Horst Lichter enthüllt Wendepunkt in seinem Leben

In einem offenherzigen Interview hat TV-Koch und "Bares für Rares"-Moderator Horst Lichter über persönliche Schicksalsschläge und einen großen Wendepunkt in seinem Leben gesprochen.
von  (lau/spot)
Horst Lichter kämpfte sich aus der Pleite seines Restaurants wieder heraus.
Horst Lichter kämpfte sich aus der Pleite seines Restaurants wieder heraus. © imago images/Horst Galuschka

Horst Lichter (64) ist einer der bekanntesten deutschen Fernsehmoderatoren, doch hinter dem Mann mit Schnauzbart und offenbar unerschütterlicher Lebensfreude steckt eine Geschichte voller Rück- und Schicksalsschläge. Im Interview mit dem "ZEITmagazin" (Ausgabe 20/2026) hat der Star-Koch und Fernsehstar offen über dunkle Jahre gesprochen: den plötzlichen Kindstod seiner ersten Tochter, zwei Gehirnschläge vor dem 30. Lebensjahr, eine Restaurantpleite und Schulden, an denen er beinahe zerbrochen wäre.

Mit 20 Jahren verlor Lichter sein erstes Kind - eine Tochter, die mit sechs Monaten an plötzlichem Kindstod starb. Kurz darauf der erste Gehirnschlag, mit 25. Sein Vater starb, als Lichter 26 war. Als er dann mit 28 wegen eines zweiten Schlaganfalls in Kombination mit Herzinfarkt im Krankenhaus lag, dachte er sich: "Wenn ich jetzt so weitermache, kriege ich zwar irgendwann mein Haus abbezahlt - wenn ich nicht vorher sterbe -, aber wo war dann mein Leben?"

Horst Lichter erinnert sich an die Oldiethek

Aufgewachsen auf dem Dorf, als Hauptschüler aus einer Arbeiterfamilie, hatte Lichter damals Schicht in einer Braunkohlefabrik und nebenbei fünf Tage die Woche auf einem Schrottplatz gearbeitet. Sechzehn Stunden täglich, während sein eigentlicher Berufswunsch - Koch zu sein, Menschen zu bewirten, zum Lachen zu bringen - immer weiter in den Hintergrund gerückt war. Nach dem zweiten Krankenhausaufenthalt mietete er sich daher eine alte Scheune mit Lehmboden, stellte einen Kohleofen hinein und eröffnete 1990 sein erstes Restaurant: die Oldiethek. Er schlief auf ein paar Brettern in der Halle, wusch sich im Waschbecken, duschte in der Fabrik.

Die Oldiethek war stets voll, doch es stellte sich heraus, dass die Person, der Lichter seine Buchhaltung anvertraut hatte, sich an seinen Einnahmen bedient und den Rest nicht versteuert hatte. Anfang 30, pleite. Lichter stand vor einem Scherbenhaufen, hatte dunkle Gedanken, doch sagte sich: "Was würde alle, die vielleicht lachen, am meisten ärgern? Wenn du es schaffst."

Er fuhr heim, sprach mit seiner damaligen Freundin Nada - heute seine dritte Frau. Gemeinsam verkauften sie alles Entbehrliche, entließen alle Mitarbeiter und schufteten zu zweit Tag und Nacht in der Oldiethek. Irgendwann baten sie die Gäste, sich die Getränke selbst aus dem Kühlschrank zu nehmen. Wildfremde Menschen halfen mit, räumten Tische ab, schenkten Gläser und Geschirr. "Damals war noch kein Fernsehen in Sicht oder Berühmtheit oder irgendwas", sagt Lichter, der sich so schließlich wieder aus den Schulden heraus arbeiten sollte.

Hilfe bei Depressionen, Suizidgedanken und der Bewältigung von Krisen bietet in Deutschland Tag und Nacht die Telefonseelsorge unter den kostenlosen Rufnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 oder unter der 116 123. Anrufende bleiben anonym.

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