Isabel Garcia: So finden Sie das perfekte Valentinstag-Geschenk

Kommunikationsspezialistin Isabel Garcia erklärt im Interview, was dran ist an den Geschlechter-Klischees - und wie man seinem Liebsten an Valentinstag eine Freude macht.
| (hub/spot)
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Kommunikationsspezialistin und Bestellerautorin Isabel Garcia ("Ich rede") hat sich in einer 26-teiligen Podcast-Reihe der Männer- und Frauensprache angenommen. Wie man seinem Partner am Valentinstag eine Freude bereiten kann und was dran ist an den Klischees über die Geschlechter, verrät sie im Interview mit spot on news.

Wollen Sie wissen, was Frauen sich zum Valentinstag wünschen?

 

Am 14. Februar steht mit dem Valentinstag wieder der Tag der Verliebten an. Wie sage ich meinem Partner am schönsten, was er mir bedeutet?

 

Isabel Garcia: Indem ich der Person in die Augen schaue und es einfach sage. Deshalb sind am Valentinstag die einfachsten Dinge die schönsten: Es müssen keine teuren Rosen oder Pralinen sein. Wie wäre es stattdessen mit einem liebevoll geschriebenem Post-it am Kühlschrank oder einem Ausflug mit dem oder der Liebsten. Nehmen Sie sich Zeit füreinander und stehen Sie zu Ihren Gefühlen. Sagen Sie klar: "Ich Liebe. Ich verbringe gerne Zeit mit dir. Es ist schön, dass du in meinem Leben bist." Hoffen Sie nicht auf die telepathischen Fähigkeiten des Anderen.

 

Was sind die drei größten Mythen in Sachen Kommunikation zwischen Mann und Frau und was ist von ihnen zu halten?

 

Garcia: Klischee eins: Männer reden nicht über ihre Gefühle. Das ist ein Mythos, der auf den ersten Blick stimmt - allerdings eher im privaten Bereich. Klischee zwei: Männer reden weniger als Frauen. Laut einer neuen Studie sprechen Männer und Frauen gleich viel - und zwar im Schnitt 16.000 Wörter am Tag. Der Unterschied: Frauen reden häufiger über Gefühle, über Privates, Männer vermehrt über Berufliches. Klischee drei: Frauen können ihre Gefühle und Wünsche nicht äußern. Das entspricht häufig der Realität. Sie gehen einfach davon aus, dass das männliche Gegenüber von selbst darauf kommt.

 

Die erste Kontaktaufnahme bei der Partnersuche findet heutzutage häufig online statt. Was muss ich hier beachten?

 

Garcia: Das Wichtigste ist, ehrlich zu sein. Sich zu zeigen, wie man ist. Denn spätestens beim ersten Kennenlernen fliegt der Schwindel auf. Das heißt auch, vermeintliche Schwächen nicht zu verschweigen: Wer zickig ist, sollte dies auch beim Chatten zeigen. Sie sind ein Macho und stehen dazu? Dann sprechen Sie es bei den ersten Nachrichten an oder schreiben es in Ihr Profil. Damit werden Sie zwar einige Interessierte verprellen, aber diejenigen, die damit klar kommen oder das sogar mögen, die werden bleiben. Häufig wird online eine Scheinwelt aufgebaut und danach ein persönliches Treffen gescheut. Weshalb? Das Traumbild hält der Realität nicht stand.

 

Vor allem beim ersten Date kommt es dann darauf an, was man sich zu sagen hat. Wie verkauft man sich beim ersten Aufeinandertreffen richtig?

 

Garcia: Ich empfehle, das erste Date wie ein berufliches (Netzwerk-)Treffen zu handhaben: Dem Gegenüber das Rampenlicht überlassen. Interesse zeigen, neugierig sein, ihn erzählen lassen und dabei erforschen, ob er oder sie ein potentieller Partner sein könnte. Häufig sind wir zu sehr darauf aus, uns selbst zu verkaufen und geben unserem Gegenüber kaum Raum. Auch beruflich ist es sinnvoll, den Gesprächspartner reden zu lassen und ihm aufmerksam zuzuhören. Im passenden Moment kommt man dann auch zum Zug.

 

Nicht nur in der Liebe ist Kommunikation wichtig. Haben Sie drei allgemeine Tipps, wie man im Job Kommunikationsfallen umgeht?

 

Garcia: Erstens: Neugierig sein. Nicht sofort urteilen, sondern hinterfragen. Zweitens: lieben. Jeder möchte sich geliebt fühlen. Und drittens: Den Unterschied anerkennen. Beispielsweise denken Frauen beim Sprechen. Für Männer bedeutet das, sie am besten ausreden zu lassen, anstatt Ratschläge und Tipps zu geben, die vielleicht wenig gut ankommen oder nicht erwünscht sind. Männer hingegen mögen klare Worte - Frauen sollten sich also auf das Wesentliche konzentrieren und Emotionales möglichst weglassen.

 

"Gut reden kann jeder", sagen Sie als Kommunikationsspezialistin und Bestellerautorin. Wie überzeugen Sie Ihre Zuhörer davon?

 

Garcia: Ich zeige ihnen, dass sie nichts hinzulernen müssen. Jeder kann überzeugend reden. Manche vielleicht nur privat, in einem geschützten Raum - doch sie können es. Daher sollte jeder überlegen, wo er bisher gut und überzeugend reden konnte, dann das Muster erkennen und es im letzten Schritt in einer anderen Situationen umsetzen. Ich hatte zum Beispiel mal einen Manager, der in schwierigen beruflichen Situationen häufig Atemprobleme bekam. Beim Gespräch fand ich heraus, dass er gerne Golf spielt und dort beim Abschlag wunderbar atmen kann. Also haben wir erst einmal geübt: mental den Abschlag machen und dann reden. So einfach es sich anhört, das hat ihm immens geholfen. Seitdem bekommt er in jeder kniffligen Situation eine entspannte Atmung hin wie beim Golfen.

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