Jörg Kachelmann über den Fall Ulmen: "Lassen Sie mich raus"

Jörg Kachelmann wehrt sich dagegen, als Beweis dafür zu gelten, dass es Falschbeschuldigungen gibt. Für ihn sei es "bestürzend, so oft meinen Namen unter Postings zu #Ulmen zu lesen", erklärt er.
(hub/spot) |
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Jörg Kachelmann bei einem TV-Auftritt.
Jörg Kachelmann bei einem TV-Auftritt. © imago/STAR-MEDIA

Jörg Kachelmann (67) will nicht "als lebender Beleg" dafür herhalten, dass es Falschbeschuldigungen gibt. Das hat der Moderator und Wetterexperte mit einem Beitrag auf X klargestellt. "Gerade in dieser Jahreszeit ist es für mich schwierig, an 2010 zu denken und an den langen Kampf, bis die Schuld der Täterin zweifelsfrei festgestellt wurde", schreibt er in seinem Post. Kachelmann war am 20. März 2010 festgenommen worden und kam etwa vier Monate in Untersuchungshaft, seine Ex-Partnerin hatte ihn wegen angeblicher Vergewaltigung angezeigt. Kachelmann wurde am Ende freigesprochen. Das Oberlandesgericht Frankfurt entschied später, dass die Ex-Geliebte wissentlich eine unwahre Strafanzeige erstattet hatte.

In seinem aktuellen X-Post schreibt Kachelmann nun über den Fall Christian Ulmen: "Für mich ist es bestürzend, so oft meinen Namen unter Postings zu #Ulmen zu lesen und gegen meinen Willen als lebender Beleg dafür herzuhalten, dass es Falschbeschuldigungen gibt." Er lehne das ab und forderte dazu auf, "allen Frauen mit Respekt zu begegnen, die sexualisierte und andere Gewalt anzeigen".

Das "ist abseitig und falsch"

Es sei zwar für ihn "einerseits positiv, dass bei vielen Menschen angekommen ist, dass ich Opfer einer Falschbeschuldigung wurde". Dass er aber dadurch "grundsätzlich und in jedem Fall zu einem argumentativen Hindernis gemacht werden soll, wenn Frauen Gewalterfahrungen anzeigen und diese unter einen Generalverdacht gestellt werden, dass es 'womöglich wie beim Kachelmann' war, ist abseitig und falsch". Am Ende seines Beitrags heißt es: "Meine Solidarität gilt immer den Opfern, wo sie auch immer sind. Was mir passiert ist, lässt sich nicht verallgemeinern. Lassen Sie mich raus."

Die Ex-Frau von Christian Ulmen (50), Collien Fernandes (44), hatte vor wenigen Tagen in einem Bericht des "Spiegel" und später auf Instagram schwere Anschuldigungen gegen den Schauspieler erhoben. Ulmen soll angeblich über Jahre im Internet Fakeprofile seiner Ehefrau erstellt und Deepfake-Pornos verbreitet haben.

Darum geht es im Fall Ulmen

Fernandes erstattete dem "Spiegel"-Bericht zufolge Ende 2025 Anzeige in Spanien, dort hatten die beiden zuletzt gelebt. Die Vorwürfe sind dem Bericht zufolge unter anderem Anmaßung des Personenstands, öffentliche Beleidigung und Körperverletzung.

Das Gericht habe laut "Spiegel" "sogenannte Vorermittlungen eingeleitet", ob eine Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt werde, sei aktuell offen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Nach der "Spiegel"-Berichterstattung meldete sich der Anwalt zu Wort, der die presserechtlichen Interessen von Christian Ulmen vertritt. Er nannte die Berichterstattung "nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig". Man sei beauftragt worden, gegen den "Spiegel" rechtliche Schritte einzuleiten. Es handele sich zum einen in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung. Zum anderen "werden unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet".

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