Hugh Jackman spricht offen über seine Selbstzweifel: "Mehr, als man denkt"
Er singt, tanzt, spielt seit Jahrzehnten vor Millionen Menschen und wirkt dabei, als könne ihn kaum etwas aus der Ruhe bringen. Doch hinter der souveränen Fassade von Hugh Jackman (57) sieht es manchmal ganz anders aus. Auf die Frage, ob er Phasen kenne, in denen er Angst hatte, nicht zu genügen, antwortet der Hollywoodstar im Gespräch mit der Agentur teleschau ohne zu zögern: "Oh ja. Mehr, als man denkt. Gerade dann, wenn von außen alles gut aussieht." Denn eines habe er im Laufe seiner Karriere gelernt: "Zweifel verschwinden nicht mit Erfolg - man lernt nur, ihnen anders zuzuhören."
Das Gespräch entstand anlässlich des Kinostarts von "Song Sung Blue", der inzwischen bei Sky Cinema sowie beim Streamingdienst WOW zu sehen ist. Jackman spielt darin an der Seite von Kate Hudson einen Teil des realen Neil-Diamond-Tribute-Duos "Lightning & Thunder", das nach schweren Schicksalsschlägen versucht, an seinen Träumen und aneinander festzuhalten. Jackman singt im Film selbst.
"Als Kind hatte ich vor fast allem Angst"
Dass Ängste ihn begleiten, ist für Jackman nichts Neues. Schon als Kind sei er alles andere als der mutige Typ gewesen, als den ihn Millionen später etwa als "Wolverine" kennenlernen sollten. "Als Kind hatte ich vor fast allem Angst. Vor der Dunkelheit, vor dem Alleinsein, vor Höhen", erzählt der Australier. Manchmal habe er sogar draußen auf seinen Vater gewartet, weil er sich nicht allein ins Haus traute. Irgendwann sei ihm jedoch klar geworden: "Wenn ich dieser Angst nicht begegne, wird sie mich einholen." Also habe er begonnen, sich ihr Schritt für Schritt zu stellen. Eine Erfahrung, die ihn "nicht nur als Schauspieler, sondern als Mensch" geprägt habe.
Auch heute gibt es Situationen, in denen diese alte Unsicherheit zurückkehrt. Ausgerechnet beim Singen, einer Disziplin, mit der Jackman seit Jahren auf den größten Bühnen der Welt steht, kennt er Selbstzweifel. "Auf der Bühne fühle ich mich frei. Im Aufnahmestudio werde ich unsicher", gibt er zu. Und wenn er etwas längere Zeit nicht gemacht habe, melde sich schnell diese kleine Stimme im Kopf: "Vielleicht kann ich das nicht mehr?"
"Diese seltenen Augenblicke, in denen du nichts mehr beweisen musst"
Inzwischen versucht Jackman allerdings nicht mehr, jede Unsicherheit sofort zu bekämpfen. Stattdessen habe er gelernt, "nicht alles sofort lösen oder kontrollieren zu wollen". Manchmal müsse man einen Schritt zurücktreten, Luft holen und akzeptieren, dass Entwicklung Zeit brauche.
Und wo findet ein Mann Ruhe, dessen Gesicht auf der ganzen Welt erkannt wird? Jackmans Antwort fällt erstaunlich schlicht aus: in seinem privaten Rückzugsraum. Dort, wo niemand etwas von ihm erwartet und er nichts erklären muss. "Dort bin ich nicht Hugh Jackman - sondern einfach nur ich." Denn hier würden weder Leistung noch Erfolg zählen. "Diese seltenen Augenblicke, in denen du nichts mehr beweisen musst", beschreibt Jackman sie. "Du wirst langsamer, atmest bewusster - und denkst: Es ist gut so."
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