Kaiser Naruhito von Japan: Wer wird einmal sein Nachfolger?

Japans Parlament hat das Kaiserhausgesetz geändert, um den Nachwuchsmangel im Kaiserhaus zu beheben. Männliche Nachfahren früherer Adelszweige können künftig per Adoption aufgenommen werden. Prinzessin Aiko bleibt ausgeschlossen.
(ae/spot) |
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Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako haben nur ein Kind: Prinzessin Aiko (r.). In der japanischen Monarchie werden Frauen jedoch auch weiterhin von der Erbfolge ausgeschlossen.
Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako haben nur ein Kind: Prinzessin Aiko (r.). In der japanischen Monarchie werden Frauen jedoch auch weiterhin von der Erbfolge ausgeschlossen. © imago images/Kyodo News

Japans Parlament hat das Kaiserhausgesetz geändert. Am 17. Juli passierte die Reform das Oberhaus. Es ist der erste Eingriff in das Regelwerk seit den 1940er-Jahren, vorausgegangen war eine mehr als 20-jährige Debatte. Der Kern der Neuerung: Männliche Nachfahren früherer Adelszweige sollen per Adoption in die Kaiserfamilie zurückkehren können. Prinzessin Aiko (24), das einzige Kind des aktuellen Kaiserpaares, bleibt von der Thronfolge ausgeschlossen.

Elf Zweige kommen für die neue Adoptionsregel infrage, die für unverheiratete Männer über 15 Jahren gilt. Die betreffenden Nachfahren hatten ihre Titel nach der japanischen Niederlage im Zweiten Weltkrieg verloren. Adoptierte Kandidaten selbst wären nicht thronfolgeberechtigt, ihre Nachkommen dagegen schon.

Zudem dürfen Frauen aus dem Kaiserhaus künftig auch nach einer Heirat mit einem Bürgerlichen ihren Status behalten und müssen die Familie nicht mehr verlassen. Prinzessin Mako (34), die Nichte des Kaisers und älteste Tochter von Kronprinz Ashikino (60) und Kronprinzessin Kiko (59), musste 2021 noch auf ihre königlichen Titel verzichten und verließ die kaiserliche Familie, um ihren Studienfreund Kei Komuro zu heiraten. Später zogen sie in die Vereinigten Staaten, wo sie als Anwälte arbeiten und im Mai 2025 ihr erstes Kind bekamen.

Weiterhin keine Kaiserin möglich

Frauen bleiben von der Thronfolge weiterhin ausgeschlossen - im Gegensatz zu vielen europäischen Monarchien, die sich inzwischen längst von der männlichen Primogenitur verabschiedet haben.

Für Prinzessin Aiko, dem einzigen Kind des seit 2019 regierenden Kaiserpaares Naruhito (66) und Masako (62), ändert sich also nichts. Sie kann ihrem Vater nicht nachfolgen, obwohl sich in Umfragen regelmäßig eine große Mehrheit der Japanerinnen und Japaner genau das wünscht.

Nur noch drei Thronfolger nach bisheriger Regelung

Das Kaiserhaus zählt derzeit nur noch 16 Mitglieder. Wer nach dem 66-jährigen Naruhito auf den Chrysanthementhron folgen kann, ist nach alter Gesetzgebung überschaubar.

An erster Stelle steht sein jüngerer Bruder Fumihito, besser bekannt als Kronprinz Akishino, der 60 Jahre alt ist. Dahinter folgt dessen 19-jähriger Sohn Hisahito, der einzige männliche Nachkomme der jüngeren Generation. Als dritten Anwärter gibt es noch den Onkel des Kaisers - Prinz Hitachi ist allerdings schon 90 Jahre alt.

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