Malheur bei "Bares für Rares" verursacht 400-Euro-Schaden - Horst Lichter: "Werden wir natürlich ersetzen"

"Ach Colmar, was für ein schöner Koffer!", begeistete sich Horst Lichter. Er erkannte "eine der berühmtesten Marken ever und ever". Obwohl Colmar Schulte-Goltz die Reisetruhe von Louis Vuitton im wahrsten Wortsinn mit Samthandschuhen anfasste, nahm sie sofort Schaden.
"Elegant, edel - obwohl die Materialien ja eigentlich nicht so dolle sind", sinnierte der Moderator. "Holz, etwas Leder, Stoff und Metall", präzisierte der Experte Colmar Schulte-Goltz. Dann kam Horst Lichter auf das Malheur zu sprechen ...
"Bei der ersten Besichtigung ist das in zwei Teile zerbröselt"
"Was liegt denn da vorne?", fragte der Moderator. "Das Leder hat sehr gelitten. Und bei der ersten Besichtigung ist das hier schon in zwei Teile zerbröselt", so der Experte kleinlaut über den Riemen aus Leder. Lichter kommentierte gelassen: "Kann passieren."
Die Schwestern Valentina und Valeria aus München wussten: Ihr Großvater hatte den Koffer im Speicher deponiert. "Habt ihr den jemals als Kind da gesehen?", fragte Lichter neugierig. Beide verneinten. Horst Lichter wollte sofort den Schaden am Koffer thematisieren.
"Da vorne ist ein Stückchen vom Lederriemen ab", erklärte Lichter. "Das ist uns eben hier passiert." Colmar Schulte-Goltz lenkte ab, indem er dozierte, Louis Vuitton sei "ein fantastisches Unternehmen mit Weltruf", welches 1854 in Paris gegründet wurde.
Unverkennbares Markenzeichen sei laut Schulte-Goltz auch bei dieser "kleinen Reisetruhe" das "Monogramm-Canvas", namentlich der "schablonierte, von Hand aufgetragene Dekor von dem Louis-Vuitton-Zeichen mit den stilisierten anderen Ornamenten".
Dank Laufrollen musste der Koffer nie im Regen stehen. Auch sei der Canvas wasserabweisend, so der Experte. "Der Zweck des Koffers ist erfüllt, er ist wahnsinnig herumgekommen", erkannte er an den alten Aufklebern mit Angaben der Destinationen.
Doch der Koffer war nicht nur viel herumgekommen, sondern auch ein bisschen heruntergekommen: "Der Koffer hat im Laufe seines Lebens einiges erlitten", so Colmar Schulte-Goltz. Zumindest am neusten Schaden hatte auch der Experte seinen Anteil ...
"Die historischen Stücke werden gesucht", wusste der Experte. Dennoch standen Restaurierungskosten an. Er taxierte auf 7.000. Die Schwestern dachten nur an 3.000. Der beschädigte Riemen minderte den Wert um 400 Euro. "Die werden wir natürlich ersetzen", so Lichter.
"Das ist fast das Beste, was man hier anbieten kann"
Auch David Suppes fasste die Reisetruhe nur mit Samthandschuhen an. "Ich finde, man spürt bei dem Koffer richtig die Geschichte, die Reise", geriet er ins Schwärmen. Valentina und Valeria aus München lobte er für das Verkaufsobjekt ...
"Das ist fast das Beste, was man hier anbieten kann", sagte Suppes. Der Kollege Fabian Kahl bremste: "Zumindest im Bereich Koffer." Kahl erkundigte sich nach dem Alter der Truhe. Die Schwestern erklärten, Schulte-Goltz habe auf zwischen 1909 und 1912 geschätzt.
Die Schwestern warnten: "Ein Hinweis an Sie alle: Der Lederriemen ist noch ganz hier angekommen, aber bei der Begutachtung aufgrund des brüchigen Leders ..." Christian Vechtel echauffierte sich augenzwinkernd: "Diese Rowdies immer!"
"Leder ist so wie man das von der eigenen Haut kennt: Die braucht auch Pflege und Creme, das wird leider oft vernachlässigt", dachte Markus Wildhagen laut. Christian Vechtel schaute seine Hände an und versteckte sie schnell unter dem Tisch.
Das erste Gebot: 600 Euro von Wildhagen. Die vier anderen Händler waren ebenfalls interessiert. Der ursprüngliche Wunschpreis von 3.000 Euro war schnell übertroffen. Als Suppes 4.000 bot, waren Vechtel, Kahl und Elke Velten aus dem Rennen. Nur Wildhagen blieb dabei.
"Markus?", fragte Vechtel den Kollegen als Suppes 4.500 bot. Wildhagen sinnierte: "Ich sehe einfach noch die Restauration, die Arbeit, da muss man mal die Kirche im Dorf lassen." Er gab auf. Suppes fragte Valentina und Valeria, ob sie einverstanden wären.
"Für 5?", verhandelte Valentina. David Suppes war damit mehr als einverstanden: "Geil, freue ich mich sehr!" Das geht der anderen Seite wohl genauso. 5.000 Euro statt des Wunschpreises von 3.000! Ein Grund für beide Seiten, zu feiern.
"Die Verhandlung war spannend, es ist viel passiert. Später hat sich herauskristallisiert, dass vor allem einer eine große Leidenschaft hat", fasste Valentina ihr TV-Erlebnis zusammen. "Ich freue mich und fand es sehr spannend, mal mittendrin zu sein."
"Bares für Rares": Das waren die weiteren Objekte der Sendung
Ein Spiegel mit Guinness-Logo fungierte in einem irischen Pub als Bier-Werbung. Ilona und Roberto bekamen ihn geschenkt und wünschten sich 200 Euro. Sven Deutschmanek taxierte auf bis zu 300. Christian Vechtel war die originelle Werbung 250 Euro wert.
Auf einer Party im Studentenwohnheim bemalte Comic-Künstler Ralf König eine Unterhose und ein Unterhemd mit Karikaturen. "Die coolste Geschichte", fand Lichter. Andrea und Rainer erhofften sich 1.000 Euro. Die Expertise: bis zu 1.200. Christian Vechtel bezahlte 850.
Zwei Senftöpfchen mit Glaseinsatz und den dazugehörigen Löffeln wollten Markus und Jochen für 250 Euro veräußern. Wendela Horz taxierte auf 300 Euro. Elke Velten setzte noch etwas drauf: Sie erstand die Gefäé für 330 Euro.
Ralf, Party-Limousinen-Fahrer aus Berlin, brachte einen Ring mit. Den Preiswunsch von bis zu 1.800 Euro konnte Schmuck-Expertin Wendela Horz nicht erfüllen: Nur 800 Euro hielt sie für angemessen. Ralf lehnte die Händlerkarte enttäuscht ab.
"Das auf dem richtigen Schreibtisch - ein Träumchen!", sinnierte Lichter über die Leuchte mit Bronzefigur. Stolze 2.000 Euro schwebten Anna und Lukas vor, doch Colmar Schulte-Goltz bremste auf 800. Die beiden lehnten ab und nahmen die Lichtgestalt wieder mit nach Hause.