Irgendwas ist anders: Dieses Videospiel diente als Vorlage zum Kino-Überraschungs-Hit "Exit 8"

Wie bei "Backrooms" spielt auch die Horror-Mystery "Exit 8" mit der Faszination von sogenannten "liminalen Räumen", also Schwellen-Orten, die hinter der scheinbaren Monotonie eines Ortes surreale Geheimnisse unter ihrer Oberfläche verbergen.
Das Szenario des Kinofilms basiert auf dem mit der Unreal Engine 5 erstellten Videospiel "The Exit 8". Die Walking-Simulation in Ego-Perspektive aus dem Jahr 2023 stammt von dem japanischen Indie-Studio Kotake Create - ein Ein-Mann-Unternehmen. Ohne Intro, Story oder Dialoge verbleiben Spieler von Anfang an in dem Passagierdurchgang einer namenlosen japanischen U-Bahn-Station. Es scheint allerdings keinen Ausgang zu geben. Der Protragonist ist scheinbar in einer Zeitschleife gefangen. Doch der weiß geflieste Ort des Geschehens kann wie ein Escape Room verlassen werden.
Die Kulisse bleibt nahezu unverändert, doch gilt es, genau hinzusehen, um Hinweise für den Ausgang 8 aus der albtraumhaften Untergrundpassage zu finden. Das Gameplay ist ebenso simpel wie packend: Es gilt, mit geschärftem Blick auf kleine Änderungen und Anomalien zu achten. Entdeckt man eine, muss man umkehren. Nicht das erste Spiel, das diese idee umsetzt, doch "The Exit 8" wird mit einer Gesamtzahl von 10.802 Rezensionen "sehr positiv" beurteilt.
Minimalismus trifft auf Achtsamkeit
Sind Werbeposter und Sicherheitshinweise an den Wänden versteckte Hinweise? Verschlossene Türen tauchen ebenso immer wieder auf wie ein Mann mit Aktenkoffer, der stumm am Spieler vorbeigeht ...
Was das Spielerlebnis von "The Exit 8" trotz der minimalistischen Handlung und der monotonen Kulisse besonders intensiv macht: Durch die klare Aufgabenstellung sind die Spieler gezwungen, das Ambiente besonders achtsam wahrzunehmen. Genau das Gegenteil also von dem, wie Menschen im hektischen Alltag des wahren Lebens durch eine U-Bahn-Station eilen, ohne nach links oder rechts zu schauen. Auch erinnert die Monotonie des Ortes mit seinen ewigen Wiederholungen an den Alltagstrott, aus dem wir bisweilen ausbrechen wollen, wenn wir uns dessen gewahr werden.
Der Film zum Spiel
Während andere Games auf abwechslungsreiche Kulissen, eine erwachsene Story und psychologisch durchdachte Charaktere setzen, kommt das Indie-Spiel "The Exit 8" mit nur einem einzigen Schauplatz aus und bietet weder eine komplexe Geschichte noch einen einzigen Dialog. Umso bemerkenswerter, dass es Regisseur Genki Kawamura gelang, aus diesen minimalistischen Zutaten einen Horrorstreifen in Spielfilmlänge zu basteln.
Der namenlose Protagonist wird von Kazunari Ninomiya gespielt. Nach einer Zugfahrt, die im Spiel nicht vorkam, erhält er einen Anruf von seiner Ex-Freundin, die ihn über ihre Schwangerschaft informiert. Ab da wird es surreal und albtraumhaft, denn der U-Bahn-Korridor wird bis auf wenige Veränderungen immer wieder erlebt.
Fans des "Backrooms"-Universums werden auch mit dieser Spiele-Adaption ihre schaurig-schöne Freude haben. Die Spiele-Adaption ist seit 13. August in den deutschen Kinos zu sehen und wird von der Kritik gefeiert.