Hugo Egon Balder hört bei "Genial daneben" auf: Kritik an Sat.1

Hugo Egon Balder hat in einem Interview angekündigt, dass er Sat.1 und seiner Quizshow "Genial Daneben" den Rücken kehren wird. Das sagt der Sender zu seinem Rückzug.
| (jom/spot)
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Hugo Egon Balder will "Genial daneben" nicht mehr moderieren.
Hugo Egon Balder will "Genial daneben" nicht mehr moderieren. © imago images/Stefan Zeitz

Moderator und Schauspieler Hugo Egon Balder (71) hat im Interview mit dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (RND) angekündigt, dass er seinen Abschied vom Sender Sat.1 feiern wird. "Es gibt keine Zukunft. Nach dieser Staffel ist Schluss", sagte er auf seine Quizshow "Genial daneben" bezogen.

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Der Sender habe sich noch nicht bei ihm gemeldet, aber er selbst habe für sich beschlossen, "dass ich das nicht mehr will. Es bringt einfach nichts", erklärt Balder. Der Moderator übt dabei Kritik an seinem Arbeitgeber: "Sat.1 hat sich in den vergangenen Jahren als ziemlich beratungsresistent erwiesen. Als Moderator hat man dann nur zwei Möglichkeiten: Entweder man beißt in den sauren Apfel und macht es - oder man sagt: 'Ohne mich.' Und ich bin jetzt an dem Punkt angelangt, wo ich lieber sage: Das war's." Abgesehen davon glaube er auch, dass das Format mittlerweile überholt sei.

"Genial daneben" begeisterte das Publikum seit 2003, schwächelte doch zuletzt hinsichtlich der Quoten. Das Konzept der Show: Fünf Comedians beantworten von Zuschauern eingeschickte Fragen möglichst unterhaltsam und müssen dabei improvisieren. Zunächst wurde die Quizshow mit Moderator Balder und prominenten Ratefüchsen bis 2011 gezeigt. Seit März 2017 wird eine Neuauflage in Sat.1 ausgestrahlt. Seit 2018 hat zudem der Ableger "Genial daneben - Das Quiz" und 2020 eine veränderte Spielvariante namens "Genial oder daneben?" es in das Vorabendprogramm geschafft.

Balder hat Quotentief prophezeit

Balder habe vor dem Titel "Genial daneben - Das Quiz" gewarnt, "weil sich die Zuschauerinnen und Zuschauer etwas völlig anderes unter 'Genial daneben' vorgestellt haben. Letztendlich habe ich recht behalten - die Quoten gingen nach der ersten Sendung sofort in den Keller", erklärt der Moderator zu dem täglichen Format. Dies sei kein Einzelfall. "Es werden immer wieder Sendungen produziert, wo man zumindest das Gefühl hat, das könnte in die Hose gehen. Und es wird dann trotzdem gemacht." Die aktuelle Situation des Senders mache ihn "traurig und fassungslos".

"Es wird nichts vorgeschrieben, es gibt keine Proben und ewiges Texte lernen vorher. Wir sitzen da und lachen uns schlapp", zeigte sich Balder im Interview mit spot on news im April 2020 noch begeistert von seiner Quizshow. "Viele Leute glauben uns das immer noch nicht und denken, dass Autoren dahinterstecken müssen. Das ist Quatsch." Das Format überzeugte lange Zeit nicht nur Balder, sondern gewann bereits zahlreiche Preise, darunter den Deutschen Comedypreis, den Deutschen Fernsehpreis und die Goldene Romy.

So reagiert Sat.1 auf seinen Abschied

Wie es um die Zukunft der Quizshow ohne Balder bestellt ist, ist noch unklar. Der Moderator kündigt im "RND"-Interview an, sich nun mehr auf seine zweite Leidenschaft zu fokussieren: "Ich habe Gott sei Dank das große Glück, dass ich seit zehn Jahren permanent Theater spiele. Und das habe ich mir auch so vorgestellt in meinem Alter. Theater spielen kann ich auch noch mit 85, wenn ich das so will."

Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur spot on news erklärt der neue Sat.1-Chef Daniel Rosemann zum Abschied des Moderators: "Lieber Hugo Egon Balder, wir bedanken uns für die erfolgreiche Zusammenarbeit in den vergangenen Jahrzehnten bei dir. Als Kölner mag' ich frei nach Trude Herr zu dir als langjährigem Wahlkölner sagen: 'Niemals geht man so ganz. Irgendwas von Dir bleibt hier.' Danke für die guten Jahre."

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