John Cusack wird 60: Der Schauspieler, der sich nie festlegen ließ

John Cusack feiert am 28. Juni seinen 60. Geburtstag. Seit seinem Durchbruch in den 80er-Jahren zählt er zu den vielseitigsten Schauspielern Hollywoods. Zuletzt stand er seltener vor der Kamera - und machte stattdessen vor allem mit seinem politischen Aktivismus auf sich aufmerksam.
von  (des/obr/spot)
John Cusack wird am 28. Juni 60 Jahre alt.
John Cusack wird am 28. Juni 60 Jahre alt. © IMAGO/Depositphotos

Am 28. Juni feiert John Cusack seinen 60. Geburtstag - ein Schauspieler, der nie ganz in die klassischen Hollywood-Schubladen passen wollte. Schon als Teenager stand der US-Amerikaner vor der Kamera, in den 1980er-Jahren gelang ihm der Durchbruch. Danach etablierte er sich als vielseitiger Hauptdarsteller, der mit scheinbarer Leichtigkeit zwischen Romanze, Drama, Komödie und Thriller wechselte.

Ob in romantischen Filmen wie "Weil es Dich gibt", in Dramen wie "The Butler" oder in Thrillern wie "Das Urteil - Jeder ist käuflich": Cusack überzeugte über Jahrzehnte hinweg Publikum und Kritik gleichermaßen. In den vergangenen Jahren ist es jedoch ruhiger um ihn geworden. Statt mit großen neuen Filmrollen machte der Schauspieler zuletzt vor allem mit seinem politischen Engagement auf sich aufmerksam.

Er stand schon früh auf der Bühne

John Paul Cusack wurde am 28. Juni 1966 in Evanston im US-Bundesstaat Illinois geboren. Die Nähe zur Schauspielerei wurde ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt: Seine Mutter Nancy arbeitete als Mathematiklehrerin, sein Vater Dick Cusack war Dokumentarfilmer und Schauspieler. Schon früh kam Cusack mit der Bühnenwelt in Berührung. Bereits als Kind trat er gemeinsam mit seiner Schwester Joan und weiteren Familienmitgliedern im Piven Theatre Workshop in Chicago auf - ein Umfeld, das mehrere Talente der Familie prägte.

Dort lernte er auch Jeremy Piven (60) kennen, der später ebenfalls als Schauspieler Karriere machte. Die beiden verband eine enge Freundschaft, zudem standen sie mehrfach gemeinsam vor der Kamera - unter anderem in "Weil es Dich gibt". Sein Filmdebüt gab Cusack 1983 in der Teenager-Komödie "Class". In den folgenden Jahren war er regelmäßig in Filmen zu sehen, die sich vor allem an ein junges Publikum richteten. Mit Titeln wie "Der Volltreffer" und "Teen Lover" etablierte er sich als gefragter Nachwuchsdarsteller.

Cusack kann auch kickboxen

Für seine Rolle als Lloyd Dobler in "Teen Lover" wurde Cusack vom ehemaligen Kickbox-Weltmeister Benny "The Jet" Urquidez (74) trainiert - eine Erfahrung, die ihn nachhaltig prägte. Urquidez blieb über Jahre hinweg sein persönlicher Trainer und Cusack erreichte in dessen Kickbox-System den schwarzen Gürtel. Auch abseits des Films entwickelte der Schauspieler eine große Leidenschaft für den Kampfsport.

In einem Interview mit dem "Playboy" sprach er über seine Faszination für das Boxen: "Es ist ein heimliches Vergnügen. Das Spektakel des Profiboxens ist so echt. Es ist wahnsinnig. Es erfordert unglaublichen Mut, fast jenseits aller Vorstellungskraft." Zugleich hob er die Risiken hervor, die die Athleten eingehen: "Die Boxer riskieren ihr Leben. Sie bewegen sich am Rande des Abgrunds und das sorgt für ein atemberaubendes, unverfälschtes Spektakel. Die Athleten sind unglaublich."

"Con Air" war sein erster großer Actionfilm

Mit "The Grifters" (1990) vollzog Cusack den Schritt vom Teenie-Star zum ernsthaften Schauspieler. Die 1990er-Jahre verliefen für ihn zunächst wechselhaft, ehe er gegen Ende des Jahrzehnts eine Art zweite Karrierephase einleitete. 1997 drehte er "Grosse Pointe Blank", bei dem er nicht nur die Hauptrolle übernahm, sondern auch am Drehbuch beteiligt war. Das Jahr erwies sich als besonders produktiv: Cusack war in mehreren Filmen zu sehen, darunter auch im Actionhit "Con Air", seinem ersten großen Blockbuster.

Die Entscheidung, in dem Film mitzuspielen, war ein strategischer Schachzug. In einem Interview erklärte er einmal: "Als Schauspieler habe ich drei verschiedene Karrieren, die sich gegenseitig helfen. Da sind die Projekte, die ich schreibe und produziere, damit ich dann als Schauspieler darin auftreten kann. Da sind die rein künstlerischen Dinge, die ich als Schauspieler machen darf. Und dann ist da noch der 'Filmstar' - und genau diese Rolle als Filmstar hilft mir, die anderen beiden zu finanzieren."

Cusack geht gerne Risiken ein

Nach der Jahrtausendwende kehrte John Cusack zu jenem Genre zurück, das ihn einst bekannt gemacht hatte: der romantischen Komödie. Im Jahr 2000 war er in "High Fidelity" zu sehen, ein Jahr später folgten Hauptrollen in "America's Sweethearts" und "Weil es Dich gibt". Letzterer avancierte später zu einem Weihnachtsklassiker. Der Film spielt mit den Themen Schicksal, Zufall und der Frage, ob zwei Menschen füreinander bestimmt sind. Ob er selbst an solche Fügungen glaube, wurde Cusack einmal in einem Interview mit der "BBC" gefragt. Seine Antwort: "Klar. Ich habe schon oft solche glücklichen Zufälle erlebt, bei denen man jemanden trifft und ihm dann immer wieder begegnet."

Dass Cusack auch im großen Effektekino funktioniert, zeigte er 2009 in Roland Emmerichs Katastrophenfilm "2012". Darin spielte er einen geschiedenen Schriftsteller, der seine Familie vor dem globalen Weltuntergang retten will. Der Film wurde zwar von Kritikern eher gemischt aufgenommen, entwickelte sich an den Kinokassen aber zu einem weltweiten Erfolg - und zeigte Cusack noch einmal in einer klassischen Blockbuster-Hauptrolle.

Cusack hat im Laufe seiner Karriere immer wieder bewusst riskante Rollen angenommen. Dem "Guardian" sagte er dazu: "Ich halte mich für ziemlich mutig. Ich gehe Risiken ein. Wenn ich auf meine Karriere zurückblicke, kann ich auf Filme verweisen, die riskant waren." Als Beispiel nennt er den Film "Max", in dem er einen Galeristen verkörperte, der den jungen Adolf Hitler ermutigt, als Maler durchzustarten. Gerade solche Projekte hätten für ihn einen besonderen Reiz: "Ich liebe es, mich auf diese Gratwanderung einzulassen. Ich wünschte, ich könnte das öfter tun, aber ich muss das, was ich tun möchte, mit dem in Einklang bringen, was die Leute von mir erwarten."

Cusacks politischer Aktivismus

In den 2000er-Jahren stand Cusack mit renommierten Schauspielern wie Gene Hackman, Samuel L. Jackson und Diane Lane vor der Kamera. Für seine Rollen in Filmen wie "The Paperboy" (2012), "Maps to the Stars" und "Love & Mercy", die beide 2014 in die Kinos kamen, erhielt er Lob von Kritikern.

In den vergangenen Jahren ist es jedoch ruhiger um den Schauspieler geworden. Seine letzte größere Rolle liegt inzwischen einige Zeit zurück: 2020 war Cusack in der Amazon-Serie "Utopia" zu sehen. Seither sorgt er vor allem mit politischen Aussagen für Aufmerksamkeit.

Cusack kritisiert unter anderem US-Präsident Donald Trump sowie das Vorgehen der israelischen Regierung gegenüber den Palästinensern. Sein politisches Engagement hat allerdings eine längere Vorgeschichte: Bereits 2014 äußerte er Kritik an israelischen Militäreinsätzen. Für seine deutlichen Positionen erntet Cusack wiederholt Gegenwind, hält sich mit politischen Einschätzungen aber weiterhin nicht zurück.

Damit bleibt John Cusack auch jenseits der Leinwand eine eigenwillige Figur: ein Schauspieler, der sich nie ganz auf das Image des romantischen Helden oder Hollywoodstars festlegen ließ - und der bis heute bereit ist, anzuecken.

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