König Haakon: "Ich vermisse meinen Vater heute Abend"

Norwegens König Haakon (53) hat am Donnerstag gemeinsam mit seiner Mutter, Königin Sonja (89), und Kronprinzessin Ingrid Alexandra (22) zu einem Galaabend ins Schloss geladen. Für den König war es das erste Parlamentsdinner als Monarch, knapp acht Wochen nach dem Tod von König Harald (1937-2026). Die Tradition geht auf das Jahr 1906 zurück, 202 Gäste saßen an der Festtafel.
In seiner Rede stellte Haakon sein Team vor, wie es sein Vater wohl getan hätte. "Wir haben heute Abend die absolute Veteranin, Königin Sonja. Dann haben wir die Juniorin und Debütantin, die Kronprinzessin. Und dann bin da noch ich. Im besten Alter." Die Gäste reagierten mit Lachen.
Bewegende Momente im Schloss
Zudem dankte er seiner Tochter und ihrem Bruder Prinz Sverre Magnus (20) dafür, dass sie einspringen, wenn es darauf ankommt. Etwa bei einem Fußballspiel in den USA im Sommer, "nicht nur einmal, sondern zweimal". Die Geschwister hatten dort die norwegische Nationalmannschaft bei der WM angefeuert.
Ein Video von "Nettavisen" zeigt die Kronprinzessin im Laufe des Abends zu Tränen gerührt. Laut dem Sender NRK gab es während der Reden mehrere bewegende Momente, unter anderem als Königin Sonja viel Lob erhielt.
Zu Beginn seiner Rede erinnerte Haakon auch an seinen verstorbenen Vater König Harald und seine Tante Prinzessin Astrid (1932-2026). "Nun stehe ich hier und nicht mein Vater", sagte der Monarch. "Ich vermisse ihn heute Abend, und ich bin sicher, dass ich damit nicht allein bin." Sein Vater habe sich stets auf das Parlamentsdinner gefreut und die Gäste mit seinem Humor unterhalten. Auch seiner Tante Astrid, die über viele Jahre an dem traditionellen Dinner teilgenommen hatte, gedachte Haakon mit persönlichen Worten.
Besonderes Schmuckstück für Ingrid Alexandra
Die Kronprinzessin sorgte unterdessen mit einem geliehenen Amethyst-Diadem bei ihrem ersten Parlamentsdinner im Königlichen Schloss in Oslo für Aufsehen. Das Schmuckstück gehört ihrer Mutter, Königin Mette-Marit (53), wie Königshaus-Expertin Tove Taalesen dem Portal "Nettavisen" sagte. Die Königin selbst fehlte bei dem Galaabend, sie erholt sich weiterhin von ihrer Lungentransplantation im Juni.
Das Diadem ist Teil eines größeren Sets aus Amethysten und Diamanten, zu dem mehrere Schmuckstücke gehören. Die Besonderheit: Ursprünglich handelt es sich um ein antikes Collier, das sich zu einem Kopfschmuck umbauen lässt. Laut dem Königshaus-Experten Trond Norén Isaksen zeigte sich die Kronprinzessin damit zum ersten Mal in der Öffentlichkeit.
Auch die Ohrringe, die Ingrid Alexandra laut Isaksen ebenfalls zum ersten Mal trug, haben eine Vorgeschichte. Kronprinz Olav schenkte sie seiner Frau Märtha 1954 zur Silberhochzeit. Getragen hat sie die Kronprinzessin nie: Nur gut zwei Wochen nach dem Jubiläum starb sie. Später trugen sie Sonja und Mette-Marit.
Ingrid Alexandra erschien in einem dunkelvioletten, bodenlangen Kleid mit asymmetrisch drapierter Schulterpartie zum Galadinner. Dazu trug sie die rote Ordensschärpe und lange Handschuhe in Weiß. Ihre Großmutter Königin Sonja entschied sich hingegen für eine helle, aufwendig bestickte Gala-Robe mit langen Ärmeln.
Bald folgt die erste Solo-Audienz
Der nächste große Termin steht für Ingrid Alexandra bereits fest. Am 28. Oktober empfängt sie Vertreter der Solidaritätskampagne Operasjon Dagsverk im Schloss. Laut Königshaus ist es die erste Audienz, die sie allein in ihrer neuen Rolle abhält. Stattfinden soll sie im sogenannten Arkadenzimmer, das bis vor Kurzem noch ihr Vater als Büro nutzte.