Liebe und andere Turbulenzen

Die Fortsetzung der Familienkomödie aus Ralf Husmanns Feder geht so turbulent weiter, wie Teil eins endete. Während Miriam und Markus noch immer daran arbeiten, ihre Patchworksituation in Griff zu bekommen, gießt Markus' neue Freundin Galina mit ihrem plötzlichen Kinderwunsch zusätzlich Öl ins Feuer.
von  Susanne Bald
Wie so häufig sind sich Markus (Oliver Wnuk) und seine Ex-Frau Miriam (Stefanie Stappenbeck, Mitte) einig, während seine neue Freundin Galina (Natalia Belitski) die Sache ganz anders sieht. Den Sinn einer Bürgerwehr in ihrer Siedlung etwa.
Wie so häufig sind sich Markus (Oliver Wnuk) und seine Ex-Frau Miriam (Stefanie Stappenbeck, Mitte) einig, während seine neue Freundin Galina (Natalia Belitski) die Sache ganz anders sieht. Den Sinn einer Bürgerwehr in ihrer Siedlung etwa. © ZDF/Marc Meyerbröker

Wie gelingt es, nach erloschener Liebe eine gute Beziehung zueinander zu erhalten, vor allem wenn man gemeinsame Kinder hat? Dieser Frage stellte sich das Ex-Ehepaar Miriam (Stefanie Stappenbeck) und Markus (Oliver Wnuk) in der Komödie "Die Bachmanns".

Dass Markus mit seiner neuen Freundin Galina (Natalia Belitski) in die Siedlung zog, in der Miriam und die Zwillinge Elias (Jonte Blankenberg) und Emma (Medea Leinen) wohnen, weckte einerseits Miriams Eifersucht angesichts des jungen Glücks. Andererseits erkannte das Ex-Paar, wie gut es in Krisensituationen noch immer funktioniert.

In "Die Bachmanns - Gefahr in Verzug" (Regie: Fabian Möhrke) erzählt Drehbuchautor Ralf Husmann ("Stromberg", "Merz gegen Merz") gemeinsam mit Lena Krumkamp die turbulente Familiengeschichte weiter, gewohnt temporeich und mit allerlei flotten Sprüchen gespickt. In der ZDF Mediathek ist der Film bereits abrufbar, am Montagabend ist er nun auch im ZDF zu sehen.

Alte und neue Probleme

"Am Ende unserer Ehe haben wir nebeneinander hergelebt, dann können wir jetzt wohl nebeneinander wohnen, haben wir gedacht", sagt Miriam. "Aber wir haben ja auch mal gedacht, dass wir für immer sind." Sie hadert noch immer mit Markus' neuer Liebe, die Teenager-Kinder sorgen für neue Aufregung, und Markus bekommt von verschiedenen Seiten zu hören, er sei kein richtiger Mann. Als Galina ihn auch noch damit konfrontiert, dass sie ein Kind möchte und zwar schnell, fühlt er sich überrumpelt. Hat er da kein Wörtchen mitzureden?

Das gilt auch für die Entscheidung der Nachbarn zur Gründung einer Bürgerwehr, nachdem mehrere Einbrüche gemeldet wurden. Fast alle sind wieder dabei, vom chauvinistischen, selbsternannten "Bürgermeister der Siedlung" Hape (Niels Bormann) bis zum dauerschlechtgelaunten Juan (Oscar Ortega Sánchez), der an allem etwas zu meckern hat, insbesondere an seiner Frau Lydia (Effi Rabsilber).

Auch dieses Mal wird Miriam von einem Mann umworben. Statt eines Kollegen ist es nun ein Kunde (Steve Windolf). Allerdings droht diese Beziehung an seiner pubertierenden Tochter zu scheitern, ehe sie überhaupt richtig begonnen hat. Außerdem erkennen Miriam und Markus erneut, dass sie bei allen Differenzen einfach sehr ähnlich ticken, anders als Markus und Galina. War ihre Ehe wirklich nicht zu retten? Eine weitere Frage, die sich einmal mehr auftut, wenn auch nur für die Zuschauer.

Mehr Raum für Tiefgang

"Habt ihr auch nen Spruch für Leute, die zu viele Sprüche machen?", fragt Miriam an einer Stelle Galina, die sie mit Lebensweisheiten ihres Vaters zuballert. Man könnte es als Husmann'sche Selbstironie verstehen. Wobei das Feuerwerk an Kalendersprüchen im zweiten Teil deutlich weniger geworden ist, was dem Film guttut, weil es mehr Raum für echte, natürliche Dialoge und mehr Tiefgang zulässt.

Markus liebt seine Kinder, das steht außer Frage. Seine Angst, dass ein Baby, wie in seiner ersten Ehe, die Beziehung nachhaltig verändern könnte, ist dennoch nachvollziehbar. Ebenso seine Verunsicherung, wenn Galinas Vater und Bruder seine Männlichkeit anzweifeln. Oliver Wnuk spielt das sehr verletzlich und auf seine possierliche Spielart geradezu rührend. Genauso kann man aber auch verstehen, dass sich Markus' mögliche neue Vaterschaft für Miriam so anfühlt, als würde er mit ihr und den Zwillingen seine alte Lieblingsjeans gegen eine neue eintauschen.

Die Probleme und Ängste der Bachmanns sind real und sie werden bei allen Bonmots, Kalauern und Sinnsprüchen ernst genommen - so darf es gerne weitergehen.

"Die Bachmanns - Gefahr im Verzug" - Mo. 14.09. - ZDF: 20.15 Uhr

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