Liv Lisa Fries: Deshalb ist sie kein Fan von Social Media

Die dritte Staffel von "Babylon Berlin" startet am 24. Januar. Wieder mit dabei: Liv Lisa Fries in ihrer Rolle als Charlotte Ritter. Warum sie kein Fan von Social Media ist, verrät sie im Interview.
| (amw/spot)
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Liv Lisa Fries in ihrer Rolle als Charlotte Ritter
Frédéric Batier/X Filme Creative Pool GmbH/ARD Degeto Film GmbH/Sky Deutschland/WDR/Beta Film GmbH Liv Lisa Fries in ihrer Rolle als Charlotte Ritter

Die mit Spannung erwartete dritte Staffel von "Babylon Berlin" feiert am 24. Januar auf Sky Premiere. In zwölf Folgen schlüpft Jungstar Liv Lisa Fries (29, "Romeos: ... anders als du denkst!") erneut in die Rolle von Charlotte Ritter. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verrät sie, wie sich ihr Leben seit dem Erfolg der Serie verändert hat und warum sie auf Social Media weitestgehend verzichtet.

Auf den Geschmack gekommen? Hier gibt es die erste Staffel von "Babylon Berlin"

Die Serie ist ein riesiger Erfolg. Wie hat sich Ihr Leben seitdem verändert?

Liv Lisa Fries: Was sich natürlich verändert hat, sind die Rollenangebote. Dadurch, dass "Babylon Berlin" in über 100 Länder verkauft wurde, bekomme ich auch aus mehreren Ländern in Europa, aber auch Amerika und England Anfragen. Außerdem erkennen mich die Leute auf der Straße und sprechen mich an.

Haben Sie eine "Babylon Berlin"-WhatsApp-Gruppe mit Volker Bruch und Co.?

Fries: Nein. Ich habe gar kein WhatsApp.

Kein WhatsApp und kaum einen Social-Media-Account. Warum ist das so?

Fries: Ich habe einen Instagram-Account. Aber den betreibe ich nicht komplett selbst, sondern zusammen mit meiner Stylistin und meiner PR-Sprecherin. Ich verzichte nicht komplett darauf, weil es in der heutigen Welt bestimmte Aspekte gibt, bei denen es wünschenswert ist. Mich interessiert es weniger, mich zu profilieren oder eine Welt mit Bildern zu kreieren, die möglicherweise gar nichts mit der Realität zu tun hat. Ich finde es dennoch nicht uninteressant und ich verschließe mich auch nicht komplett davor. Wovor ich mich aber verschließen möchte, ist die Art der Kommunikation. Das ist mir einfach nicht tief genug.

Ich finde auch, dass man davon ein wenig abhängig wird und sich nur noch mit äußerlichen Dingen beschäftigt. Das ist eigentlich nicht so wichtig und verdient in der Form sicher nicht so viel Aufmerksamkeit. All die anderen Profile und all die anderen Menschen lenken einen nur von sich selbst ab. Man vergleicht sich zwangsweise ständig. Und ich weiß nicht, ob das so gut ist. Schließlich ist man so, wie man ist und ich glaube, darauf kann man ein Stückweit vertrauen. Aber ich habe das Gefühl, dass die sozialen Netzwerke einen von diesen Gedanken wegziehen und Menschen stark beeinflussen. Deswegen möchte ich mich dem in Gänze nicht aussetzen.

Sie standen mit 14 bereits vor der Kamera. Haben Sie das Gefühl, dass Sie dadurch schneller erwachsen geworden sind?

Fries: Ja, das würde ich schon sagen. Einfach, weil ich mich in einem Beruf bewege, in dem unter anderem von mir verlangt wird, dass ich um 8:25 Uhr am Set bin. Auf die Minute ist alles getaktet. Es ist ein System, in dem ich strukturiert und diszipliniert sein muss. Aber auf der anderen Seite habe ich eine riesige Spielwiese. Dort geht es allerdings auch darum, loszulassen. Natürlich gezielt und überlegt. Aber es trägt auf jeden Fall dazu bei, dass man schneller erwachsen wird. Wobei ich eigentlich schon immer recht erwachsen war. Ich war nie wirklich kindisch und habe nie viel im Sandkasten gespielt.

Warum das so ist, weiß ich nicht. Ob das an mir selbst lag oder ein Stückweit an der Gesellschaft? Bis man 10 Jahre alt ist, darf man noch sagen, dass man Astronaut werden möchte. Aber irgendwann soll man konkrete Ziele haben. Das finde ich ein bisschen schade. Das Kindliche steht im Kontrast zur Gesellschaft, der es um Sicherheit geht und darum, etwas zu erreichen. Kindlich meine ich überhaupt nicht negativ und nicht im Sinne von naiv, sondern, dass man einfach ehrlich und authentisch ist und frei sein kann. Das ist es, was ich schön finde. Mich zu besinnen und zu versuchen, weniger auf meinen Verstand als auf mein Herz zu hören.

Sie haben schon in einer amerikanischen Serie mitgespielt. Gibt es eine aktuelle Serie, in der Sie ebenfalls gerne mitspielen würden? Oder auch eine alte, in der Sie gerne dabei gewesen wären?

Fries: Ich drehe schon "Babylon Berlin". Deshalb würde ich eigentlich keine zweite Serie machen wollen. Aber ich finde "Big Little Lies" wahnsinnig gut. Andrea Arnold führte Regie und ich finde, sie ist eine großartige Regisseurin. In Deutschland finde ich "Bad Banks" eine super Serie. Ich bekomme auch viele Serienangebote. Klar, wenn was super Tolles dabei wäre, dann würde ich es vielleicht machen. Aber man muss bedenken, dass in einer Serie viel Lebenszeit steckt. Bei der ersten Staffel "Babylon Berlin" dauerten die Dreharbeiten und Vorbereitungen ein Jahr und bei der zweiten Staffel ein halbes Jahr. Das ist enorm viel Zeit, die man immer investiert. Ich will dazwischen natürlich noch andere Rollen spielen und kleinere Projekte haben, bei denen ich nicht so lange involviert bin.

Welche neuen Projekte stehen bei Ihnen 2020 an?

Fries: Es steht ein bisschen was an. Über was ich bisher wirklich reden kann, ist, dass ich im Frühjahr "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" drehe. Detlev Buck führt Regie, Daniel Kehlmann hat das Drehbuch geschrieben. Jannis Niewöhner und David Kross spielen ebenfalls mit. Ansonsten gibt es noch einige Projekte, die aber noch alle koordiniert werden müssen. Mal schauen, ob sie am Ende auch wirklich finanziert werden.

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