Maria Furtwängler über Frauenquote: "Wir brauchen uns nicht zu schämen"

Während ihrer Arbeit bei German Doctors e.V. hat Schauspielerin Maria Furtwängler Gewalt und Ungerechtigkeit gegenüber Frauen weltweit erlebt. Jetzt setzt sie sich für mehr Gleichberechtigung ein, gerne auch per Frauenquote.
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"Wir brauchen uns also nicht dafür zu schämen, wenn wir jetzt per Gesetz die bisherige 100-prozentige Männerquote verändern", sagt Schauspielerin Maria Furtwängler über die Frauenquote.
"Wir brauchen uns also nicht dafür zu schämen, wenn wir jetzt per Gesetz die bisherige 100-prozentige Männerquote verändern", sagt Schauspielerin Maria Furtwängler über die Frauenquote. © Tobias Hase/Archiv/dpa

Gerade erst ist er vorbei, der Weltfrauentag oder der "feministische Kampftag" wie viele andere sagen. Ein Tag um über Gleichberechtigung, Feminismus und soziale Probleme zu sprechen. Das findet offensichtlich auch Schauspielerin Maria Furtwängler wichtig, die über sich selbst sagt: "Ich bin eine Spätfeministin".

Maria Furtwängler hat bei ihrer Arbeit selbst viel Ungerechtigkeit erlebt

In einem Interview mit dem Magazins "Ma vie" spricht Furtwängler über Missstände und fehlende Gleichberechtigung, aber auch über Gewalt gegenüber Frauen auf der ganzen Welt. Vieles davon konnte Furtwängler als promovierte Ärztin selbst bei der Arbeit mit dem German Doctors e.V. erleben. "Ich merkte, dass egal wo man hinschaut, Frauen einfach weniger wert sind. Mal subtiler, mal offensichtlicher. Das hat mir die Augen geöffnet." Mehr als einmal sah sie Frauen mit schwersten Verbrennungen, die Opfer von Mitgifttätern oder Vätern wurden, die enttäuscht waren angesichts der Geburt ihrer eigenen Tochter.

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Vor diesen Erfahrungen dachte die Schauspielerin und Produzentin, wie sie selbst im Interview sagt, "unsere Welt ist prima und gerecht". Jetzt sieht sie das anders und setzt sich dafür ein, dass Mädchen und Frauen in Not geholfen wird. 2011 gründete Furtwängler gemeinsam mit ihrer Tochter ein Schutzhaus für missbrauchte Mädchen und junge Frauen auf den Philippinen. Darüber hinaus hat sie vor einigen Jahren eine Stiftung ins Leben gerufen, die sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit einsetzt.

Frauenquote in Unternehmensvorständen: "Es ist aller, allerhöchste Zeit"

Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass Furtwängler eine klare Meinung zur Gleichberechtigungslage in Deutschland hat. Die Frauenquote in Unternehmensvorständen sieht sie als absolute Notwendigkeit. "Man muss sich bewusst machen, dass wir die letzten Jahrhunderte mit einer 100-prozentigen Männerquote gelebt haben, und zwar ganz selbstverständlich." Als internationales Beispiel führt sie die jetzige Vizepräsidentin der USA, Kamala Harris, an. Nie zuvor hatte eine Frau dieses Amt inne. "Wir brauchen uns also nicht dafür zu schämen, wenn wir jetzt per Gesetz die bisherige 100-prozentige Männerquote verändern", sagt Furtwängler. Für eine gesellschaftliche Veränderung sei es allerhöchste Zeit.

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