Letzter TV-Auftritt von Günther Maria Halmer (†83): "Was passiert, wenn ich sterbe?"

Im Mai 2026 starb Günther Maria Halmer im Alter von 83 Jahren. Der letzte Auftritt des Schauspielers feiert in wenigen Tagen ARD-Premiere. Wie wird der TV-Abschied aussehen?
Elisa Eberle |
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"Servus Eddie - Spätes Glück" heißt der letzte Film von Günther Maria Halmer (links). Der im Mai verstorbene Schauspieler verkörpert einen Obdachlosen an der Seite von Maximilian Brückner und Jutta Speidel.
"Servus Eddie - Spätes Glück" heißt der letzte Film von Günther Maria Halmer (links). Der im Mai verstorbene Schauspieler verkörpert einen Obdachlosen an der Seite von Maximilian Brückner und Jutta Speidel. © ARD Degeto Film/new!move films/Hendrik Heiden

Er war der "Tscharlie" in "Münchner Geschichten" und stand zuletzt als Titelheld in "Gschichtn vom Brandner Kaspar" auf der Bühne: Günther Maria Halmer wusste Zeit seines Lebens in so vielen Film-, Fernseh- und Theaterrollen zu begeistern. Am 10. Mai 2026 ist der beliebte Charakterschauspieler im Alter von 83 Jahren an Krebs gestorben. Etwas mehr als zwei Monate später ist er nun in "Servus Eddie - Spätes Glück" in seiner letzten Rolle im Ersten zu sehen. Der Film von Felix Karolus (Regie und Buch) und Putzi von Adamo (Buch) ist bereits am Vortag der TV-Ausstrahlung in der ARD Mediathek abrufbar.

Günther Maria Halmer spielt Adam Einmiller, einen obdachlosen Zahnarzt, der jeden Tag am Familiengrab seines im Kindesalter verunglückten Sohnes sitzt. Eben dieses Grab soll zu Beginn des Films aufgelöst werden. Um das zu verhindern, müsste Adam 1.500 Euro zahlen. Eine Summe, die der Senior nicht hat: "Und was passiert, wenn ich sterbe?", fragt er. "Wenn keine Werte und keine Erben vorhanden sind und Sie sterben, dann übernimmt die Stadt die Kosten", erklärt Herr Friedel (Stefan Betz) von der Friedhofsverwaltung. "Und ich käme in dieses Grab?", versichert sich Adam. "Ja", bestätigt Friedel, "allerdings müssten Sie sich schon a bisserl beeilen, weil Ihr Grab ist schon am Freitag dran."

Die Sorgen der kleinen Leute

Es sind bittere, tragikomische Szenen wie diese, die "Servus Eddie - Spätes Glück" zu einem besonderen Fernsehfilm am Freitagabend machen. Erzählt wird von so manchen Sorgen, die Großstädter im Jahr 2026 umtreibt. Da wäre zum Beispiel der Münchner Polizeibeamte Eddie Kolozecik (Maximilian Brückner), der noch immer bei seiner Mama Maria Kolozecik (Jutta Speidel) wohnt. Diese, so erfährt man nebenbei, ist wegen einer Angststörung seit Corona nicht mehr aus dem Haus gegangen.

Eddie wiederum wurde dank seines überambitionierten Stadtsheriff-Gebarens vor geraumer Zeit in den Streifendienst degradiert. Um die Karriereleiter erneut zu erklimmen, legt er vor Dienstbeginn private Sonderschichten als verdeckter Ermittler in Zivil ein. Eines Morgens gelingt es ihm tatsächlich, zwei kleinkriminelle Dealer an der Isar auf frischer Tat zu stellen. Doch durch einen unglücklichen Zusammenstoß mit Adam, der seinerseits Geld aus einer Kirchen-Kollekte von Frau Schröder (Marlene Morreis) geklaut hat, gelingt den Dealern und kurz darauf auch Adam die Flucht ...

"Wieder ist ein unverwechselbarer Schauspieler aus unseren Reihen gegangen"

"Mich erinnert 'Servus Eddie - Spätes Glück' ein bisschen an die 'Münchner Geschichten' von Helmut Dietl", beschreibt Hauptdarsteller Maximilian Brückner im Interview sein Gefühl bei dem Film: "Dieses alte Giesing, das so gar nicht nach Stadt wirkt, sondern eher wie ein Dorf. Die Typen, denen man dort begegnet, und die versuchen, sich durchs Leben zu kämpfen." Günther Maria Halmer, so fährt der heute 47-Jährige fort, sei gut mit seinen Eltern befreundet gewesen: "Er war oft beim Essen bei uns zu Hause. Mir war er natürlich schon lange von seinen Filmen bekannt. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass wir endlich zusammen gespielt haben. Umso trauriger, dass es das letzte Mal war. Ich hab' viel von ihm gelernt, er war äußerst präzise."

Auch Jutta Speidel findet im Interview zum Film viele warme Worte für ihren verstorbenen Kollegen: "Ich kannte Günther als Kollegen seit sicherlich 40 Jahren und habe einige sehr schöne Filme mit ihm gemacht", erinnert sich die 72-Jährige: "Sein Tod, der für mich plötzlich kam, hat mich sehr traurig gemacht. Wieder ist ein unverwechselbarer Schauspieler aus unseren Reihen gegangen. Wünschen wir ihm, dass es ihm gut geht, wo er ist, und dass er dort mit vielen weltberühmten Kollegen außerirdische Filme dreht."

Die Dreharbeiten zu "Servus Eddie - Spätes Glück" fanden bereits im Juli und August 2024 in München und Umgebung statt.


Servus Eddie - Spätes Glück - Fr. 31.07. - ARD: 20.15 Uhr

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