Interview

Kraftorte: "Turmschreiber" Fritz Fenzl verrät seine Geheimtipps in München

Von der Mariensäule bis zum Karl-Valentin-Brunnen am Viktualienmarkt: Warum manche Orte in München echte Kraftorte sind, weiß der bekannte "Turmschreiber" Fritz Fenzl. Im AZ-Interview verrät er, welche Plätze in der Stadt magisch sind und warum.
Daniela Schwan |
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Der Münchner Schriftsteller Fritz Fenzl hat schon zwei Bücher zu magischen Orten in Bayern veröffentlicht.
Der Münchner Schriftsteller Fritz Fenzl hat schon zwei Bücher zu magischen Orten in Bayern veröffentlicht. © Daniela Schwan

Er ist Schriftsteller und Mundart-Lyriker, Mitglied der Dichtervereinigung "Die Turmschreiber" und Träger des Münchner Förderpreises und des Bayerischen Poetentalers: Fritz Fenzl (74) erklärt im Interview mit der AZ, warum Erdanbindung jung hält – und welche Glücksorte München zu bieten hat.

Fritz Fenzl: "Positive Kraftplätz färben unsere Gedanken pink!"

AZ: Herr Fenzl, Sie haben Germanistik, Katholische Theologie, Geschichte, Kunstgeschichte und Bildhauerei studiert, promovierten über Ludwig Thoma, unterrichteten Religion und Deutsch am Gymnasium. Heute geben Sie Führungen an wundersamen Orte und erzählen von der dort spürbaren Kraft.
FRITZ FENZL: Ja, was für ein Werdegang (lacht)! Ich bin glücklich mit dem, was ich mache. Positive Kraftplätze färben unsere Gedanken pink! 2000 kam mein Buch "Magische Orte in Bayern", 2007 "Das magische München" auf den Markt. Das Thema lässt mich nicht mehr los, es ist aktueller denn je; ich profitiere selbst davon. In der Klosterkirche Schäftlarn und im Prälatengarten lade ich gerne meine Akkus auf - und fühle mich danach wie neugeboren.

Diese Glücksorte sind mitten in München zu finden

Nennen Sie doch bitte noch ein paar Glücksorte!
Der Alte Nordfriedhof, die St.-Michael-Kirche in der Neuhauser Straße, der Karl-Valentin-Brunnen auf dem Viktualienmarkt, die Frauenkirche mit den zwei unterschiedlich hohen Türmen oder die Mariensäule am Marienplatz… Für mich hat das Ganze inzwischen eine Eigendynamik entwickelt, denn ich bin stets auf der Suche nach neuen Fleckerln. Ein Lieblingsort: der energiesprühende Finanzgarten rund um die Heinrich-Heine-Büste, seitlich des Hofgartens. Oder die Wiese um den "Harmlos" südwestlich des Englischen Gartens bei der Von-der-Tann-Straße. Auch wenn er nur eine Kopie ist - das Original befindet sich mittlerweile im Residenzmuseum -, das Standbild von F.J. Schwanthaler lädt zum Verweilen ein und ist der perfekte Treffpunkt für ein romantisches Tête-à-Tête.

Der "Harmlos" nahe dem Englischen Garten ist für Fritz Fenzl perfekt für ein romantisches Tête-à-Tête.
Der "Harmlos" nahe dem Englischen Garten ist für Fritz Fenzl perfekt für ein romantisches Tête-à-Tête. © Daniela Schwan

Warum?
Hier spürt man die Leichtigkeit! Wie generell entlang der Hauptkraftlinie in München - quer durch den Hofgarten und durch den Dianatempel, deshalb sind die Bänke rundum so beliebt als Kraft-Tankstelle. Diese Linie führt vom Schloss Nymphenburg bis hin zum St.-Anna-Platz. Das haben die Wittelsbacher schon vor fast 850 Jahren erkannt und "Fürstenpfad" genannt. Überaus erfolgreiche Menschen wie der Schriftsteller Thomas Mann oder Porträtmaler Franz von Lenbach lebten in einem Kraftzentrum.

Von Energiefeldern bis Wasseradern: Kriterien für einen Kraftort

Was ist generell ausschlaggebend für einen Kraftort? Oftmals handelt es sich ja dabei um Klöster, Schlösser, Kirchen.
Ein Ort, an dem man Glück empfindet! Häufig liegt der Altar über einer Kreuzung zweier Kraftlinien oder genau über Wasseradern. Diese Energiefelder kann man spüren. Viele weitere Faktoren, wie Drachenlinien, der Einfluss der Gestirne, die Polarität der Erde, spielen dabei eine Rolle. Und schlechte Laune verwandelt sich meist ganz schnell in gute! Ich selbst habe da immer ein Bitzeln in den Fingern, möchte singen und tanzen und fühle mich dem Himmel so nah.

Gleich zwei Kraftorte in einem Bild: die Mariensäule und im Hintergrund die Türme der Frauenkirche in München.
Gleich zwei Kraftorte in einem Bild: die Mariensäule und im Hintergrund die Türme der Frauenkirche in München. © IMAGO/Wolfilser

Fenzl: "Seit jeher bin ich eine lebendige Wünschelrute"

Wie lange haben Sie schon das Gespür für solche Schwingungen?
Seit jeher bin ich eine lebendige Wünschelrute! Das war schon in meiner Kindheit so. Und wer kennt das nicht: An manchen Stellen werden unausgefochtene Streite gedanklich weitergeführt und ein paar Meter weiter ist man aus heiterem Himmel fröhlich und beschwingt. Kurzum: An unterschiedlichen Plätzen hat man unterschiedliche Emotionen, Stimmungen, Gedankengänge! Von Grusel-Orten mit aggressiven Energien und den sogenannten Lost Places halte ich mich inzwischen fern.

Diese "Grusel-Orte" meidet der Schriftsteller bewusst

Zum Beispiel?
Der Schlimmste für mich ist die Pöllatschlucht beim Schloss Neuschwanstein, da bekomme ich sofort Negativgänsehaut und Fluchtgedanken. Bei meinen Führungen hingegen öffnet sich ein magischer Platz, für Gruppen im Zusammenhalt sogar noch mehr. Das kann man nicht beschreiben, das ist auch Magie. Und die Menschen brauchen wieder mehr davon. Gerade in diesen unsicheren Zeiten. Als Halt. Als Rückzug. Als Heilung. Als Kraftquelle. Den Alltag loslassen - und das Gefühl der Unbeschwertheit zulassen.

Laut Fenzl ein weiterer Kraftort: der Karl-Valentin-Brunnen am Viktualienmarkt.
Laut Fenzl ein weiterer Kraftort: der Karl-Valentin-Brunnen am Viktualienmarkt. © IMAGO/Lindenthaler

"Erdanbindung": Das ist Fritz Fenzls Rezept für gutes Altern

Und auch mit Moderatorin Uschi Dämmrich von Luttitz wandeln Sie seit Jahrzehnten auf Kraftortpfaden.
Auch sie hat viel für dieses Thema übrig, ist empfänglich für gute Energien, fühlig und einfühlsam. Und trotz ihres Society-Lebens unglaublich geerdet! Schon vor 20 Jahren war ich Gast in ihren Sendungen fürs Bayerische Fernsehen; darüber hinaus erforschen wir nach wie vor gerne gemeinsam magische Orte. Das macht Spaß und verbindet!

Moderatorin Uschi Dämmrich von Luttitz und Autor Fritz Fenzl wandern bereits seit Jahrzehnten gemeinsam auf sogenannten "Kraftortpfaden".
Moderatorin Uschi Dämmrich von Luttitz und Autor Fritz Fenzl wandern bereits seit Jahrzehnten gemeinsam auf sogenannten "Kraftortpfaden". © Daniela Schwan

Ihr Rezept für gutes Älterwerden?
Sich gar nicht damit zu beschäftigen! Ich bin viel an der frischen Luft. Erdanbindung hält jung, man fühlt sich eins mit der Natur und einfach so schön lebendig und frisch. Obwohl man als Schriftsteller ja älter werden darf - das ist einer der Vorteile in diesem Beruf -, da steht das Ego automatisch an zweiter Stelle.

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