Kalle Pohl: Emotionale Worte über seine Krebs-Erkrankung

"7 Tage, 7 Köpfe"-Star Kalle Pohl hat seine Krebserkrankung öffentlich gemacht. In einem Interview spricht der 74-Jährige über Chemotherapie, finanzielle Not und den Tag, an dem die Ärzte ihn für geheilt erklärten.
(ae/spot) |
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Kalle Pohl ist vielen Zuschauerinnen und Zuschauern aus dem Format "7 Tage, 7 Köpfe" bekannt.
Kalle Pohl ist vielen Zuschauerinnen und Zuschauern aus dem Format "7 Tage, 7 Köpfe" bekannt. © imago images/Panama Pictures/Christoph Hardt

Comedian Kalle Pohl (74), bekannt aus der Kult-Sendung "7 Tage, 7 Köpfe", hat erstmals öffentlich über seine Krebserkrankung gesprochen. Im Interview mit "Bild" schildert der Kabarettist, wie ihm ein Routine-Ultraschall im Jahr 2023 das Leben auf den Kopf stellte. Seine Hausärztin hatte bei der Untersuchung eine auffällige Veränderung an der Leber festgestellt, woraufhin zunächst ein Radiologe und schließlich ein Onkologe hinzugezogen wurden. Dessen Diagnose war eindeutig: Lymphdrüsenkrebs.

"Erst war Corona, das war für mich schon hart, ohne jegliche Einnahmen. Und dann kam der Krebs", blickt Pohl zurück. Er kämpfte abseits der Öffentlichkeit - sechs Blöcke Chemotherapie im Drei-Wochen-Takt, über ein halbes Jahr lang. "An manchen Tagen habe ich es gerade mal geschafft, heißes Wasser über eine Tütensuppe zu gießen." Der Geschmackssinn verschwand, das Immunsystem brach ein, tagelang war er ans Bett gefesselt. "An der schlimmsten Stelle, wo ich psychisch und physisch völlig am Boden war, dachte ich auch mal: Was soll das eigentlich alles noch?", schildert der TV-Star. "Doch dann stand mein kleiner Hund da, die Snoopy, mit ihren Knopfaugen, und hat mich da wieder rausgeholt."

Hündin Snoopy und "Engel im Chaos"

Auch seine Putzfrau Marina habe sich als "Engel im Chaos" sehr um ihn gekümmert: "Jedes Danke ist eines zu wenig für das, was sie für mich getan hat." Auch finanziell war die Erkrankung eine schwere Belastung. Die Corona-Pandemie hatte Pohl bereits ohne jegliche Bühneneinnahmen zurückgelassen, die Krebserkrankung beendete dann auch den Rest seiner beruflichen Aktivitäten vorübergehend. Als Privatversicherter bekam er jede Rechnung der Behandlung direkt zu sehen - und zu bezahlen. Gesamtkosten laut eigener Aussage: rund 100.000 Euro.

Der Tag, an dem der Krebs verschwand

Die letzte Chemotherapie lief Ende Januar 2024. Rund ein halbes Jahr später, bei der dritten CT-Untersuchung, war der Befund verschwunden. Keine Flecken auf der Leber, keine Krankheit. Pohl beschreibt die Reaktion seines Onkologen als überschwänglich - der Arzt habe kaum zu fassen gewusst, dass die Behandlung so erfolgreich verlaufen war.

Vollständig sicher fühlt er sich jedoch noch nicht. Im Interview mit "Bild" formuliert er es so, wie es wohl nur ein Komiker kann: Er sei entschlossen, der Krankheit die Show zu stehlen. Seine Autobiografie "Wenn es ernst wird, bleib' ich Komiker", in der er das schwerste Jahr seines Lebens aufgearbeitet hat, erscheint am 22. Juni.

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