Jazz-Legende Sonny Rollins ist gestorben

Trauer um Sonny Rollins: Der bedeutende Jazzmusiker ist im Alter von 95 Jahren verstorben. Seine Familie teilte dazu eine Erklärung.
(ae/spot) |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Sonny Rollins prägte den Jazz über Jahrzehnte. Eine öffentliche Gedenkfeier ist laut seiner Familie nicht geplant.
Sonny Rollins prägte den Jazz über Jahrzehnte. Eine öffentliche Gedenkfeier ist laut seiner Familie nicht geplant. © imago images/MediaPunch/David Atlas

Der Jazz verliert eine seiner prägendsten Stimmen: Sonny Rollins (1930-2026) ist am Montag in seinem Haus in Woodstock im US-Bundesstaat New York gestorben, wie seine Familie mitteilte. Er wurde 95 Jahre alt. Rollins galt als einer der einflussreichsten Tenorsaxophonisten der Musikgeschichte.

In seiner mehr als sechs Jahrzehnte umspannenden Karriere veröffentlichte der Musiker mehr als 60 Alben. Kompositionen wie "St. Thomas", "Oleo", "Doxy" und "Airegin" sind längst Teil des Jazzkanons. Den Grundstein für seinen Ruf legte er früh: In der High School nahm ihn Thelonious Monk unter seine Fittiche, die beiden nahmen später gemeinsam Musik auf. Rollins spielte außerdem mit Größen wie Charlie Parker, Ornette Coleman, Dizzy Gillespie, Max Roach und Miles Davis - mit Letzterem entstanden die Alben "Dig", "Collectors' Items" und "Bags' Groove".

"Saxophone Colossus" - sein Meisterwerk

Das Album, das Rollins' Ruf als Bandleader bis heute definiert, nahm er 1957 auf: "Saxophone Colossus" wurde 2017 von der Library of Congress in das National Recording Registry aufgenommen. In der Begründung hieß es, die Soli zeichneten sich durch "Kraft, Eleganz und Humor" aus. Auch wer mit Jazz wenig anfangen kann, kennt wahrscheinlich ein Werk von Rollins: Das schwungvolle Saxofonsolo am Ende des Rolling-Stones-Klassikers "Waiting on a Friend" stammt von ihm.

Stones-Schlagzeuger Charlie Watts, selbst mit Jazz aufgewachsen, verehrte Rollins nach eigenem Bekunden zutiefst. "Wenn er da steht und spielt, gibt es keinen Saxophonisten, der ihn nicht voller Ehrfurcht anschaut", sagte Watts im Jahr 2010. "Er ist immer noch auf dem Höhepunkt seines Könnens. Es ist eine große Inspiration, dass es eigentlich kein Zeitlimit gibt, aber nur sehr wenige Menschen können auf diesem Niveau spielen."

Auszeichnungen und Abschied von der Bühne

Rollins beendete seine aktive Musikerlaufbahn im Jahr 2014. Die Anerkennung für sein Schaffen hatte er da längst erhalten: 2004 wurde ihm ein Grammy für sein Lebenswerk verliehen, 2010 die National Medal of Arts. Im Jahr 2011 ehrte ihn Präsident Barack Obama gemeinsam mit Yo-Yo Ma, Neil Diamond und Meryl Streep mit dem Kennedy Center Honor.

Mit der Bekanntgabe seines Todes wurde auch ein Zitat von Rollins aus dem Jahr 2009 veröffentlicht, das seinen Blick auf Kreativität und das Leben jenseits des Diesseits beschreibt: "Ich glaube, wenn der kreative Mensch stirbt, lebt er im nächsten Leben weiter. Ich bin ein Mensch, der glaubt, dass dieses Leben nicht das Ende von allem ist. Ein spiritueller Mensch empfindet das nicht so."

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.