Interview

Ilona Grübel: Neugierig auf die 70

Ilona Grübel ("Die Schwarzwaldklinik") feiert am heutigen Mittwoch Geburtstag - anders als geplant. In der AZ spricht die Schauspielerin über ihre Kampfsport-Liebe.
| Daniela Schwan
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Ungewöhnliche Frau: Die Münchner Schauspielerin Ilona Grübel mag Kampfsport, Schnupftabak und das Oma-Sein.
Ungewöhnliche Frau: Die Münchner Schauspielerin Ilona Grübel mag Kampfsport, Schnupftabak und das Oma-Sein. © Tobias Hase/dpa

München - Sie begann bereits mit acht Jahren für den Hörfunk zu arbeiten, und im Alter von zwölf Jahren hatte Ilona Grübel ihre ersten Auftritte vor der Kamera.

1968 erhielt Ilona Grübel das Filmband in Gold für die Darstellung der Judith in der Strindberg-Verfilmung "Paarungen" von Michael Verhoeven - die damals 17-Jährige wurde so zur jüngsten Trägerin des Bundesfilmpreises.

AZ: Liebe Frau Grübel, wie feiern Sie die 70?
ILONA GRÜBEL: Eigentlich war geplant, dass ich in Südfrankreich bin und die Familie am Geburtstag kommt. Corona-bedingt musste umgeplant werden. Nach langem Grübeln kam raus: Wir machen hier genau das, was wir in Südfrankreich getan hätten. lm kleinen familiären Kreis verbringen wir einen "Alltagstag erster Klasse" miteinander - gondeln durch die Gegend, kochen gemeinsam bei mir. Unter anderem habe ich mir eine hausgemachte Sauce béarnaise gewünscht.

Ist der 70. ein Tag für Sie, um melancholisch zu werden?
Einerseits führt mir mein Kopfkino immer mal Bilder vor, die ich mit 35 und 40 darüber produziert habe, wie mir die Generation meiner Eltern vorgekommen ist, als sie 70 wurde. Diese Bilder sind in mir lebendig geblieben, scheren sich um ihr Überholtsein wenig - andere Generation! -, stülpen sich zu verschiedenen Gelegenheiten ungefragt über mein Lebensgefühl und scheuchen mich durchaus um und auf. Andrerseits stelle ich fest, dass meine Lebensfreude zugenommen hat und ein Gefühl von Dankbarkeit-für-das-in-der-Welt-sein-dürfen. lch bin sieben mal zehn Jahre am Leben, und das freut mich zunehmend mehr. Ich bin neugierig darauf, wie ich meinen Weg des Siebzig-Seins gestalten werde.

Ilona Grübel: Deshalb bin ich ungeduldig

Werden Sie gelassener?
Ich merke nix davon. lch habe festgestellt, dass ich langsamer werde, für vieles länger brauche. Das macht mich eher ungeduldig mir selbst gegenüber.

Sind Sie traurig, dass für Sie nach 16 Jahren Schluss ist als Kriminalrätin Evelyn Kreiner bei der "SOKO 5113"?
lnzwischen nicht mehr. Aber als wir letztes Jahr aus heiterem Himmel und angesichts schönster Einschaltquoten erfuhren, dass die Produktion der Serie innerhalb einiger Wochen, also ratzfatz, eingestellt wird, war das für uns alle ein Schock. Das negative Feedback der Zuschauer auf diese Entscheidung des Senders war zahlreich und heftig. Daraufhin wurde beschlossen, einen Abschlussfilm zur Serie zu drehen, der diesen Winter zum Serienende ausgestrahlt wird.

"Schwarzwaldklinik": Ilona Grübel (in Blau) 1986 mit den Kollegen - darunter Sascha Hehn (2. v. l.).
"Schwarzwaldklinik": Ilona Grübel (in Blau) 1986 mit den Kollegen - darunter Sascha Hehn (2. v. l.). © picture alliance / dpa

Haben Sie noch Kontakt zu Ihrem TV-Ehemann Sascha Hehn aus der "Schwarzwaldklinik"?
Kontakt ist ein großes Wort, wir haben uns zuletzt vor Jahren bei Markus Lanz getroffen. Da konnte ich deutlich mehr mit ihm anfangen als während seiner jugendlichen Rolex-Porsche-Macho-Phase. (lacht)

Ilona Grübel: "Ich bin die schlimmste Oma von allen"

Ungewöhnlich: Sie mögen Schnupftabak und Kampfsport. Wie kommt's?
Eine echte Sucht. lch schnupfe schon lange, es ist Nikotin, man schadet aber niemanden damit. Der Bayer ist bekannt dafür, bloß bei Frauen sieht man's bisher selten. Und Taekwondo hat bei mir eine lange On-Off-Geschichte, die begann, als ich 27 war. Heute trainiere ich mit großer Freude zwei bis drei Mal die Woche.

Ihr Geburtstagswunsch?
Den haben mir meine Tochter Yella und mein Schwiegersohn erfüllt: Ich wollte gerne Großmutter werden. Seit 16 Monaten ist Adrian Yannic auf der Welt, und ich darf seine Omalona sein. Früher fand ich diese verzückten Omas immer merkwürdig. Was soll ich sagen: Ich bin die Schlimmste von allen!

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