Konflikt zwischen Annette Frier und ihrem Sohn: "Bleibt erst mal kompliziert"
Annette Frier (52) zählt zu den lustigsten Frauen im deutschen Fernsehen: Seit mehreren Jahrzehnten schon bringt sie ihr Publikum zum Lachen. Doch natürlich beherrscht die zweifache Mutter auch ernste Töne, wenn es sein muss. Nun spricht sie über Herausforderungen in der Erziehung ihrer Zwillinge – und kommt dabei auch konkret auf Sohnemann Bruno Maria (18) zu sprechen.
Annette Frier in Sorge: "Würde sie gerne davor beschützen"
"Die aktuelle Weltlage lässt mich manchmal ratlos zurück", gesteht Annette Frier im Gespräch mit "Marie Claire". "Das ist kein angenehmes Gefühl, den eigenen Kindern gegenüber, ich würde sie gerne davor beschützen", so die Schauspielerin. "Außerdem habe ich einen 18-jährigen Sohn, der sich in seiner Männlichkeit sucht, das ist super interessant. Es ist gar nicht so leicht, die moderne Gleichberechtigung, Feminismus in der eigenen Familie zu behaupten", findet die 52-Jährige. "Er sucht seine Identität, und manchmal triggert mich das sehr – und wir uns gegenseitig. Obwohl wir sehr eng verbunden sind, ist es manchmal schwer, auf einen Nenner zu kommen."

Auf welche Konfliktsituationen mit ihrem Sohn sie anspielt, verrät Annette Frier ebenfalls: "Meine Sensibilität bei dem Thema Männlichkeit und Weiblichkeit ist mittlerweile sehr hoch, und wenn ich alte Muster auch nur ansatzweise bei meinem Sohn zu erkennen glaube, will ich ihn natürlich schütteln", so die Schauspielerin. "Was allerdings Quatsch ist, weil er seine eigenen Erfahrungen machen soll und muss. [...] Puh. Bleibt alles erst mal kompliziert."
Annette Frier übt Kritik an Bundesregierung: "Bin darüber entsetzt"
Schließlich kommt Annette Frier auch auf eine unschöne Entwicklung in der Gesellschaft zu sprechen: "In Firmen wird ja irre viel wieder zurückgedreht, es sind nur noch Lippenbekenntnisse, auf Quoten zu achten, Menschen mit Behinderung einzustellen, alles, was in Sachen Inklusion, Gleichberechtigung und Vielfalt mühevoll in Jahrzehnten erkämpft wurde, hat die neue Bundesregierung in erheblichen Teilen weggefegt."
Eine Beobachtung, die die Schauspielerin nicht kalt lässt: "Ich bin darüber ziemlich entsetzt, doch für diese Beschäftigung bleibt gefühlt kaum Zeit, weil das große Ganze, die Freiheit der Welt, ja in Gefahr ist."
Doch Annette Frier hat für sich eine Bewältigungsstrategie gefunden: "Je verlorener ich mich fühle, desto mehr erinnere ich mich daran, was Freiheit für mich bedeutet, wenn ich sie mir wieder nehme. Ich lasse eine Nachricht mitunter dann einfach nur eine Nachricht sein, kümmere mich um mein eigenes Leben und die Menschen darin."
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