Lassen sich flächendeckende Stromausfälle verhindern?

Das Schneechaos im Münsterland 2005 und der Brandanschlag auf das Stromnetz in Berlin im Januar 2026 sorgten für tagelange Blackouts. Die Folgen für Menschen und Wirtschaft waren beachtlich. Was passiert, wenn es das komplette deutsche Stromnetz betrifft, und wie gut ist es vor Angriffen geschützt? Eine "ARD Story" geht diesen Fragen nach.
Susanne Bald |
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Das Stromnetz in Deutschland besteht aus etwa 38.000 Kilometern an Höchstspannungsleitungen und über einer Million weiterer Leitungen, die den Strom zu den Menschen bringen. Das alles rund um die Uhr vor Anschlägen zu schützen, ist nicht möglich, lernt man in der "ARD Story".
WDR/Federico Gambarini/dpa 4 Das Stromnetz in Deutschland besteht aus etwa 38.000 Kilometern an Höchstspannungsleitungen und über einer Million weiterer Leitungen, die den Strom zu den Menschen bringen. Das alles rund um die Uhr vor Anschlägen zu schützen, ist nicht möglich, lernt man in der "ARD Story".
Das Stromnetz ist sensibel. Um seine Stabilität zu bewahren - die Frequenz von 50 Herz darf nicht abweichen, sonst kann das zu Abschaltungen führen - wird es rund um die Uhr überwacht. Das Foto zeigt die Netzleitwarte in Pulheim-Brauweiler des Übertragungsnetzbetreibers Amprion.
WDR 4 Das Stromnetz ist sensibel. Um seine Stabilität zu bewahren - die Frequenz von 50 Herz darf nicht abweichen, sonst kann das zu Abschaltungen führen - wird es rund um die Uhr überwacht. Das Foto zeigt die Netzleitwarte in Pulheim-Brauweiler des Übertragungsnetzbetreibers Amprion.
Was passiert in Krankenhäusern, wenn der Strom tagelang ausfällt? Was ist mit lebensrettenden Operationen, wie werden Verletzte erstversorgt? Die Hochschule Fresenius in Idstein simulierte diesen Katastrophenfall.
WDR 4 Was passiert in Krankenhäusern, wenn der Strom tagelang ausfällt? Was ist mit lebensrettenden Operationen, wie werden Verletzte erstversorgt? Die Hochschule Fresenius in Idstein simulierte diesen Katastrophenfall.
Und plötzlich war es im Januar 2026 dunkel und kalt, nicht nur draußen, sondern auch in 45.000 Haushalten im Südwesten Berlins. Der Grund war ein Brandanschlag auf das Stromnetz.
WDR/ddp/PIC ONE/Ben Kriemann 4 Und plötzlich war es im Januar 2026 dunkel und kalt, nicht nur draußen, sondern auch in 45.000 Haushalten im Südwesten Berlins. Der Grund war ein Brandanschlag auf das Stromnetz.

Kurze Stromausfälle haben wir jeder schon einmal erlebt. Meistens bleibt es dabei höchstens ein paar Stunden dunkel und die Küche kalt. Der mehrtägige Stromausfall im Münsterland 2005 sowie unlängst im Januar in Berlin vermittelten aber auch einen ziemlich erschreckenden Eindruck davon, wie abhängig wir von einer funktionierenden Stromversorgung sind.

Nach einem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz waren 45.000 Haushalte im Süden der Stadt plötzlich ohne Strom. Es dauerte mehrere Tage, bis der Schaden vollständig behoben wurde. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 hatte es keinen so lange dauernden flächendeckenden Blackout in Berlin gegeben. Die Betroffenen saßen bei Minustemperaturen in ihren dunklen Wohnungen, oftmals fielen die Heizungen aus. Auch Schulen und Supermärkte mussten geschlossen werden, Viele Menschen kamen in Notunterkünften unter. S-Bahnen konnten nicht fahren, das Telefon, auch Mobilfunknetze hatten Ausfälle. Zahlreiche Unternehmen waren ebenfalls betroffen. Die Schäden gingen in die Millionenhöhe.

In seinem "ARD-Story"-Beitrag am Dienstagabend geht Marko Rösseler der Frage nach: "Blackout - Wie sicher ist unser Stromnetz?". Können solche Anschläge jederzeit wieder passieren, in viel größerem Ausmaß womöglich? Wie kann man sie und damit Schäden für die Bevölkerung und Wirtschaft sowie ein Bröckeln des Vertrauens der Bürger in den Staat und die Wirtschaft verhindern?

Flächendeckender Schutz 24/7 ist unmöglich

Deutschland wird von einem etwa 38.000 Kilometer umfassenden Netz aus Hochspannungsleitungen sowie 1,5 Millionen weiteren Kilometern an Leitungen mit Strom versorgt. Sie rund um die Uhr flächendeckend zu schützen, sei nicht möglich, erfährt man in Rösselers Film. Um die Resilienz widerstandsfähiger zu machen, brauche es Redundanzen, sodass bei einem Ausfall ein Ersatz verfügbar ist, der übernimmt.

Die Doku zeigt auch, welche Bereiche es bei einem Stromausfall außer den bereits genannten betreffen würde: Bankautomaten, Ampeln, Aufzüge - nichts geht mehr. Brenzlig wird es auch, wenn Kühlketten nicht mehr aufrechterhalten werden können, längst automatisierte Vorgänge wie das Melken von Kühen plötzlich "analog" verrichtet werden müssten, was in der industriell betriebenen Landwirtschaft gar nicht möglich ist. Was in Krankenhäusern passiert oder eben nicht mehr passiert - nicht auszudenken.

In einer Szene des Films werden Polizei, Feuerwehr und Militär bei der simulierten Situation eines landesweiten Stromausfalls begleitet, die deutlich macht: Es muss noch so einiges geschehen, um das deutsche Stromnetz ausreichend zu schützen. Dazu kommt zwangsläufig auch die Frage: Kann aus einem deutschlandweiten Stromausfall nicht auch ein europaweiter werden? Immerhin hängen die Stromtrassen zusammen.

Marko Rösseler erklärt in seiner Dokumentation auch das sogenannte "KRITIS-Dachgesetz", das den Schutz und die Ausfallsicherheit kritischer Infrastrukturen regelt und sie besser schützen soll, also Bereiche wie Wasser, Transport, Energie und Gesundheit. Und er lässt Betroffene des Blackouts in Berlin und dem Münsterland zu Wort kommen, ebenso wie Experten aus Katastrophenschutz, Politik und Militär.

"ARD Story: Blackout - Wie sicher ist unser Stromnetz?" - Di. 21.07. - ARD: 22.50 Uhr

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  • Der Münchner vor 13 Stunden / Bewertung:

    Das ORF hat das schon vor Jahren gedreht!

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