Maori-Tradition als Action-Spektakel
Kräftiges Aufstampfen, wilder Blick, großflächige Tätowierungen und laute Schreie aus dutzenden Kehlen: Es ist immer wieder sehr imposant und auch ein bisschen furchteinflößend, wenn man irgendwo die berühmten Kapa-Haka-Tänze der Maori sieht. Bei Spielen der neuseeländischen Rugby-Nationalmannschaft zum Beispiel oder in bestimmten Kulturdokumentationen. Man könnte aus dem ganzen Drohgebärden-Spektakel aber auch einen guten Actionfilm machen, dachte sich Regisseur Lee Tamahori. 3sat zeigt sein eindrucksvolles Historien-Abenteuer "The Convert - Krieg der Maori" (2023) als Erstausstrahlung (vorab auch als ZDF-Stream verfügbar).
Der Neuseeländer Lee Tamahori, international vor allem für seine Arbeit an "James Bond 007 - Stirb an einem anderen Tag" (2002) bekannt und selbst Sohn eines Maori, setzte sich im Lauf seiner Karriere immer wieder gezielt mit seiner Herkunft auseinander. Sein mehrfach preisgekrönter erster Film ("Die letzte Kriegerin", 1994) befasste sich intensiv mit der Kultur der Maori, sein letzter Film ebenfalls - Tamahori starb zwei Jahre nach dem Kinostart von "The Convert - Krieg der Maori".
Der Historienfilm bietet viele berauschende Naturbilder und ist mit Guy Pearce in einer Hauptrolle prominent besetzt. Es ist aber zugleich auch ein sehr brutaler und schwer verdaulicher letzter Film, den Lee Tamahori der Nachwelt hinterlassen hat. Die Geschichte erzählt von dem Laienprediger Thomas Munro (Pearce), der in den 1830er-Jahren nach Aotearoa kommt. Ein Gottesmann, der im Rahmen der britischen Kolonialpräsenz etwas Glauben in dieses "grausame Land" bringen soll. Wie grausam, das sieht Munro bald aus nächster Nähe: In dem rauen südpazifischen Paradies gerät er mitten hinein in einen heftigen kriegerischen Konflikt zwischen zwei verfeindeten Maori-Stämmen.
The Convert - Krieg der Maori - Fr. 31.07. - 3sat: 22.25 Uhr
- Themen:
- James Bond

