Jan Böhmermann beendet das "ZDF Magazin Royale"

Nach 13 Jahren unter verschiedenen Sendetiteln kommt für Jan Böhmermanns ZDF-Satireshow das Aus. Der Moderator will "noch mal eine andere Sendung machen". Der Sender hofft auf eine weitere Zusammenarbeit.
Jens Szameit |
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Jan Böhmermann will das "ZDF Magazin Royale" nur noch bis Dezember moderieren.
Jan Böhmermann will das "ZDF Magazin Royale" nur noch bis Dezember moderieren. © ZDF / Jens Koch

Die Sendung sorgte für Schlagzeilen und Kontroversen wie kaum eine zweite im deutschen Fernsehen der vergangenen Jahre: Im Dezember aber will Jan Böhmermann das Kapitel "ZDF Magazin Royale" schließen. Das bevorstehende Aus der investigativen Satireshow bestätigte das ZDF am Freitag (18.9.) in einer Mitteilung. Zugleich verkündete der Sender, mit dem 45-jährigen Moderator über neue Konzepte zu sprechen.

"Ich möchte noch mal eine andere Sendung machen", wird Böhmermann in der Mitteilung zitiert. ZDF-Programmdirektorin Nadine Bilke würdigt die Show mit den Worten: "Mit seiner Mischung aus Satire und Investigation stößt das ZDF Magazin Royale regelmäßig wichtige Diskurse in der Öffentlichkeit an - und ist zu Recht preisgekrönt. Umso mehr würden wir uns freuen, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Jan Böhmermann im ZDF fortzusetzen und gemeinsam ein neues Show-Kapitel aufzuschlagen."

Mit seiner "Schmähkritik" löste Jan Böhmermann einen diplomatischen Eklat aus

Mit seiner Satireshow war Jan Böhmermann erstmals im Jahr 2013 beim Spartenkanal ZDFneo auf Sendung gegangen, damals noch unter dem Titel "Neo Magazin". Später wurde daraus das "Neo Magazin Royale". 2020 erfolgte der Wechsel ins ZDF-Hauptprogramm, wo das "ZDF Magazin Royale" derzeit am späten Freitagabend ausgestrahlt wird.

Für starke Einschaltquoten im linearen Fernsehen sorgte die Sendung allerdings nur bedingt. Vielmehr stieß die in der Mediathek stark rezipierte Sendung immer wieder Diskurse in klassischen und sozialen Medien an. Für den unter dem Schlagwort "Varoufake" bekannt gewordenen Coup rund um eine vermeintlich gefälschte Mittelfingergeste des damaligen griechischen Finanzministers Jannis Varoufakis gab es den Grimme-Preis. Die "Schmähkritik" am türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan führte 2016 zu einer diplomatischen Krise - sowie später zur Abschaffung des sogenannten "Majestätsbeleidigungsparagraphen".

Zuletzt mehrten sich allerdings auch kritische Stimmen zu den investigativen Recherchen, die Grundlage vieler Ausgaben der Satireshow waren - etwa im Zusammenhang mit der Abberufung des BSI-Präsidenten Arne Schönbohm. Insgesamt wurden bislang laut ZDF 187 Sendungen produziert. Neben dem Grimme-Preis wurde die Produktion unter anderem auch mit dem Deutschen Fernsehpreis und dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichnet. Über das Ergebnis der derzeit laufenden Gespräche zwischen Moderator und Sender wolle man "zu gegebener Zeit informieren".

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