Judith Williams und José Carreras: Verbunden durch das Schicksal

Die Homeshopping-Queen und der Star-Tenor sprechen über ihre schweren Krankheiten
| Kimberly Hoppe
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Von links: Alexander-Klaus Stecher, Judith Williams und José Carreras im Bayerischen Hof bei der Buch-Vorstellung von "Stolpersteine ins Glück". Foto: API
Von links: Alexander-Klaus Stecher, Judith Williams und José Carreras im Bayerischen Hof bei der Buch-Vorstellung von "Stolpersteine ins Glück". Foto: API

Die Homeshopping-Queen und der Star-Tenor sprechen über ihre schweren Krankheiten

ALTSTADT Diese Frau ist ein Gute-Laune-Phänomen: Judith Williams ist die strahlende Homeshopping-Queen Deutschlands, was sie bewirbt, ist in Sekunden ausverkauft – und sei es spät abends.

Sie macht Schmuck, Kosmetik, Parfum, Kleidung – und damit 100 Millionen Euro Umsatz im Jahr.

Jetzt hat sie ihr turbulentes Leben aufgeschrieben: „Stolpersteine ins Glück“ (Eden Books, 14,95 Euro). In dem Buch wird deutlich, dass es auch Momente bei Judith Williams gab, in denen ihr überhaupt nicht zum Lachen zumute war.

Durch einen Tumor und die anschließende Hormon-Therapie musste sie ihre erste Karriere als Opernsängerin aufgeben. So kam sie zum Verkaufsfernsehen. Mit dem gigantischen Erfolg hätte sie niemals gerechnet, wie sie beim Treffen im Bayerischen Hof erzählt: „Ich wollte nur meine Tochter und mich irgendwie durchbringen – und sei es eben, dass ich Bratpfannen verkaufe.“

Ihr Imperium wuchs, die Demut blieb. Die Angst vor einer schlimmen Krankheit, vorm Sterben teilt sie mit Star-Tenor José Carreras. Aber auch das große Glück, den Krebs besiegt zu haben.

Carreras, von dem Judith alle CDs hat, erkrankte vor Jahren an Leukämie.

In Judith Williams’ Buch schreibt er das Vorwort, ein Großteil des Verkaufs geht an seine José Carreras Leukämie-Stiftung.

Im Bayerischen Hof sprechen am Mittwoch beide über die dunkelste Zeit in ihren Leben. Moderiert von Alexander-Klaus Stecher, Judith Williams’ Ehemann, der gleich scherzt: „Eigentlich wollte sie Kai Pflaume haben, aber der war zu teuer. Schatz, du machst das doch umsonst, sagte sie mir.“

Nachdem die Moderatorin aus ihrem Buch vorgelesen hat, erzählt der Star-Tenor über seinen Kampf gegen die Krankheit: „Wenn man nur eine Chance unter einer Million hat, dann nimmt man eben diese eine und sagt: Das ist meine Chance!“

Und weiter: „Natürlich war es eine extreme Grenzerfahrung, die das Leben fundamental verändert. Ohne meine Familie und enge Freunde hätte ich es nicht geschafft. Aber auch der Zuspruch von Fremden tat gut. Elf Monate war ich im Krankenhaus – und wenn man diese Chance bekommt, die Krankheit zu besiegen, muss das einen Sinn haben. Ich bin unendlich dankbar und möchte etwas zurückgeben. Leukämie muss heilbar werden. Immer und bei jedem.“

Wie hat Judith Williams aus ihrer Krise herausgefunden?

Der TV-Star: „Meine Familie hat mich stark unterstützt, sie hat mich zurück auf die Beine geholt. Mein Vater hatte wenig Selbstmitleid mit mir. Er sagte: Dein Kopf ist noch dran, Arme und Beine auch, also such dir einen neuen Job.“

Dass sie es bis an die Teleshopping-Spitze schaffte, verwundert sie noch heute. Ihr Rezept? „Leidenschaft! Ich stehe voll hinter dem, was ich tue und verkaufe. Manchmal kann ich mein Glück selbst kaum fassen.“

Ihre erste Begegnung mit dem Star-Tenor ist schon eine Weile her. „Ich war Musik-Studentin in Köln und José nach einem Konzert Blumen überreicht.“ Der Superstar schaut überrascht zu ihr: „Du warst das?“ Judith: „Du kannst dich daran wohl nicht erinnern, aber ich erinnere mich sehr gut! Es war ein kleiner, aber sehr glücklicher Stein in meinem Leben.“
 

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