"Mama, du warst toll!"

Fashion-Week in Berlin - das klingt so gegensätzlich wie Models im Fastfood-Laden. Die abgeratzte Hauptstadt, wo der Bademantel zum völlig normalen Ausgeh-Look gehört, will ausgerechnet auf Glamour machen? Jawohl! Und es funktioniert - mit Hilfe der Münchnerin Susanne Wiebe.
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Schicke Damen: Shermine Sharivar, Jutta Speidel, Sybille Beckenbauer, Designerin Susanne Wiebe, Alexandra Polzin, Natascha Ochsenknecht und Sandy Meyer-Wölden.
M.Neugebauer/BrauerPhotos Schicke Damen: Shermine Sharivar, Jutta Speidel, Sybille Beckenbauer, Designerin Susanne Wiebe, Alexandra Polzin, Natascha Ochsenknecht und Sandy Meyer-Wölden.

Fashion-Week in Berlin - das klingt so gegensätzlich wie Models im Fastfood-Laden. Die abgeratzte Hauptstadt, wo der Bademantel zum völlig normalen Ausgeh-Look gehört, will ausgerechnet auf Glamour machen? Jawohl! Und es funktioniert - mit Hilfe der Münchnerin Susanne Wiebe.

Zwischen Hugo Boss und Joop fand jetzt im weißen Zelt am Bebelplatz die Show von Susanne Wiebe statt: verrückt, verrucht und verdammt sexy!

Das Publikum jubelte und klatschte - soviel Emotion ist am Laufsteg der Eitelkeiten seltener als Kleidergröße 38. Zum wilden Musik-Mix (Jimi Hendrix, 2Raumwohnung) schickte die Münchner Designerin ihre Models in Tüll, Samt und Seide über den Catwalk. "Mode ist ein schöner Schein", prangte in Druckbuchstaben auf der Brust des ersten Models. Wie schön - das zeigte die nächste halbe Stunde.

Was kommt modemäßig auf uns Frauen zu?

Herausforderung! 15-Zentimeter-Absätze, Bauchnabel-Dekolletees, Ganzkörper-Tattoos unterm braven Business-Kostüm, Straps-Strümpfe, Mini-Hüte, XXL-Wimpern und Uhren, die ab sofort nicht mehr am Handgelenk, sondern am Hals oder Oberarm getragen werden. Unpraktisch? Ach was! Wer up-to-date gekleidet ist, muss nicht wissen, wie spät es ist.

Die wichtigste Frage: Welche Promis saßen in Reihe 1? Neben Modekritikerinnen, Chefredakteurinnen und ein paar wenigen Männern saßen unterschiedlichste Frauen wie Beate Rehhagel, Nova Meierhenrich und Elvira Bach. Die Kultmalerin zeigte sich abstrakt aufgehübscht (Pünktchen-Stil, Sonnenbrille, Kopftuch, Chucks-Turnschuhe) und verriet der AZ: "Mode ist wie Kunst - alles ist erlaubt, aber nicht alles sieht gut aus. Trends interessieren mich nicht, ich mag Muster und schwarze Sachen. Wichtiger als Outfits ist die Selbstverständlichkeit, mit der sie getragen werden."

Das begehrteste Accessoire der Fashion-Fraktion: ein betont gelangweiltes Gesicht - am besten kombiniert mit einem Kaugummi-kauenden Mund.

Stimmung kam trotzdem auf. Zum feschen Finale ließ Susanne Wiebe ihre Promi-Kundinnen Berlin's next Topmodel spielen. TV-Star Jutta Speidel stöckelte in Orange, Isolde Barth in Grün, Sandy Meyer-Wölden in Blau und Natascha Ochsenknecht (mit neuer Raspel-Frisur) in Lila. Model für Minuten - was ist das für ein Gefühl?

Ex-Model Natascha Ochsenknecht zur AZ: "Jeden Tag könnte ich's nicht mehr machen, aber ab und zu find ich's ganz nett." Teenie-Star-Sohn Wilson Gonzalez schaute zwar sehr cool, sagte aber sehr lieb: "Mama, du warst toll!" Lampenfieber?

Moderatorin und Hobby-Model Alexandra Polzin: "Nö! Man läuft ja nur rum, muss noch nicht mal reden." Nach der Show trafen sich die Fashion-Weeklers im Grill Royal ("Sex And The City"-Star Kim Cattrall, It-Girl Mischa Barton) und die Gäste von Susanne Wiebe in der Paris Bar. Die Talk-Themen der Nacht? Schönheit, Stil und Skurriles. Moderatorin Mo Asumang erzählte etwa von ihrer "Schlank in fünf Stunden"-Diät: "Ich musste meinem Schweinehund einen Namen geben - er heißt jetzt Günther. Klingt durchgeknallt, hat aber funktioniert."

Bis tief in die Nacht feierten die Gäste sich selbst - und die Designerin. Was ist ihr persönliches Must-Have? Susanne Wiebe zur AZ: "Wir müssen uns mehr trauen. Im Alltag und in der Mode. Mut ist das wichtigste!" Glücklicherweise ein Label, das (zu) jedem passen dürfte.

Kimberly Hoppe

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