Laut BBC: Ex-Prinz Andrew wurde festgenommen

Dramatische Szenen am Geburtstag von Ex-Prinz Andrew: Der 66-Jährige wurde Berichten zufolge an seinem Wohnsitz in Sandringham festgenommen - wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch, berichtet die BBC. Fast ein Dutzend britischer Polizeibehörden ermittelt nach den Epstein-Enthüllungen gegen ihn.
(dr/spot) |
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Andrew Mountbatten-Windsor wurde laut Medienberichten festgenommen.
Andrew Mountbatten-Windsor wurde laut Medienberichten festgenommen. © Imago images/Avalon.red / Imageplotter

Ausgerechnet an seinem 66. Geburtstag holt den Ex-Prinz Andrew die Vergangenheit ein. Wie die britische BBC berichtet, wurde der in Ungnade gefallene Royal an seinem Wohnsitz Wood Farm auf dem Sandringham-Anwesen von der Polizei festgenommen. Dem Sender zufolge stehe Andrew Mountbatten-Windsor unter dem Verdacht des Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal.

Gegen 8 Uhr morgens fuhren laut "The Sun" mindestens sechs mutmaßlich zivile Polizeifahrzeuge auf das Gelände. Acht Männer in Zivilkleidung - offenbar Ermittler - betraten das Anwesen, einige trugen Laptops. Andrew lebt seit fast drei Wochen in seinem neuen Zuhause und wurde in dieser Zeit nur einmal öffentlich gesichtet.

Mehrere Polizeibehörden ermitteln

Die Festnahme ist der vorläufige Höhepunkt einer Lawine, die die Veröffentlichung der Epstein-Akten ausgelöst hat. Laut Medienberichten prüfen derzeit fast ein Dutzend britischer Polizeibehörden Beweismaterial aus den rund drei Millionen Seiten umfassenden Dokumenten. Darunter sind die Polizei von Essex, die Metropolitan Police, sowie die Behörden von Surrey, Thames Valley, Norfolk und Bedfordshire.

Die Ermittlungen erstrecken sich unter anderem auf bis zu 90 Flüge zum Londoner Flughafen Stansted mit dem Jet von Jeffrey Epstein. 15 dieser Flüge fanden laut dem Bericht nach Epsteins Verurteilung wegen der Anstiftung zu sexuellen Handlungen mit Minderjährigen im Jahr 2008 statt. Die Thames Valley Police prüfe zudem den Vorwurf, Epstein habe 2010 eine Frau Anfang 20 nach Großbritannien geschickt, die Andrew in der Royal Lodge für sexuelle Dienste zugeführt worden sein soll.

Vertrauliche Dokumente an Epstein weitergeleitet?

Im Kern der Vorwürfe steht aber aktuell der Verdacht, dass Andrew in seiner Funktion als britischer Handelsgesandter vertrauliche Regierungsdokumente an Epstein weitergegeben haben soll. 2010 soll er eine E-Mail mit mindestens vier Dokumenten über offizielle Reisen an den verurteilten Sexualstraftäter weitergeleitet haben. Einen Monat später soll Andrew zudem als "vertraulich" eingestufte Unterlagen über den geplanten Wiederaufbau der Provinz Helmand in Afghanistan an Epstein geschickt haben.

Als Handelsgesandter unterlag Andrew dem Official Secrets Act - dem britischen Gesetz zum Schutz von Staatsgeheimnissen. Bei einer Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs droht im Höchstfall eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Premierminister fordert Aussage - Palast zeigt sich kooperationsbereit

Noch am Morgen der Festnahme hatte sich Premierminister Keir Starmer im BBC-Frühstücksfernsehen geäußert und Andrew zur Aussage aufgefordert. "Jeder, der Informationen hat, sollte aussagen. Ob Andrew oder jemand anderes", sagte Starmer. Der Buckingham-Palast stellte sich demonstrativ hinter die Ermittlungen. In einem bemerkenswerten Statement hieß es: "Der König hat in Worten und durch beispiellose Handlungen seine tiefe Besorgnis über die Vorwürfe deutlich gemacht, die in Bezug auf das Verhalten von Mr. Mountbatten-Windsor weiterhin ans Licht kommen." Man stehe bereit, die Polizei zu unterstützen.

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