Hirschhausen lässt sich von ARD-Team bei Darmspiegelung filmen: "Sie dürfen direkt zuschauen"

Der Darm sei nicht weniger als "die zentrale Lebensachse" des menschlichen Körpers, sagt Eckart von Hirschhausen. In einer neuen ARD-Doku will er das oft schambehaftete Thema enttabuisieren. Zu diesem Zweck lässt sich der Mediziner und Moderator sogar zur Darmspiegelung begleiten.
von  Franziska Wenzlick
Eckart von Hirschhausen (rechts) möchte Menschen mögliche Schrecken nehmen, sich einer Darmspiegelung zu unterziehen.
Eckart von Hirschhausen (rechts) möchte Menschen mögliche Schrecken nehmen, sich einer Darmspiegelung zu unterziehen. © WDR/Taimas Ahangari

"Der Darm - das ist immer ein bisschen peinlich", gesteht eine Passantin, als sie von einem ARD-Filmteam zum Thema von Eckart von Hirschhausens neuer Doku befragt wird. Anderer Meinung ist der Mediziner und Moderator selbst. Das Organ sei "die zentrale Lebensachse", weiß Hirschhausen, der sich im Film "Hirschhausen und der Darm" bereits ein zweites Mal von Kameras zu einer Darmspiegelung begleiten lässt.

Acht Jahre sind vergangen, seit der TV-Star sich im Rahmen von "Hirschhausens Quiz des Menschen" einer Koloskopie unterzog. Nun kehrt er ins Bonner Universitätsklinikum zurück - und erzählt, dass er sich seit seiner letzten Untersuchung strikt an die Empfehlungen des Arztes gehalten habe. Will heißen: "Keine Wurst oder Gepökeltes, das ist krebserregend. Wenig Alkohol, viel Gemüse. Essenspausen, damit der Darm sich erholt."

Er sei "gespannt, was man heute sieht", sagt der 59-Jährige, bevor er sediert wird. "Sie dürfen direkt zuschauen, wenn Sie wollen." Nach 30 Minuten stellt der Gastroenterologe Christian Strassburg fest: "Ist alles total in Ordnung hier." Hirschhausen ist "sehr erleichtert" und betont: "Vor so einer Darmspiegelung muss niemand Angst haben."

"Kackfluencerin" Karina Spiess: "Ich hatte bis zu 20 Durchfälle am Tag"

Das Thema enttabuisieren will auch "Kackfluencerin" Karina "Kiki" Spiess. Unter dem Instagram-Namen "kikidoyouloveme" berichtet die 28-Jährige regelmäßig von ihrem Leben mit dem Reizdarmsyndrom. Dabei handelt es sich um eine chronische Funktionsstörung des Darms, die Spiess vor allem in ihrer Jugend schwer belastete: "Ich hatte bis zu 20 Durchfälle am Tag", schildert sie im Gespräch mit Eckart von Hirschhausen. Dazu sei die ständige Scham gekommen: "Damals war ich in meinem Umfeld die einzige, die Darmprobleme hatte. Und ich weiß noch, ich habe in der Schule immer gesagt: 'Ich habe Migräne.'"

Auch psychisch blieb die Erkrankung für die Content Creatorin nicht ohne Folgen. "Ich habe auch eine Angststörung entwickelt aufgrund dieser Reizdarm-Geschichte", erinnert sie sich, "es war nicht mehr nur der Darm, sondern ich habe meinem Körper grundsätzlich nicht vertraut." Durch eine Verhaltenstherapie gelang es ihr schließlich, "wieder zu sich zu finden". Geholfen habe dabei auch der offenere Umgang mit dem Thema Darm. Sie habe erkannt, "dass der Toilettengang etwas ganz Normales ist, worüber wir viel mehr reden sollten".

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"Bringt einmal Licht dorthin, wo die Sonne nie scheint"

Das sieht auch Eckart von Hirschhausen so - aus gutem Grund: Allein das Reizdarmsyndrom betrifft in Deutschland mehr als zehn Prozent der Bevölkerung. Chronisch-entzündliche Darmleiden wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sind zwar seltener, können den Alltag der Betroffenen aber ebenfalls massiv beeinträchtigen. Dazu kommen potenziell lebensbedrohliche Erkrankungen, wie der Moderator aus seinem persönlichen Umfeld weiß: "Ein Freund verstarb mit 34 Jahren an Darmkrebs. Er hatte eine erbliche Belastung. Wäre er damit früher zur Darmspiegelung gegangen, hätte er wahrscheinlich überlebt."

Entsprechend eindringlich fällt Hirschhausens Appell an die Zuschauerschaft aus: "Leute, geht zur Darmspiegelung!" Oder - anders ausgedrückt: "Bringt einmal Licht dorthin, wo die Sonne nie scheint."

Zu sehen gibt es die Dokumentation "Hirschhausen und der Darm" am Montag, 5. Oktober, um 20.15 Uhr, im Ersten sowie bereits vorab in der ARD Mediathek.

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