Kabarettist Konrad Beikircher ist tot

Konrad Beikircher ist tot. Der Kabarettist starb am Montag im Alter von 80 Jahren. 60 Jahre lang lebte der gebürtige Südtiroler im Rheinland und machte dessen Sprache zu seinem Lebensthema.
(dr/spot) |
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Konrad Beikircher wurde 80 Jahre alt.
Konrad Beikircher wurde 80 Jahre alt. © imago/Panthermedia / Flashpic

Der Kabarettist Konrad Beikircher ist tot. Er starb am Montag im Alter von 80 Jahren. Zuerst hatte der WDR über den Tod berichtet, anschließend bestätigte Beikirchers Management die Nachricht dem Portal "t-online". Zu Einzelheiten wollte sich die Familie zunächst nicht äußern.

1945 wurde Beikircher in Südtirol geboren und machte später sein Abitur im Internat eines Franziskanerklosters in Bozen. 1965 kam er zum Psychologiestudium nach Bonn und blieb dort 60 Jahre. Auf der Bühne erklärte er später, wie Rheinländer sprechen und warum sie so ticken, wie sie ticken.

15 Jahre JVA Siegburg, dann der Sprung ins Ungewisse

Vor der Bühne lag ein völlig anderes Berufsleben. Nach dem Studium ging Beikircher in den Staatsdienst und arbeitete 15 Jahre lang als Gefängnispsychologe in der Justizvollzugsanstalt Siegburg, wo er jugendliche Sexualtäter betreute. Sein Ventil fand er abends in Bonner Kneipen, in denen er Wiener Chansons sang.

Dort fiel er 1984 dem WDR auf. Der Sender gab ihm eine eigene Radio-Kolumne, "Sarens, Frau Walterscheidt". Mit der Figur der Bäckerin Roleber setzte er einer Zimmerwirtin ein Denkmal. Der Erfolg dieser Kolumne gab ihm den Mut, den sicheren Beamtenjob zu kündigen und Kabarettist zu werden. In der rheinischen Sprache fand er sein großes Thema, parodierte spielend jeden Dialekt und füllte damit die Säle.

"Sterben möchte ich am liebsten auf altmodische Art"

In seinen letzten Bühnenjahren wurde Beikircher politischer. Der bekennende Katholik nahm sich im Luther-Jahr 2017 die Religion vor, unter dem augenzwinkernden Titel "500 Jahre falscher Glaube". Die Corona-Zeit verarbeitete er in "Kirche, Pest und neue Seuchen", einem kabarettistischen Streifzug durch die Geschichte der Pandemien.

Über sein Lebensende hatte er sich klare Gedanken gemacht. Zu Hause in Bad Godesberg wollte er sterben, im Kreis seiner Familie. "Sterben möchte ich am liebsten auf altmodische Art, zu Haus, die Hand der Frauen in der Hand, die Kinder segnend oder sie zumindest anschauen", sagte er einmal. "Das wäre meine Wunschvorstellung. Wenn ich es mir einrichten kann, dann werde ich das so machen."

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