Heino macht sich über WM-Halbzeitshow lustig: "Hoch auf dem gelben Wagen?"
Man kann über die neu eingeführte Halbzeitshow beim WM-Finale Spanien gegen Argentinien lange und trefflich streiten. Für Erheiterung in einem auch von Aggressionen überschatteten Endspiel hat die bunte Pop-Einlage allemal gesorgt - zumindest bei Schlagersänger Heino. Der 87-Jährige hat am Sonntagabend mitteleuropäischer Zeit Fußball geschaut - und sich augenscheinlich wie viele andere die Augen gerieben, was da im MetLife Stadium in New Jersey alles aufgefahren wurde - wortwörtlich!
Neben Shakira, Justin Bieber und der K-Pop-Band BTS hatte unter anderem Madonna einen großen Auftritt. Die Pop-Queen wurde auf etwas durch die Stadion-Katakomben auf die Spielfläche gefahren, das aussah wie ein übergroßes, motorisiertes Kettcar. Am Steuer, breit grinsend: Ronaldo und Ronaldinho, zwei nicht mehr ganz austrainiert wirkende brasilianische Ex-Fußballer in Trainingsanzügen. Dahinter sang Madonna ihren Hit "Music", während sich Tänzer seitlich über das Gestänge beugten.
Viel Häme für die erste Halbzeitshow der WM-Geschichte
Ein Bild, das Fragen aufwarf - und bei Heino für Assoziationen sorgte. Bei Instagram lud der Sänger am Montag einen kurzen Mitschnitt der denkwürdigen Halbzeitshow-Szene hoch - allerdings nicht mit Originalton. Nicht der Madonna-Song ist in der Nachbearbeitung zu hören, sondern ein deutsches Volkslied, das Heino 1972 im vertrauten Bariton intoniert hatte: "Hoch auf dem gelben Wagen sitz ich beim Schwager vorn. Vorwärts die Rosse traben, lustig schmettert das Horn." Dann blendet der WM-Clip in das Musikvideo aus den 70ern über, in dem Heino auf einer Pferdekutsche durchs Land ruckelt. "Zum Vergleich: Vor über 50 Jahren bei Heino", steht darüber.
"Das hätte für deutlich mehr Begeisterung gesorgt!", kommentiert ein Instagram-User den Beitrag des Sängers. Ein anderer findet: "Bei der Halbzeitshow mit den ganzen Superstars fehlte Heino. Der hätte den Leuten wenigstens mal gute Musik gezeigt."
Ob das die vielen Kritiker an dem aufwendigen Fußball-Intermezzo besänftigt hätte, muss allerdings bezweifelt werden. "Mein Highlight war, als es vorbei war. Ich fand es Schrott", ließ sich Englands früherer Mittelstürmer Wayne Rooney zitieren. Oasis-Frontmann Liam Gallagher schimpfte auf X: "Das hier ist wie ein schlechter Trip." Und auch unter den deutschen TV-Experten blieb die Skepsis groß. "Ich glaube, dass sich der Fußball schweren Herzens daran gewöhnen muss", sagte Ex-Weltmeister Christoph Kramer im ZDF. "Ich persönlich mag es jetzt nicht so."
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