Klimaforscher nimmt im ZDF Politik wegen Hitzetoten in die Pflicht: "Geld darf keine Rolle spielen"

Zwischen Niedrigwasser und Hitzetoten war der Sommer 2026 bis dato von Extremen geprägt. Deshalb schlug im ZDF nun Klimaforscher Mojib Latif Alarm: Die Politik müsse Menschen besser vor derlei Wetterphänomenen schützen - und dafür umgehend Geld lockermachen.
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Klimaforscher Mojib Latif war am Montag Gast in der ZDF-Sendung "Volle Kanne".
Klimaforscher Mojib Latif war am Montag Gast in der ZDF-Sendung "Volle Kanne". © ZDF

14.000 Menschen ließen laut Robert Koch-Institut (RKI) in diesem Sommer aufgrund der Hitze schon ihr Leben. "Das ist der absolute Rekord, obwohl das Jahr noch nicht zu Ende ist", gab Mojib Latif im ZDF-Magazin "Volle Kanne" am Montag zu bedenken. "Es ist wirklich dramatisch gewesen", brachte es der Klimaforscher auf den Punkt. Dieses "neue Phänomen" gehe "an die Substanz".

Besonders vulnerable Personengruppen, etwa in Krankenhäusern und Pflegeheimen, hätten wegen der Hitze gelitten. "Die waren ganz dicht am Kollaps", warnte Latif. "Das war ein Warnschuss für uns alle." Es sei nun an der Zeit, "schleunigst" die Gesundheit der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, forderte der 71-jährige Experte.

Klimaforscher warnt im ZDF vor Wasserknappheit: "Das Wasser ist wirklich bedroht"

Daher formulierte Mojib Latif einen eindringlichen Appell an die Politik: "Jetzt muss das Geld lockergemacht werden, für Krankenhäuser, für Seniorenheime, für Schulen, für Kindergärten." Nun gelte es, schnell Ressourcen für die Gesundheitsvorsorge freizugeben. "Da darf Geld jetzt keine Rolle mehr spielen", unterstrich der Klimaforscher. "Das Geld muss fließen - und zwar kurzfristig." Nachdenklich fügte Latif an: "Wir leben schon teilweise in einer neuen Welt, in einer Welt, die wir eigentlich gar nicht mehr kennen."

Zu dieser neuen Welt gehören auch zurückgehende Pegelstände in den deutschen Flüssen, etwa das Niedrigwasser am Rhein. Das sei nicht nur ein Warnschuss aus Umweltperspektive, erklärte Latif: "Wir sehen auch die wirtschaftlichen Auswirkungen." Der Lieferverkehr auf dem Wasser müsse dabei ebenso mit negativen Auswirkungen klarkommen wie der Tourismus. Dazu werde Wasserknappheit auch für den Menschen an sich zunehmend zum Problem. "Das Wasser ist wirklich bedroht, und wir müssen aufpassen, dass es nicht zum Äußersten kommt", warnte Mojib Latif in diesem Zusammenhang.

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