Jetzt auch in Deutschland: ChatGPT führt Werbung ein

Noch können alle deutschen User ChatGPT werbefrei nutzen. Damit ist jedoch bereits in Kürze Schluss: OpenAI integriert nun auch in europäischen Ländern Anzeigen in den KI-Chatbot.
von  Franziska Wenzlick
Auch für deutsche Nutzer von ChatGPT ist die KI-Anwendung künftig nicht mehr werbefrei - es sei denn, man zahlt.
Auch für deutsche Nutzer von ChatGPT ist die KI-Anwendung künftig nicht mehr werbefrei - es sei denn, man zahlt. © iStock / hapabapa

Jahrelang galt OpenAI-CEO Sam Altman als scharfer Kritiker von Werbung in KI-Bots. Anfang des Jahres änderte der Firmenmitbegründer seine Meinung - und führte in den USA, Großbritannien und Japan Anzeigen in seinem Chatbot ChatGPT ein. Nun soll das Werbemodell auch in Deutschland Einzug halten. Geplant ist ein Start am kommendem Montag (24. August).

Von der Neuerung betroffen sind ausschließlich Nutzer des Gratis-Modells und des kostengünstigsten Tarifs "Go". Wer für seinen ChatGPT-Tarif tiefer in die Tasche greift, wird das Programm auch weiterhin ohne Werbung nutzen können. Dies gilt auch für minderjährige User. Zudem sollen temporäre Chats, die nicht im Verlauf gespeichert werden, ohne Anzeigen auskommen. Für Nutzer der kostenlosen Version besteht zudem die Möglichkeit, die Anzeigen zu entfernen. Diese Option reduziere allerdings die Anzahl der täglich nutzbaren Chats.

Anzeigen sollen sich auf Chat-Inhalte beziehen

Laut einer E-Mail, die OpenAI kürzlich an seine deutschen Nutzerinnen und Nutzer verschickte, seien die Anzeigen vorerst nicht auf die einzelnen Personen zugeschnitten - wohl aber auf den Inhalt des Chats. "Wir wählen sie anhand des aktuellen Themas Ihrer ChatGPT-Unterhaltung und begrenzter Kontextinformationen aus, wie etwa Ihrem ungefähren Standort und Gerätetyp. Wir verwenden Ihre früheren Chats oder Erinnerungen nicht, um diese Anzeigen auszuwählen", heißt es in der Mitteilung des US-Unternehmens.

Wie OpenAI zudem versichert, sollen Anzeigen immer als solche gekennzeichnet werden und keinen Einfluss auf die Antworten des Chatbots haben. Auch müssten Nutzerinnen und Nutzer nicht um den Datenschutz fürchten: Die Neuerung ziele demnach nicht darauf ab, Chat-Inhalte an Werbetreibende weiterzugeben.

Weil innerhalb der EU strengere Vorgaben als etwa in den USA gelten, musste das Unternehmen sein bisheriges Vorgehen für den europäischen Raum anpassen. So muss personalisierte Werbung immer zunächst deaktiviert sein - erst nach Zustimmung der User ist es möglich, diesen eigens auf sie zugeschnittene Anzeigen auszuspielen.

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