Keine "B-Promis"? "Vanity Fair" sortiert für Oscar-Party radikal aus

Die legendäre Oscar-Party von "Vanity Fair" wird in diesem Jahr deutlich exklusiver. Der neue Chefredakteur hat die Gästeliste radikal zusammengestrichen - und dabei offenbar auch dem Trump-Lager eine klare Absage erteilt. Auch Presse und Social Media müssen draußen bleiben.
(stk/spot) |
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Stars wie die letztjährigen Oscar-Abräumer Mikey Madison (l.), Zoe Saldana und Adrien Brody werden sich sicherlich keine Sorgen um ihre Einladungen machen müssen.
Stars wie die letztjährigen Oscar-Abräumer Mikey Madison (l.), Zoe Saldana und Adrien Brody werden sich sicherlich keine Sorgen um ihre Einladungen machen müssen. © imago/Avalon.red / Jeffrey Mayer / Avalon / imago/Avalon.red / Jeffrey Mayer / Avalon / imago/Avalon.red / Jeffrey Mayer / Avalon

Wer zur Oscar-Nacht nach Hollywood reist, hofft nicht nur auf eine Trophäe - sondern auch auf eine Einladung zur berühmtesten Afterparty der Filmbranche. Doch in diesem Jahr dürfte so manche Hoffnung enttäuscht werden: "Vanity Fair" hat die Gästeliste für seine legendäre Oscar-Feier offenbar um rund 50 Prozent zusammengestrichen. Das berichtet "Page Six" unter Berufung auf Insider.

Hinter dem radikalen Schnitt steht demnach Mark Guiducci, der im Juni die Chefredaktion des Magazins von Radhika Jones übernahm. Sein Ziel sei es, die Party wieder auf ihren exklusiven Kern zurückzuführen - und diejenigen auszusieben, die zwar prominent oder einflussreich sind, aber nicht zur echten A-Liste Hollywoods gehören.

Trump-Regierung bleibt außen vor

Besonders brisant: Kein einziger Vertreter der aktuellen US-Regierung habe eine Einladung erhalten. "Keine Offiziellen der Trump-Administration wurden in diesem Jahr eingeladen", zitiert "Page Six" einen Insider unmissverständlich. Dabei hatte Guiducci selbst erst kürzlich für Aufsehen gesorgt, als er ein aufsehenerregendes Porträt von Stabschefin Susie Wiles veröffentlichte - inklusive ungeschönter Aufnahmen hochrangiger MAGA-Größen wie Vizepräsident J.D. Vance, Regierungssprecherin Karoline Leavitt, Heimatschutzberater Stephen Miller und Außenminister Marco Rubio. Auch Melania Trumps Hollywood-Ambitionen rund um ihre neue Dokumentation reichten offenbar nicht für einen Platz auf der Gästeliste.

Presse und Social Media müssen draußen bleiben

Der neue Chefredakteur setzt aber nicht nur politisch klare Grenzen. Auch die Presse, der in den vergangenen Jahren vereinzelt Zutritt gewährt worden war, soll in diesem Jahr strikt auf dem roten Teppich bleiben müssen. Social Media sei ebenfalls unerwünscht.

Die "Vanity Fair"-Party blickt auf eine lange Geschichte zurück. Guiduccis Vor-Vorgänger Graydon Carter hatte sie 1994 ins Leben gerufen. Zur Premiere kamen gerade einmal 100 Gäste, darunter Tom Cruise, Nicole Kidman, Prince, Robert De Niro und Anthony Hopkins - auf politischer Seite war damals Nancy Reagan dabei. Seitdem wuchs die Veranstaltung zu einer Institution, die beinahe so bedeutend ist wie die Zeremonie selbst.

In jüngster Zeit sei der Kreis allerdings immer weiter gewachsen: Markenpartner, Mediaeinkäufer und branchenfremde Begleitung hätten sich zunehmend unter die Stars gemischt, wie Insider "Page Six" bestätigten. Unter Guiducci soll nun wieder gelten: Nur wer eine der begehrten Einladungen vorweisen kann - oder einen frisch gewonnenen Oscar in der Hand hält -, kommt durch die Tür. Stattfinden wird die Party in diesem Jahr übrigens an einem neuen Ort: dem Los Angeles County Museum of Art. Die Oscars werden in diesem Jahr in der Nacht auf den 16. März verliehen.

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