Jean-Paul Belmondo wird 85 - und immer noch atemlos!

Neuer Film und Memoiren: Jean-Paul Belmondo macht noch immer von sich reden. Dabei gibt Frankreichs Film-Ikone seltene Einblicke in sein Liebesleben – heute hat er Geburtstag.
| Sabine Glaubitz
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1960: Mit Jeanne Moreau in "Stunden voller Zärtlichkeit".
Arte 3 1960: Mit Jeanne Moreau in "Stunden voller Zärtlichkeit".
1969: Mit Cathérine Deneuve in "Das Geheimnis der falschen Braut".
ARD 3 1969: Mit Cathérine Deneuve in "Das Geheimnis der falschen Braut".
Acht Jahre lang ein Paar: Ursula Andress und Jean-Paul Belmondo, hier beim verlasen eines Restaurants in Rom.
dpa 3 Acht Jahre lang ein Paar: Ursula Andress und Jean-Paul Belmondo, hier beim verlasen eines Restaurants in Rom.

Er hatte sie alle: Claudia Cardinale (79), Gina Lollobrigida (90), Brigitte Bardot (83) und Jeanne Moreau (†2017): Jean-Paul Belmondo hat im Film die schönsten Frauen bezaubert, umarmt und geküsst. Doch nur mit wenigen hatte er auch im wahren Leben ein Verhältnis. Man habe ihn zwar verdächtigt, der Geliebte aller Schauspielerinnen gewesen zu sein. "Das hat aber nie gestimmt“, sagte er in einem Interview. Bis auf eine Ausnahme, wie er einräumte: Ursula Andress (82).

Er gibt Interviews, er tritt im TV auf, er schreibt seine Memoiren und dreht einen neuen Film – außer Atem ist Frankreichs Filmikone, die heute 85 Jahre wird, immer noch nicht. Regelmäßig macht er von sich reden. Dabei geht es auch häufig um das Privatleben des Schauspielers, der aus seiner Bewunderung für schöne Frauen nie ein Geheimnis gemacht hat.

Jean-Paul Belmondo: Privatleben war turbulent

Andress sei eine hyperdynamische Schweizer Tigerin gewesen, führte er in dem Interview mit der Frauenzeitschrift "Madame Figaro“ aus. Kennengelernt hatte er die heute 82-Jährige bei den Dreharbeiten zu "Die tollen Abenteuer des Monsieur L.“ von Philippe de Broca aus dem Jahr 1965. Die Beziehung mit dem ersten Bondgirl habe sieben Jahre gedauert, erklärte Belmondo, der zweimal verheiratet war. Die Beziehung zu ihr, 1966 bis 1974 haben sie zusammengelebt, sei "sehr intensiv“ gewesen.

Zu jenen, die dem charmanten Draufgänger mit dem breiten Grinsen widerstanden haben, gehört Brigitte Bardot, Ex-Leinwandstar und Sex-Symbol der 50er und 60er Jahre. Dabei hat sich Belmondo nicht unbedingt als galant und originell bewiesen. Er habe ihr bei den Dreharbeiten zu "Die Wahrheit“ aus dem Jahr 1960 mehrmals an den Busen gegrapscht, wie er letztes Jahr der Fernsehsendung "Le Grand Journal“ relativ ungeniert erzählt hat. Einmal, zweimal, dreimal, viermal, aber es habe nicht geklappt.

Neues Buch von Jean-Paul Belmondo

Etwas poetischer wirkt seine Offensive gegenüber Bardot in seinen in Frankreich 2016 veröffentlichten Memoiren. Sie habe seinen überzeugenden und glühenden Verführungskünsten widerstanden, schreibt er in dem Buch, das vor ein paar Wochen auch in Deutschland unter dem Titel "Meine tausend Leben“ erschienen ist. In dem Werk blickt Bébel, wie er von den Franzosen ja liebevoll genannt wird, auf seine Karriere und sein Leben zurück.

In wenigen Monaten wird Belmondo erneut vor der Kamera stehen. Wie er der "Le Parisien“ nach wochenlangen Gerüchten Anfang Februar bestätigt hat, sollen die Dreharbeiten zu dem Film "Le coup de chapeau“ von Fabien Onteniente im Sommer starten. In der Komödie soll Belmondo die Hauptrolle spielen.

Zuletzt war Belmondo 2008 in "Ein Mann und sein Hund“ im Kino zu sehen. In dem Film von Francis Huster spielt er einen alten vereinsamten Mann. Das war sieben Jahre nach seinem schweren Schlaganfall, den er am 8. August 2001 erlitten hatte. Seine Wiedergeburt habe er seinem Kampfgeist zu verdanken, sagte er der Zeitschrift "Madame Figaro“. Er habe zwei Jahre gebraucht, um wieder reden zu können. Belmondos Überzeugung lautet: Der Wille mache viele Dinge möglich. Nicht nur im Kino.

2002 heiratete er seine zweite Frau Nathalie, mit der er eine Tochter hat. Auch diese Ehe ist längst geschieden.

Ein Bild von ihm bleibt: Lässig, männlich und ein gaunerhaftes Lächeln auf den Lippen: So hat sich Belmondo in die Riege der beliebtesten Darsteller gespielt. Regisseure wie François Truffaut, Louis Malle und Claude Sautet rissen sich um den jugendlichen, unerschrockenen Typ in engen Jeans und knapper Jacke. Neben Alain Delon profilierte er sich zu einem der wandlungsfähigsten Darstellern in allen Genres.

Karriere von Jean-Paul Belmondo: 100 Filme, 40 Theaterrollen

Der Altstar kann auf eine atemlose Karriere mit knapp 100 Kinofilmen und mehr als 40 Theaterrollen zurückblicken. Filme wie "Und dennoch leben sie“ mit Sophia Loren, "Eine Frau ist eine Frau“, "Die Millionen eines Gehetzten“ und "Angst über der Stadt“ ließen ihn zu einer Kultfigur des französischen Kinos werden. Belmondo trat in Abenteuerfilmen wie "Cartouche“ (1962) oder "Abenteuer in Rio“ (1964) ebenso überzeugend auf wie in Actionfilmen, wobei er bei den meisten auch ohne Double auskam. In seinen Interviews erzählte er gern, dass er bereits als 15-Jähriger auf Dächer geklettert sei.

Herzensbrecher, Draufgänger, Rebell: Damit begann Belmondos Filmkarriere. Im Jahr 1959 gab Jean-Luc Godard dem damals 26-Jährigen die Hauptrolle in "Außer Atem“. Der Film ging als Meisterwerk der Nouvelle Vague in die Filmgeschichte ein und Belmondo wurde auf einen Schlag zum Leinwandstar.

Im selben Jahr heiratete er die Tänzerin Renée "Elodie“ Constant. Aus der Ehe, die 1965 geschieden wurde, gingen die drei Kinder Patricia, Florence (57) und Paul (54) hervor – der Filius versuchte sich in den 80er und 90er Jahren vergeblich als Autorennfahrer, Patricia starb 1994 bei einem Brand.

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