"Jackass"-Star Johnny Knoxville begegnete dem Tod schon mehrfach

Er ist auch Schauspieler und Filmproduzent. Die meisten Menschen dürften Johnny Knoxville (55) aber vor allem als Gesicht der Anarcho-Schmerz-Comedy-Reihe "Jackass" kennen. Seit rund 25 Jahren stürzen sich Knoxville und Kollegen wie Steve-O (52) oder Chris Pontius (51) darin in absurde, oft gefährliche Stunts - ganz im Sinne des Titels, der sinngemäß "Idiot" bedeutet. Doch auch Knoxville hat inzwischen offenbar genug eingesteckt.
Am 25. Juni erscheint mit "Jackass: Einer geht noch" ein neuer Film der "Idioten"-Truppe in den deutschen Kinos. Es soll ein letztes Hurra auf der großen Leinwand werden. Nach der ursprünglichen Serie, die Knoxville Anfang der 2000er-Jahre bekannt machte, und mehreren Kinofilmen steht nun offenbar der Abschied an - und damit hoffentlich auch das Ende zahlreicher Blessuren. Ein Überblick über einige der schlimmsten Verletzungen, die Knoxville für "Jackass" in Kauf genommen hat.
Mindestens 16 Gehirnerschütterungen
Weil er in quasi allem schlecht gewesen sei, habe er sich damals für Stunts entschieden, erzählte Knoxville im Januar 2026 im Gespräch mit "Syndicate X Library". "Denn niemand möchte sehen, wie jemand einen Stunt schafft. Zumindest ging es mir so. Sie sind nur gut, wenn sie fehlschlagen. Also ja, ich habe eine Karriere aus dem Scheitern gemacht." Im selben Interview machte Knoxville jedoch deutlich, wo für ihn inzwischen die Grenze liegt: Stunts, bei denen er eine Gehirnerschütterung riskieren könnte, seien für ihn nicht mehr möglich. In diesem Punkt habe er sein Limit längst überschritten. Alles andere sei ihm egal - nur am Kopf dürfe er nicht mehr getroffen werden.
Bereits im Jahr 2022 erzählte er "Entertainment Weekly", er gehe davon aus, sich bis nach den Dreharbeiten zu "Jackass Forever" über die Jahre 16 Gehirnerschütterungen zugezogen zu haben - vielleicht auch 17, so genau könne er das nicht mehr sagen. "Ich darf mir keine Gehirnerschütterungen mehr erlauben", sagte er damals. Er habe schon so viele gehabt und die zu diesem Zeitpunkt letzte sei besonders schlimm gewesen. "Ich habe Kinder und möchte für sie da sein, wenn sie älter werden. Hoffentlich muss ich in zehn Jahren nicht meine Suppe durch einen Strohhalm schlürfen", scherzte Knoxville.
Durchbruch des Augenhöhlenbodens
Im Interview mit dem deutschen "Spiegel" gerade danach gefragt, ob er über seine Verletzungen Buch führe, gab sich Knoxville gewohnt lässig. "Ich nicht, aber wenn ich zum Arzt gehe, liegt dort eine Liste mit allen Knochenbrüchen, dem Durchbruch des Augenhöhlenbodens - das ganze tolle Zeug", erwiderte Knoxville. Weder er noch sein Arzt hätten die Zeit, "das jedes Mal neu aufzuzählen".
Den Durchbruch des Augenhöhlenbodens zog sich Knoxville beim Dreh der 2018 erschienenen Komödie "Action Point" zu. Damals stürzte er auf das Gesicht. Neben einer Gehirnerschütterung, durch die er keine Erinnerung an den Vorfall mehr hatte, erlitt er auch die schwere Verletzung am Auge. Bemerkt wurde sie offenbar erst später: Nachdem er aus der Notaufnahme entlassen worden war, putzte er sich im Hotel die Nase - und sein linkes Auge sprang heraus, wie Knoxville "Entertainment Weekly" berichtete. Einer der umliegenden Knochen sei laut seinen Ärzten "nicht gebrochen, sondern einfach zu Staub zerfallen. Er war verschwunden".
Der Stunt, nach dem er "nicht ganz bei sich" war
Für "Jackass Forever" stellte sich Knoxville einem Bullen - einem der wohl gefährlichsten Stunts seiner Karriere. Laut der britischen "GQ" passierte der Unfall beim zweiten Take. Knoxville wurde von dem Tier in die Luft geschleudert und landete abermals auf seinem Kopf. Und erneut zog er sich eine Gehirnerschütterung zu. Daneben erlitt der heute 55-Jährige auch eine Hirnblutung, ein gebrochenes Handgelenk sowie eine gebrochene Rippe. Sein Kollege Pontius berichtete kürzlich dem Magazin: "Mir war nicht klar, wie schlimm es war. Ich glaube, das war niemandem klar. Denn wir hatten schon oft miterlebt, wie er Gehirnerschütterungen erlitten hatte." Diesmal sei es jedoch anders gewesen: Knoxville sei mehrere Monate lang "nicht ganz bei sich" gewesen. Er selbst berichtete, er habe seinem eigenen Gehirn sechs Monate lang nicht vertrauen können.
Im Gespräch mit Howard Stern (72) erzählte der "Jackass"-Star schon im Jahr 2022, dass er bei dem Bullen-Stunt seinen vielleicht schlimmsten "Treffer" einstecken musste. Seine "kognitiven Fähigkeiten" seien danach regelrecht eingebrochen. Bei einem Test eines Neurochirurgen habe er nur 17 von 100 möglichen Punkten erreicht.
Auch psychisch hatte der Unfall Folgen. Knoxville entwickelte nach eigenen Angaben Depressionen, wurde erstmals in seinem Leben mit Antidepressiva behandelt und begann eine Therapie. Die Genesung sei "wirklich schwierig" gewesen.
Der Mann, der dem Tod von der Schippe springt
All das ist nur ein Auszug aus der Krankenakte Knoxvilles. Wie viele Brüche er sich schon zugezogen hat? Wer weiß das schon so genau. Wie oft er schon beinahe gestorben wäre? Auch das kann vermutlich weder er noch irgendjemand anders sagen. Über die Jahre hat Knoxville zumindest immer wieder betont, dass er sich der Risiken durchaus bewusst ist und einfach Glück hatte.
Ebenfalls im Jahr 2022 gestand er etwa dem britischen "Guardian" auf die Frage, ob er Angst vor dem Sterben habe: "Ich habe Angst, aber ich weiß, wie ich damit umgehen kann. Ich wäre im Laufe der Jahre bei 'Jackass' schon ein paar Mal fast ums Leben gekommen. Aber ich bin immer noch hier." Alpträume bezüglich seiner Stunts habe er nicht. Er lache oder kichere im Schlaf sogar. Wirklich Angst habe er stattdessen eher um seine Familie, dass seinen Kindern etwas passieren könnte. "Ich bin doch in erster Linie Vater, oder? Und ich mache mir Sorgen um sie. Das macht mir Angst", sagt Knoxville.
Seit November 2025 ist er mit seiner Partnerin Emily Ting verheiratet. Für ihn ist es die dritte Ehe. Seine erste mit Melanie Lynn Clapp wurde laut unterschiedlicher Medienberichte im Jahr 2008 oder 2009 geschieden. Mit seiner zweiten Ehefrau Naomi Nelson war er seit 2010 verheiratet, die Scheidung reichten sie 2022 ein. Knoxville hat drei Kinder. Seine Tochter Madison stammt aus der Ehe mit Clapp und wurde 1996 geboren. Mit Nelson hat er seinen 2009 geborenen Sohn Rocko und seine Tochter Arlo, die 2011 zur Welt gekommen ist.