Magdalena Neuner bedauert Verlust: "Gehörst nicht mehr dazu"
Als Biathletin brach Magdalena Neuner (39) Rekorde. Die Bayerin stand bis zu ihrem Karriere-Ende im März 2012 viele Jahre auf der Loipe – gewann etliche Goldmedaillen und wurde mehrmals Weltmeisterin. In der Zeit wuchsen die 39-Jährige und ihre Trainingskolleginnen, ihr Trainer oder auch Betreuer fest zusammen. Es sind die Menschen, mit denen Neuner fernab des Wettkampfs viel Zeit verbrachte. Heute ist von dem einst engen Draht nicht mehr viel zu spüren, wie die Ex-Sportlerin jetzt verrät...
Nach Karriere-Ende: Magdalena Neuner bedauert Team-Verlust
Magdalena Neuner meint, ihr sei nach ihrem Karriere-Ende schnell aufgefallen, wie sehr sie ihr Team vermissen werde. Die Ex-Sportlerin erklärt im Podcast "Wie geht's? Mit Robin Gosens", mit der Truppe sei sie "jeden Tag zu Hause zusammen" gewesen. Von jetzt auf gleich diese Menschen nicht mehr um sich zu haben, war für die Bayerin allem Anschein nach nicht einfach. "Das sind einfach Freundschaften, ja, sehr enge Freundschaften. Du triffst da jeden Tag deine Freunde, du bist morgens schon in der Umkleide und du erzählst dir schon alles, tauschst dich aus, die kennen dich, du kennst sie und du lebst natürlich auch in einer ganz speziellen Welt", erinnert sich Neuner. All das hinter sich zu lassen, fühlte sich offenbar an wie ein Verlust, den die 39-Jährige bedauert. "Das war mir gar nicht so bewusst, wie das ist, wenn man raus ist. Dass man richtig raus ist. Dass man auch zu dieser Gemeinschaft und zu dieser Bubble nicht mehr gehört und auch zu diesem Team nicht mehr dazugehört."
"Gehörst nicht mehr dazu": Magdalena Neuner spricht von "unterschiedlichen Lebenswelten"
Erst sei die Ex-Sportlerin sehr optimistisch gewesen: "Ich habe da gedacht: 'Na ja, du bist ja danach auch noch Teil des Teams.' Aber nein, das bist du einfach nicht und da haben sich auch sehr schnell viele Kontakte verflüchtigt." Bereits ab "Tag eins" nach ihrem Karriere-Aus habe Neuner "nicht mehr dazugehört". Aus den Augen, aus dem Sinn. Dass sie zu Beginn dachte, das würde anders laufen, bezeichnet die Bayerin heute als naiv. Dass bei Neuner und ihrem einstigen Team der Kontakt abnahm, sei eine logische Konsequenz gewesen. "Weil man lebt in so unterschiedlichen Lebenswelten. [...] Jeder geht dann seinen Weg irgendwann später."

Nur zu einzelnen Weggefährten aus ihrer Biathlonzeit bestehe noch Kontakt. "Da gibt es noch die, mit denen man trotzdem noch befreundet ist", merkt Magdalena Neuner an. "Das sind dann so ein paar wenige, man begegnet sich dann auf einer anderen Ebene. Man hat dann vielleicht Kinder, man hat dann ganz andere Sachen und es funktioniert vielleicht noch. Aber so in diesem Team, dieses Gemeinsame in der Kabine und so, das ist weg."
Biathlon-Star macht Geständnis: "Nur einmal oder zweimal vorbeigeschaut"
Die einstige Top-Biathletin zeigt sich nachdenklich: "Es liegt auch viel an einem selber. [...] Ich gebe schon zu, ich bin jetzt auch nicht diejenige, die da jeden Tag dann gekommen ist. Ich habe zwar immer gesagt: 'Ja, ich schaue dann schon mal vorbei, ab und zu.' Dann habe ich aber irgendwie nur einmal oder zweimal vorbeigeschaut."
Im Nachhinein habe sich die einstige Sportlerin gefragt: "Hätte ich da vielleicht öfter vorbeischauen sollen?" So leicht wäre das jedoch nicht gewesen, wie Magdalena Neuner erklärt. Die 39-Jährige wurde nach ihrem Karriere-Ende Mutter. Sie bekam insgesamt drei Kinder, um die sie sich fürsorglich kümmert. "Das Leben dreht sich weiter."
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