Manta-Zeit war Schweigers "beste Phase"

Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn - dazwischen gibt es eigentlich nichts. Til Schweiger, Schauspieler, Regisseur, Produzent und Drehbuchautor wird 50. Ein "Mann, der bewegt". 
| Dorit Koch
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Til Schweiger wird 50. Wir haben die schönsten Bilder von ihm - von Manta-Manta mit Tina Ruland bis Keinohrhasen und Zweiohrküken. Herzlichen Glückwunsch.
dpa/Picture Alliance 23 Til Schweiger wird 50. Wir haben die schönsten Bilder von ihm - von Manta-Manta mit Tina Ruland bis Keinohrhasen und Zweiohrküken. Herzlichen Glückwunsch.
Der Kultfilm von 91: Manta Manta - Til Schweiger mit Tina Ruland. Das war sein Durchbruch in der Filmbranche. Vorher war er Jo Zenker in der Lindenstraße, aber das reichte ihm bald nicht mehr.
dpa/Picture Alliance 23 Der Kultfilm von 91: Manta Manta - Til Schweiger mit Tina Ruland. Das war sein Durchbruch in der Filmbranche. Vorher war er Jo Zenker in der Lindenstraße, aber das reichte ihm bald nicht mehr.
Manta Manta verhalf Schweiger zum Durchbruch.
dpa/Picture Alliance 23 Manta Manta verhalf Schweiger zum Durchbruch.
Til Schweiger mit seinem Freund und Förderer Bernd Eichinger und dessen Frau Katja. Bernd Eichinger starb im Januar 2011.
dpa/Picture Alliance 23 Til Schweiger mit seinem Freund und Förderer Bernd Eichinger und dessen Frau Katja. Bernd Eichinger starb im Januar 2011.
Wieder kein Glück in der Liebe: Das sind Til Schweigers Verflossene - Svenja Holtmann
dpa/Picture Alliance 23 Wieder kein Glück in der Liebe: Das sind Til Schweigers Verflossene - Svenja Holtmann
Schweiger mit seiner Tochter Emma, die auch in seinem Filmen schon mitspielen durfte.
dpa/Picture Alliance 23 Schweiger mit seiner Tochter Emma, die auch in seinem Filmen schon mitspielen durfte.
Til Schweiger als Sonnyboy Pepe im Film "Bunte Hunde" von 1998.
dpa/Picture Alliance 23 Til Schweiger als Sonnyboy Pepe im Film "Bunte Hunde" von 1998.
Schweiger und Karina Krawczyk stelle 1998 ihren Film "Der Eisbär" vor.
dpa/Picture Alliance 23 Schweiger und Karina Krawczyk stelle 1998 ihren Film "Der Eisbär" vor.
Szene aus der erfolgreichen deutschen Kinokomödie "Der bewegte Mann" mit Joachim Krol, Rufus Beck, Til Schweiger und Katja Riemann.
dpa/Picture Alliance 23 Szene aus der erfolgreichen deutschen Kinokomödie "Der bewegte Mann" mit Joachim Krol, Rufus Beck, Til Schweiger und Katja Riemann.
"Die Kommissarin", II. Staffel. Im Jahr 1999 ermitteln Hauptkommissarin Lea Sommer (Hannelore Elsner) und ihr Assistent Nick Siegel (Til Schweiger).
dpa/Picture Alliance 23 "Die Kommissarin", II. Staffel. Im Jahr 1999 ermitteln Hauptkommissarin Lea Sommer (Hannelore Elsner) und ihr Assistent Nick Siegel (Til Schweiger).
Patient Stanislaus Nagy (Til Schweiger) ist in dem neuen Kinofilm "Der große Bagarozy" von der Sängerin Maria Callas besessen.
dpa/Picture Alliance 23 Patient Stanislaus Nagy (Til Schweiger) ist in dem neuen Kinofilm "Der große Bagarozy" von der Sängerin Maria Callas besessen.
Schweiger in Hollywood. Er spielte in Silvester Stallones Actiondrama "Driven".
dpa/Picture Alliance 23 Schweiger in Hollywood. Er spielte in Silvester Stallones Actiondrama "Driven".
Vor acht Jahren trennten sie sich: Dana und Til Schweiger. Sie sind aber weiterhin verheiratet.
dpa/Picture Alliance 23 Vor acht Jahren trennten sie sich: Dana und Til Schweiger. Sie sind aber weiterhin verheiratet.
Die Familie Schweiger: Valentin, Dana, Luna, Lilli, Emma und Til Schweiger in Berlin.
dpa/Picture Alliance 23 Die Familie Schweiger: Valentin, Dana, Luna, Lilli, Emma und Til Schweiger in Berlin.
Dana und Til wohnen bei den in Hamburg. Damit sie beide so oft es geht bei ihren vier Kindern sein können.
dpa/Picture Alliance 23 Dana und Til wohnen bei den in Hamburg. Damit sie beide so oft es geht bei ihren vier Kindern sein können.
Schweiger mit einem selbstgebastelten Keinohrhasen.
dpa/Picture Alliance 23 Schweiger mit einem selbstgebastelten Keinohrhasen.
Seine Biographie.
dpa/Picture Alliance 23 Seine Biographie.
Schweiger als Gast bei "Markus Lanz".
dpa/Picture Alliance 23 Schweiger als Gast bei "Markus Lanz".
Schweiger und seine Ex, Svenja Holtmann und seine kleine Tochter Emma.
dpa/Picture Alliance 23 Schweiger und seine Ex, Svenja Holtmann und seine kleine Tochter Emma.
Schweiger als Gast in der WDR-Sendung "Zimmerfrei" mit Götz Alzmann und Christine Westermann.
dpa/Picture Alliance 23 Schweiger als Gast in der WDR-Sendung "Zimmerfrei" mit Götz Alzmann und Christine Westermann.
Til und Svenja. Nach fast drei Jahren war in diesem Herbst Schluss.
dpa/Picture Alliance 23 Til und Svenja. Nach fast drei Jahren war in diesem Herbst Schluss.
Til und Svenja. Nach fast drei Jahren war in diesem Herbst Schluss.
dpa/Picture Alliance 23 Til und Svenja. Nach fast drei Jahren war in diesem Herbst Schluss.
Auf der Berlinale.
dpa/Picture Alliance 23 Auf der Berlinale.

Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn - dazwischen gibt es eigentlich nichts. Til Schweiger, Schauspieler, Regisseur, Produzent und Drehbuchautor wird 50. Ein "Mann, der bewegt".

Hamburg - Bis Til Schweiger auf der Leinwand zum alten Mann wird, dürften noch ein paar Jahre vergehen – auch wenn er den Part des Großvaters schon selbst gern grinsend ins Gespräch bringt. Auf seinen heutigen 50. Geburtstag angesprochen, antwortete der Filmstar in mehreren Interviews: Er wachse und altere schließlich mit seinen Rollen. „Irgendwann habe ich angefangen, Väter zu spielen“, sagte er zum Beispiel dem „Stern“. „Und irgendwann werde ich einen Großvater geben – jetzt noch nicht, aber demnächst“, meinte er auch im ZDF.

Sein gefühltes Alter sei von der 50 jedoch weit entfernt. „Meinen letzten Geburtstag habe ich bewusst mit 29 Jahren gefeiert“, erklärt er im Buch „Til Schweiger – Der Mann, der bewegt“. „Dann gab es eigentlich keine großen Partys mehr“, sagt er, „und ich habe mir gesagt: Das ist die beste Phase. Und es bleibt von jetzt an mein gefühltes Alter.“

Das war in jenem Jahr, als Schweiger zu Bertie und – mit getuntem Manta und angebeteter Frisörin Uschi – zum „Manta, Manta“-Kinostar wurde. Von einer Fortsetzung träumt Schweiger noch heute. „Das wäre ein Megading, nach dem Motto: 25 Jahre danach – was ist aus den Träumen von Berti und seiner Clique geworden?“ Eingebrannt hat sich in Schweigers Gedächtnis auch ein besonderes Geburtstagsgeschenk, das ihm Filmproduzent Bernd Eichinger (1949-2011) am Anfang seiner Karriere machte.

Er überreichte dem jungen Schauspieler einen Umschlag mit einem Gutschein für ein Flugticket nach Hollywood, auf dem stand: „Da, wo du sowieso hingehörst“, wie Schweiger berichtet.

Der Darsteller des Jo Zenker, den Schweiger beim Debüt in der ARD-Serie „Lindenstraße“ von 1990 bis 1992 mimte, war nach „Manta, Manta“ in Kinohits wie „Der bewegte Mann“ oder „Knockin’ on Heaven’s Door“ zum gefeierten Star geworden. Verschmitztes Grinsen, Sexsymbol und Frauenschwarm – Schweiger stieg auf in die Riege der populärsten deutschen Filmstars.

1997 siedelte er mit seiner amerikanischen Ehefrau Dana nach Los Angeles um. Dort tauchte er in Nebenrollen in einer Reihe von Filmen auf, die zum Teil nie in deutschen Kinos zu sehen waren. Jahre später, längst zurück in Deutschland, wirkte er in Quentin Tarantinos Hollywood-Produktion „Inglourious Basterds“ mit.

Da hatte sich Schweiger – inzwischen mit Dana (von der er sich 2005 trennte) und den vier Kindern in Hamburg und Berlin zu Hause – in Deutschland bereits auf den Kinothron gesetzt. Nach der Liebeskomödie „Barfuss“ (2005) – den englischen Namen Barefoot Films trägt auch seine Produktionsfirma – war er bei „Keinohrhasen“ (2007) ebenfalls Hauptdarsteller, Regisseur und Produzent in Personalunion, setzte aber noch einen drauf: Seine vier Kinder spielten erstmals mit. Romantisches und Komödiantisches mit Schweiger hinter und vor der Kamera, gemeinsam mit dem eigenen Nachwuchs – daraus strickte er weitere Blockbuster wie „Zweiohrküken“ und „Kokowääh“.

Nicht alles, was Schweiger anfasst, wird ein Erfolg: Der Thriller „One Way“ (2006) etwa floppte, 2009 wurde seine RTL-Castingshow „Mission Hollywood“ wegen schlechter Quoten von der abendlichen Hauptsendezeit auf Samstagnachmittag verlegt.

Auch für ernstere Filmrollen musste er bisweilen Kritik einstecken – bis der „Tatort“ kam. Als neuer Hamburg-Ermittler verpasste er dem ARD-Traditionskrimi viel Action und landete mit dem ersten Fall in diesem Jahr einen Quotenrekord. Dabei überzeugte Schweiger nicht nur das TV-Publikum, sondern auch Kritiker.

Dass sein Verhältnis zu den Medien keine „Traumbeziehung“ ist und er nicht mehr allen Kritikern seine Filme vorab zeigt, war immer wieder Thema. Schweiger, offiziell wieder Single, polarisiert: Fans lieben den Lausbuben-Charme, Schweiger-Skeptiker kritisieren das Nuscheln. Immer wieder eckt er an: Mal tritt er aus Verärgerung über die Nichtberücksichtigung des „Keinohrhasen“-Hits bei der Vorauswahl zum Deutschen Filmpreis aus der Filmakademie aus, mal verprellt der „Querdenker“-Preisträger „Tatort“-Fans mit Kritik am Vorspann.

Den zweiten „Tatort“ hat er abgedreht – und ein neues Kinoprojekt in Arbeit: „Eine wunderschöne Geschichte über einen Großvater und ein kleines Mädchen, die gemeinsam auf eine Reise gehen“, wie er unlängst erzählte. „Ich spiele mit, aber keine Hauptrolle – für einen Großvater bin ich dann doch noch ein bisschen zu jung.“

 

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