Jugendwort-Top-Ten: Susanne Daubner singt "Du bist gut genug"
Seit mehreren Jahren verkündet Susanne Daubner (65) via Social Media die Nominierungen für das Jugendwort des Jahres. Ihre Beiträge dazu sind dabei zu echtem Kult in den sozialen Medien und in Sachen Memes geworden. Nun stellte sie die zehn Anwärter auf das Jugendwort des Jahres 2026 auf den Social-Media-Kanälen der "Tagesschau" vor. Eine der Nominierungen trug die Nachrichtensprecherin dabei gleich selbst vor: "Du bist gut genuuuuug", sang sie in die Kamera. "Welches Wort ist für euch gut genug?", wurde in der Bildunterschrift hinzugefügt.
Woher die gesungene Zeile stammt
Hinter dem Satz steckt ein viraler Song des Produzentenduos KitschKrieg gemeinsam mit Blumengarten und Shirin David. Der in Kopfstimme gesungene Refrain verbreitete sich vor allem über TikTok und zog Memes, Parodien und Umdeutungen nach sich. International wurde aus "Du bist gut genug" oftmals "Doobie Scoot Canoe".
Daubners Clip kam wie immer gut an. Unter dem Instagram-Post war unter anderem zu lesen: "Susanne singt 'Du bist gut genug' vor GTA6", "Ich sehe Susanne und die Welt ist für ein kurzen Moment wieder in Ordnung", "Susanne ist und bleibt einfach eine Legende!" oder "Wann wird endlich 'Susanne' zum Jugendwort?".
Diese zehn Begriffe stehen zur Wahl
Zur Abstimmung stehen neben Klassikern wie "Macker" oder "Digga" auch "67", "Crashout", "Gute Käse", "Peak", "Ragebait", "Schere" und "Süper". Die Zahlenfolge "67", gesprochen "six seven", geht dem Langenscheidt-Verlag zufolge auf TikTok, Basketball-Memes und einen Song des Rappers Skrilla zurück, eine feste Bedeutung hat sie nicht.
"Crashout" beschreibt einen emotionalen Kontrollverlust, "Schere" stammt aus der Gaming-Szene und steht für ein Eingeständnis eigener Fehler. "Süper" kommt aus dem Türkischen und wurde laut Verlag durch das Video eines Ultramarathonläufers bekannt. Zu den weiteren Erklärungen: Wenn etwas "Peak" ist, dann ist es "das Beste vom Besten". "Gute Käse" ist ein Ausdruck für "richtig gut", "stabil" oder "feier ich". Hinter "Ragebait" steckt Content, der einen absichtlich triggern soll.
"Mehrzweckeier" nicht zugelassen
Ein besonders häufig eingereichter Begriff fehlt in der Auswahl. "Mehrzweckeier" lag am Ende der Vorschlagsphase in den Top 10, wurde vom Langenscheidt-Verlag aber gestrichen. "Da der Begriff auf eine Kampagne zurückgeht und gleichzeitig auf einer persönlichen Beleidigung beruht, erfüllt er gleich zwei zentrale Ausschlusskriterien", teilte der Verlag mit.
Der Ausdruck gilt als Abwandlung einer Parole, die bei Protesten junger Menschen gegen die Wehrpflicht auftauchte und sich gegen Bundeskanzler Friedrich Merz richtet. "Das Plakat, auf dem ursprünglich die provokante Botschaft 'Merz leck Eier' stand, wurde von der Polizei beschlagnahmt", erklärt Langenscheidt. "Gegen den Demonstrierenden wurde zunächst wegen des Anfangsverdachts der üblen Nachrede und Verleumdung gegen Personen des politischen Lebens ermittelt." Mit "Mehrzweckeier" sei eine Wortkreation entstanden, "die kreativ, eindeutig, jedoch weniger angreifbar ist".
Abstimmung läuft bis zum 20. August
Über die Top 10 kann bis zum 20. August online abgestimmt werden, anschließend folgt die Wahl der Top 3. Das Siegerwort will Langenscheidt am 10. Oktober verkünden. In die offizielle Auswertung fließen nur die Stimmen von Jugendlichen ein, der Großteil der Teilnehmenden ist zwischen elf und 20 Jahre alt.
Im vergangenen Jahr setzte sich "Das crazy" durch. Der Verlag beschrieb den Ausdruck damals als Alternative zu einem "okay", die immer dann greife, wenn eine passendere Antwort fehle.
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