Kronprinz Haakon äußert sich zum Prozess gegen Marius Borg Høiby

Ab nächster Woche steht Marius Borg Høiby vor Gericht. Nun hat Kronprinz Haakon sein Schweigen gebrochen und erklärt, wie die königliche Familie mit der Situation umgeht. Der Thronfolger betonte das Vertrauen in die Justiz und kündigte an, dem Prozess fernzubleiben.
(ncz/spot) |
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Kronprinz Haakon 2016 mit seinem Stiefsohn Marius Borg Høiby.
Kronprinz Haakon 2016 mit seinem Stiefsohn Marius Borg Høiby. © imago images/PPE

Ab kommender Woche muss sich Marius Borg Høiby (29) wegen Vergewaltigung und weiterer Delikte vor Gericht verantworten - keine einfache Zeit für seine Familie. Der norwegische Thronfolger Kronprinz Haakon (52) hat nun offiziell Stellung zu dem Prozess gegen seinen Stiefsohn genommen und klare Grenzen gezogen.

"Wir verstehen, dass dies für viele von Ihnen eine schwierige Zeit ist, und wir empfinden tiefes Mitgefühl", so der Thronfolger in einem Statement. Er betonte, dass die Gedanken der königlichen Familie bei all jenen seien, die von diesem Fall betroffen sind - sowohl bei den Einzelpersonen als auch bei deren Familien.

Trotz der persönlichen Nähe zum Angeklagten unterstrich Haakon die Unabhängigkeit der norwegischen Justiz. Er bezeichnete es als "beruhigend", in einem Rechtsstaat zu leben. Er zeige sich zuversichtlich, dass die Verantwortlichen für ein ordnungsgemäßes, korrektes und gerechtes Verfahren sorgen werden.

Marius "gehört zur Familie"

Besonders wichtig war dem Kronprinzen die Einordnung von Marius' Status innerhalb der Familie. Er stellte klar: Marius Borg Høiby gehört der Familie an, ist aber offiziell kein Mitglied des Königshauses und handelt somit eigenständig. Als norwegischer Staatsbürger trage er dieselbe Verantwortung wie jeder andere auch, habe aber auch dieselben Rechte. Ungeachtet der juristischen Vorwürfe bezeichnete Haakon ihn als ein "wichtiges Mitglied unserer Familie", um das man sich sorge.

Marius Borg Høiby wurde im August 2025 in Oslo festgenommen. Er hatte seine damalige Freundin in ihrer Wohnung unter Einfluss von Alkohol und Kokain körperlich angegriffen und Sachbeschädigungen begangen. Inzwischen ist die Anklage der Osloer Staatsanwaltschaft auf insgesamt 38 Punkte angewachsen, darunter vierfache Vergewaltigung, Misshandlung in engen Beziehungen, Drogenschmuggel sowie Verkehrs- und Sachbeschädigungsgelikte.

Klare Regeln für die kommenden Wochen

Die Hauptverhandlung am Bezirksgericht Oslo soll am 3. Februar beginnen und voraussichtlich bis zum 14. März dauern. Aufgrund der Schwere der Vorwürfe, insbesondere der mehrfachen Vergewaltigung, drohen Marius Borg Høiby bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft. Während er die Drogen- und Verkehrsdelikte weitgehend gesteht, bestreitet er die Vorwürfe der Sexualgewalt entschieden.

Um Spekulationen vorzubeugen, legte Kronprinz Haakon drei klare Eckpunkte für die Zeit des Prozesses fest: Weder er noch Kronprinzessin Mette-Marit (52) planen, während der Verhandlungen im Gerichtssaal anwesend zu sein. Das Königshaus wird das laufende Verfahren während der gesamten Dauer des Prozesses nicht weiter kommentieren. Die offiziellen Pflichten des Königshauses werden normal fortgeführt.

Interessantes Detail am Rande: Während der Kronprinz seine Termine wahrnimmt, wurde angekündigt, dass Kronprinzessin Mette-Marit in den kommenden Wochen einen privaten Aufenthalt plant - vermutlich, um sich dem medialen Druck während des Prozesses zu entziehen.

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