ohne ihr Wissen. Staatsanwalt Sturla Henriksbø erklärte, die Aufnahme zeige, dass die Frau geschlafen habe. Auch Daten einer Fitnessuhr, die ihre Herzfrequenz aufgezeichnet hatte, deuteten demnach darauf hin, dass sie zu Beginn der Tat nicht wach gewesen sei.

38 Anklagepunkte, vier Vergewaltigungsvorwürfe

Der mutmaßliche Übergriff auf den Lofoten gilt als zentraler und schwerster Anklagepunkt im gesamten Verfahren und prägt die laufende zweite Verhandlungswoche. Insgesamt umfasst die Anklage 38 Punkte, darunter vier Vorwürfe der Vergewaltigung nach norwegischem Recht. In drei Fällen soll es zu sexuellen Handlungen ohne Geschlechtsverkehr gekommen sein, in einem Fall zu Geschlechtsverkehr. Sämtliche mutmaßlichen Taten sollen sich laut Staatsanwaltschaft im Anschluss an zunächst einvernehmliche sexuelle Kontakte ereignet haben - meist nach starkem Alkoholkonsum, bei dem die betroffenen Frauen nicht mehr in der Lage gewesen sein sollen, sich zu wehren.

Bereits in der vergangenen Woche hatte ein erstes mutmaßliches Opfer vor Gericht ausgesagt. Die Frau erklärte, sie sei im Dezember 2018 nach einer Party im Keller der Residenz des Kronprinzenpaars in Oslo von Høiby vergewaltigt worden.

Verteidigung bestreitet die Vorwürfe

Høibys Anwalt Petar Sekulic wies die Vergewaltigungsvorwürfe entschieden zurück. Sein Mandant habe sämtliche Handlungen als völlig normale und einvernehmliche sexuelle Beziehungen wahrgenommen, erklärte er. Høiby erklärte laut "Dagbladet", er habe bereits bei seiner ersten polizeilichen Vernehmung angegeben, sich nicht erinnern zu können, ob es in jener Nacht einmal oder mehrmals zum Geschlechtsverkehr gekommen sei. "Es war nichts Besonderes an diesem Abend, er unterschied sich nicht von vielen anderen Abenden", sagte er. Zwar räumte Høiby einzelne Straftaten ein, die Vergewaltigungen bestreitet er jedoch. Er plädiere auf nicht schuldig, so sein Anwalt.

Im Falle einer Verurteilung drohen Høiby bis zu 16 Jahre Haft.

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