Hella von Sinnen wird deutlich: "Leben in einem Land von Alkoholikern"
Hella von Sinnen (67) gab kürzlich zu, kritisch auf ihren jahrzehntelangen Alkoholkonsum zurückzublicken: "Ich bereue meine unverschämte, arrogante Art, die ich im Suff Menschen gegenüber an den Tag gelegt habe", sagte sie in einem Interview. In der AZ kommt sie jetzt auf diese Schlagzeilen zu sprechen – und stellt eventuelle Missverständnisse richtig. Vor allem aber betont von Sinnen, die Verharmlosung von Alkohol zu verurteilen.
Hella von Sinnen zur AZ: "Ich war keine Alkoholikerin"
Einen konkreten Aha-Moment, um Alkohol endgültig aufzugeben, gab es bei Hella von Sinnen nicht: "Ich war keine Alkoholikerin, und ich wollte eigentlich mein Leben lang weiter saufen", schildert sie in der AZ. Nach einem schweren Sturz mit mehreren Knochenbrüchen sei ihre Nüchternheit eher zufällig passiert: "Dann lag ich sechs Wochen im Krankenhaus und bekam keinen Alkohol. In der Reha habe ich ebenfalls nicht getrunken."
Als sie danach in ihr Kölner Zuhause zurückkehrte und einen Kühlschrank voller Bier vorfand, hatte sie schlichtweg keine Lust mehr zu trinken: "Das war eine herrliche, schicksalhafte Fügung", so Hella von Sinnen zur AZ. "Ich finde es heute herrlich, nüchtern zu sein, und freue mich darüber. Denn ich habe wirklich mein Leben lang gedacht, ich sei süchtig."

Die Komikerin betont, nie auf der Arbeit getrunken zu haben. "Privat haben wir allerdings sehr viel getrunken. Wir waren Schauspieler, wir waren Künstler, wir haben die Nächte durchgemacht und gesoffen. Es war eine herrliche Zeit, die ich nicht missen möchte", erinnert sich von Sinnen. "Jetzt ist die Zeit eben nüchterner. Und ich habe festgestellt, dass ich auch ohne Alkohol Spaß haben kann, mich gerne mit meinen Freundinnen unterhalte und Spieleabende machen kann, ohne dabei zwölf Flaschen Bier zu trinken."
Deutliche Worte von Hella von Sinnen: "Land von Alkoholikern"
Generell finde die 67-Jährige, dass Alkoholkonsum in der Gesellschaft zu sehr verharmlost werde: "Ich habe immer schon gesagt, dass wir in einem Land von Alkoholikern leben. Deshalb fand ich auch die Debatte um die Freigabe von Cannabis teilweise sehr heuchlerisch. Um Cannabis wurde ein großes Theater gemacht, während Alkohol gesellschaftlich weitgehend akzeptiert ist", so von Sinnen zur AZ.
Sie findet: "Es müsste deutlich mehr Aufklärungskampagnen zu diesem Thema geben." Ob sie sich vorstellen könnte, in ihrem neuen Podcast "Gestatten, von Sinnen!" darüber zu sprechen? "Wenn sich das Thema ergibt, werde ich ihm nicht aus dem Weg gehen. Aber ich bin jetzt nicht auf irgendeiner Mission unterwegs", sagt Hella von Sinnen. Sie selbst würde einfach nicht mehr trinken.
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