"Ich würde meine Hochzeit auf keinen Fall selbst planen": So träumt Hochzeitsplaner Froonck vom "großen Tag"

Blumen, Budget und Bräute -für einen Hochzeitsplaner gibt es kurz vor dem großen Tag viel zu tun. Frank, "Froonck", Matthée gründete bereits 2002 seine eigene Agentur für Hochzeitsplanung. Jeder, der sich selbst als Vollblut-Romantiker bezeichnet, dürfte den sympathischen TV-Star spätestens seit seiner Moderation der VOX-Sendung "4 Hochzeiten und eine Traumreise" (2012 bis 2021) kennen. Nach fünf Jahren Pause wagt sich der Maestro der Hochzeiten nun mit dem neuen Factual-Programm "Duell der Hochzeitsprofis" (sonntags, ab 6. September, 14.00 Uhr, sechs Folgen, ZDF) zurück auf die Showbühne. Darin stürzt sich der58-Jährige in Battles um Hochzeitsaufträge. Gemeinsam mit seinen vier Mitstreitern setzt er alles daran, "allen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern", wie er im Interview anlässlich des Starts der neuen Sendung betont. Die ersten Folgen sind ab Freitag, 4. September, um 10.00 Uhr, auf ZDF.de verfügbar.
teleschau: Was sind die aktuellen Trends, die Brautpaare nicht verpassen sollten?
Froonck: Schon vor einigen Jahren habe ich mich entschieden, nicht mit Trends zu arbeiten und sie auch nicht zu propagieren. Seit ich 2002 anfing, lege ich viel Wert darauf, mich von dem einen oder anderen Hype abzuheben. Im Zentrum stehen für mich stets die Individualität sowie die Wünsche, Träume und Bedürfnisse der beiden Hauptpersonen. Daraus versuche ich, etwas Neues zu kreieren, statt Trends hinterherzujagen, die gerade auf Social Media präsent sind. Copy-Paste lehne ich ab. Ich kann nicht einfach sagen: "Jetzt sind riesige Blumenbouquets angesagt, also müssen sie in diese Location hinein, egal, ob sie dazu passen oder nicht." Manchmal braucht ein Ort Zurückhaltung, manchmal Farbe und manchmal eben Wumms. Am Ende muss einfach das Gesamtkonzept stimmen.
teleschau: Woher rührt nun das TV-Comeback nach fünf Jahren Pause?
Froonck: Die liebe RedSeven-Produktion hat mich letztes Jahr für das ZDF angefragt, ob ich nicht bei dem neuen Format teilnehmen möchte. Da ich bekanntlich sehr offen, neugierig und experimentierfreudig bin, habe ich gesagt: "Warum nicht?" Ein neues Format auszuprobieren, das es noch nicht gibt, bedeutet zwar, dass es noch keine Erfahrungswerte gibt. Aber ich springe gerne in kaltes Wasser und bin gerne mutig.
teleschau: Etwas, das Sie von anderen Weddingplanern unterscheidet?
Froonck: Ich denke, ja. Und dass ich seit Jahren im Geschäft bin, liegt an meinem großen Einfühlungsvermögen, meiner enormen Kreativität und meinem Gespür für das richtige Timing. Den perfekten Tagesablauf zu haben, sich selbst gut zu organisieren, am großen Tag entspannt zu sein, immer fröhlich zu sein und allen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, ist das A und O.
"Die Idee der Ehe, von Zusammenhalt und Verbindlichkeit, wird für mich nie an Bedeutung verlieren"
teleschau: Wie schätzen Sie Ihre Chancen auf den Sieg in den einzelnen Folgen ein?
Froonck: Ich bin ja sehr selbstbewusst und sage: "Sehr gut." Ich durfte schon unglaublich tolle Hochzeiten organisieren und großartige Brautpaare begleiten. In diesem Fall geht es mir darum, mich im Battle zu beweisen und den jeweiligen Paaren besser gerecht zu werden als der Wettbewerber. Das ist immer wieder eine Herausforderung. Meine Liebe für diesen Beruf regelt den Rest.
teleschau: Was rechnen Sie sich für Chancen für das Format aus?
Froonck: Ich denke, dass das Format sehr gut funktionieren wird. Es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich Planer an denselben Auftrag herangehen, welche Ideen sie entwickeln und für wen sich das Paar am Ende entscheidet. Interessant ist natürlich auch, ob das Konzept bei der Hochzeit genauso funktioniert wie zuvor in der Präsentation. Und für alle, die selbst heiraten möchten, ist das sicherlich eine große Quelle für Inspiration, alle anderen dürfen von Traumhochzeiten träumen.
teleschau: Allerdings wird immer weniger geheiratet. 2024 wurden in Deutschland nur noch rund 349.000 Ehen geschlossen - so wenige wie schon sehr lange nicht mehr. Sie leben beruflich davon, dass Menschen "Ja" sagen: Verliert die Ehe für jüngere Generationen tatsächlich an Bedeutung?
Froonck: Große Sorgen mache ich mir nicht, schließlich bin ich seit 24 Jahren gut im Geschäft. Natürlich verändern sich gesellschaftliche Vorstellungen. Einerseits gibt es neokonservative Strömungen wie die Tradwives, die wieder stärker in Richtung Ehe führen. Andererseits haben wir heute zum Glück die Freiheit, in ganz unterschiedlichen Formen zusammenzuleben - auch ohne Trauschein. Aber die Idee der Ehe, von Zusammenhalt und Verbindlichkeit, wird für mich nie an Bedeutung verlieren. Auch eine freie Trauung ohne religiöse oder rechtliche Konsequenzen kann dieses Versprechen symbolisieren. Das menschliche Ur-Bedürfnis nach Nähe, Liebe und Verbundenheit wird bleiben. Und genau deshalb schaffen Hochzeiten und auch solche Sendungen einen Raum für Romantik und den Wunsch, diese Verbindung zu feiern.
teleschau: Würden Sie folglich sagen, dass die jüngere Generation trotz Dating-Apps, viel diskutierter Bindungsangst und Selbstoptimierungsdruck nicht unbedingt bindungsscheuer geworden ist?
Froonck: Ich glaube, das ist ein wichtiger Punkt, den wir ansprechen: diese Bindungsangst oder vielleicht auch die Unfähigkeit, eine Bindung einzugehen. Das ist durch die digitale Welt sicher schwieriger geworden. Viele junge Menschen orientieren sich an dem scheinbar Perfekten. Es ist schwierig für sie, ohne Handy oder Computer in die soziale Realität der analogen Welt zu gehen und physisch andere Menschen zu treffen. Unvoreingenommenes Dating, Flirten und als entspanntes Paar zusammen zu sein, sind fast verlernt. Wir müssen das soziale Leben, das persönliche Mensch-auf-Mensch treffen wieder ermöglichen, beziehungsweise dazu ermutigen.
"Spezielle Wünsche finde ich toll"
teleschau: Haben Sie im Laufe der Jahre ein Gespür dafür entwickelt, ob Paare wirklich zueinanderpassen und gemeinsam eine langjährige Zukunft aufbauen können?
Froonck: Ja, im Laufe der engen Zusammenarbeit mit einem Brautpaar gewinne ich viele Erkenntnisse über die zwei. Schließlich begleite ich die beiden mindestens ein Jahr, manchmal auch länger. Die Hochzeitsplanung ist ein großes gemeinsames Projekt, bei dem sich schnell zeigt: Wie kommunizieren sie miteinander? Wer ist dominanter, wer kann besser nachgeben? Wie finden sie Kompromisse, und wie sehr decken sich ihre Wünsche? Aus diesen Charakterzügen und Umgangsformen lässt sich schon einiges über die Basis einer Beziehung ablesen: Wie stark ist das Miteinander? Wie gehen sie mit Hürden um? Gibt es eine gemeinsame Linie - oder leben sie parallel nebeneinander her? Es kristallisiert sich wirklich heraus, ob es passt oder nicht.
teleschau: Was war bislang das Außergewöhnlichste, das ein Brautpaar von Ihnen als Weddingplaner erwartet hat?
Froonck: Oh, da gab es einiges. Sei es eine verrückte Fotosession, ein Feuerspucker auf dem Trapez oder eine fünf Meter hohe Torte. Spezielle Wünsche finde ich toll, sofern sie nicht einfach nur Gaga oder aus dem Zusammenhang gerissen sind. Wie jeder weiß, liebe ich extravagante Ideen - sofern sie ins Konzept passen, ein stimmiger Wow-Effekt erzielt wird und sie ins Budget passen.
"Die Candybar, diverse Gästebücher, die Fotobox sind für mich No-Gos"
teleschau: Sie beschäftigen sich seit Jahrzehnten beruflich mit dem Thema Heiraten, sind selbst aber bislang unverheiratet. Wie sieht für Sie die perfekte Hochzeit aus? Und was wäre ein absolutes No-Go?
Froonck: Ein absolutes Must-have ist für mich eine Liveband für die mega Stimmung und einen ausgelassenen Tanz. Außerdem sind ein sehr gutes Essen, besondere Getränke und ein perfekter Service unverzichtbar. Die mittlerweile typischen, bei vielen Hochzeiten gesetzten Bestandteile, wie eine Candybar, diverse Gästebücher oder die Fotobox sind für mich No-Gos. Und natürlich würden wir auch Außergewöhnliches realisieren, das zu unserer Liebesgeschichte passt und bei keinem anderen Paar Sinn macht.
teleschau: Angenommen, Ihr Partner würde Ihnen morgen einen Antrag machen. Würde Deutschlands bekanntester Weddingplanner seine eigene Hochzeit selbst organisieren - oder würden Sie die Kontrolle abgeben?
Froonck: Ich würde meine Hochzeit auf keinen Fall selbst planen, weil ich auch einmal in den Genuss kommen möchte, dass sich jemand anderes um mich kümmert und wir uns auf uns als Paar konzentrieren können. Meine lieben internationalen Kollegen sind für diese Aufgabe prädestiniert. Also zum Beispiel meine Freunde aus Pakistan, Mexiko, Malta, den USA, Australien, den Philippinen oder Marokko. Vielleicht arbeiten sie auch im Team - das steht noch in den Sternen. Aber ich bin sicher, die wären ganz heiß darauf und würden das Projekt "Frooncks Hochzeit" sehr gerne realisieren (schmunzelt).