Sinnkrise bei Jan Ullrich: Radsportler erzählt von "Absturz" und Depressionen

Jan Ullrich gilt als echte Radsportlegende. 1997 gewann er die "Tour de France", was bislang keinem anderen Deutschen gelang. Doch im Leben des Sportlers gab es auch viele Tiefpunkte – und Negativschlagzeilen, die sein Image trübten. Jetzt spricht Ullrich über sein Comeback nach einer besonders schweren Zeit.
Eva Meeks
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Jan Ullrich erinnert sich an dunkle Momente zurück.
Jan Ullrich erinnert sich an dunkle Momente zurück. © imago/StefanSchmidbauer

Jan Ullrich (52) dürfte jedem ein Begriff sein, der sich für den Radrennsport interessiert. Zum einen, weil der gebürtige Rostocker beeindruckende Erfolge, wie den Sieg der "Tour de France" 1997, erzielen konnte. Zum anderen, weil er in einen sehr medienwirksamen Doping-Skandal verwickelt war. Jetzt spricht Jan Ullrich ganz offen über seinen tiefen Fall – und erzählt auch, was ihm neue Hoffnung schenkte.

Jan Ullrich reflektiert: "Mein absoluter Absturz"

Seit Mai 2025 moderiert Jan Ullrich zusammen mit seinem Radsportkollegen Rick Zabel (32) den Podcast "Ulle & Rick". Darin teilen die Ex-Profis Anekdoten aus ihrer aktiven Zeit und begleiten das aktuelle Radsportgeschehen. Nach vielen Negativschlagzeilen sowie Alkohol- und Drogenproblemen war die Rückkehr in die Öffentlichkeit für Jan Ullrich nicht selbstverständlich. "Auf alle Fälle ist es eine Art Comeback", sagt er jetzt in der Talk-Sendung "Riverboat".

Denn Jan Ullrich erinnert sich auch an düstere Zeiten zurück: "Mittlerweile ist es ja jetzt schon sieben Jahre her, also mein absoluter Absturz", erzählt er. "Ich habe mich wieder hochgekämpft, ich fühle mich wieder wohl, ich habe rausgelassen, was mich so viele Jahre belastet hat." Seine Erfahrungen in einer Doku, einem Buch und in dem Podcast zu teilen, habe sich als heilsam für den 52-Jährigen herausgestellt: "Damit kam auch so ein bisschen die Leichtigkeit in mein Leben zurück."

Mit seinem Radsport- und Podcastkollegen Rick Zabel (re.) war Jan Ullrich bei "Riverboat" zu Gast.
Mit seinem Radsport- und Podcastkollegen Rick Zabel (re.) war Jan Ullrich bei "Riverboat" zu Gast. © imago/star-media

"Tour de France"-Sieger: "Dadurch wurde ich auch depressiv"

Die vielen neuen Projekte hätten Jan Ullrich zwei wertvolle Dinge zurückgegeben: Sinn und vor allem seine Identität. "Die hatte ich vorher verloren und dadurch wurde ich auch depressiv und alles", schildert er. "Aber ich glaube, das habe ich sehr, sehr gut mittlerweile hinter mir gelassen." Daher möchte sich der vierfache Vater über frühere Fehler auch nicht mehr den Kopf zerbrechen: "Ich bin eigentlich ein Typ, der nicht so in der Vergangenheit lebt. Also ich lebe eigentlich im Hier und Heute und versuche immer, so ein bisschen vorzudenken."

Hilfe bei Depressionen bietet die Telefonseelsorge unter der kostenlosen Rufnummer: 0800/111 0 111

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