Heiner Lauterbach: „Ich liebe mein Leben als Pantoffelheld“

Vom Lebemann zum Pantoffelheld: Heiner Lauterbach plaudert in der AZ über spießiges Leben, gute Erziehung, die Liebe zu seiner Frau Viktoria. Außerdem spricht er über seine Ex Jenny Elvers.
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Heiner Lauterbach plaudert
Mike Schmalz Heiner Lauterbach plaudert

Vom Lebemann zum Pantoffelheld: Heiner Lauterbach plaudert in der AZ über spießiges Leben, gute Erziehung, die Liebe zu seiner Frau Viktoria. Außerdem spricht er über seine Ex Jenny Elvers.

AZ: Guten Tag Herr Lauterbach, noch vor einigen Jahren waren Sie für Ihre Exzesse bekannt, aber seit einiger Zeit fällt, wenn es um Sie geht, schon mal der Begriff Pantoffelheld...

HEINER LAUTERBACH: Euch Journalisten kann man’s aber auch wirklich nicht recht machen...

Mussten Sie hart an sich arbeiten, um so ein ausgemachter Familienmensch zu werden?

Das war ein fließender Prozess. Es gab auch nicht einen bestimmten Tag, an dem ich gesagt habe: So, von jetzt an wird alles anders. Nein, irgendwie hat es sich so ergeben. Schließlich verändern wir uns alle im Lauf unseres Lebens. Und ich hatte immer schon vor, irgendwann mal erwachsen zu werden. Irgendwann kann man eben nicht mehr so wie in jungen Jahren.

Mal angenommen, ihre Ehefrau Viktoria wäre nicht in Ihr Leben getreten. Hätte es sein können, dass Sie dann so ähnlich geendet wären wie Harald Juhnke, der ja letztlich an seinen Süchten zugrunde gegangen ist?

Das ist schwer zu beantworten. Ich würde es nicht ausschließen. Viktoria hat mit Sicherheit einen großen Anteil daran, dass ich meine Vorsätze verwirklicht und mein Leben gerade noch rechtzeitig umgekrempelt habe. Wäre ich an eine Partnerin geraten, die wie ich auf der Feier-Schiene daherkommt, wäre ich der Versuchung leicht erlegen, auf der Schiene weiterzumachen. Da habe ich Viktoria mit Sicherheit viel zu verdanken. Sie hat mich quasi gerettet.

Nimmt Ihr Sohn Oscar Ratschläge von Ihnen an?

Nachdem er meine Biographie gelesen hat, wage ich das zu bezweifeln. Ich muss aber sagen: Oscar hat seiner Mutter und mir so gut wie keine Sorgen gemacht. Das einzige, woran ich mich erinnere, ist, dass er mal einfach vom Internat abgehauen ist. Jetzt aber hat er sein Abitur gemacht, und danach neun Monate in den USA auf der Filmhochschule studiert. Also er hat das schon alles sehr gut hingekriegt.

Vielleicht gerade deshalb, weil er Ihre Biographie gelesen und sich gesagt hat: Nee, so lieber nicht...

Ich kann meinem Sohn heute, nach langjährigem Genuss sämtlicher Rauschmittel, sagen, dass das letztendlich eine extreme Einbuße an Lebensqualität ist. Und das sage ich nicht, um ihm den Spaß zu verderben. Ich gönne ihm jeden Spaß der Welt.

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie hören, dass ihre Ex-Freundin Jenny Elvers-Elbertzhagen jetzt auch bei großen Fernsehproduktionen besetzt wird?

Gar nichts. Was soll da in mir vorgehen? Ich war am Anfang ein bisschen überrascht. Weil sie ja nicht gerade als Schauspielerin bekannt ist. Aber auch da gilt: Jeder ist seines Glückes Schmied.

Gerade wurde eine neue Umfrage veröffentlicht, nach der 96 Prozent aller Frauen einen Seitensprung nicht verzeihen würden. Wie schätzen Sie Viktoria in dieser Frage ein?

Darüber haben wir noch nicht diskutiert. Und überhaupt: Man müsste erst mal die Prozentzahl ausrechnen, wie viele Frauen überhaupt vom Seitensprung ihres Mannes erfahren würden. Und wenn Sie davon dann 96 Prozent nehmen, sind es gar nicht so viele.

Könnten Sie denn einen Seitensprung verzeihen?

Das ist eine Frage, die man nicht beantworten sollte. Denn egal, wie man sie beantwortet – es ist immer falsch. Wenn man sagt, man könne einen Seitensprung verzeihen, wäre das ja ein Freibrief für die Partnerin, ihn zu begehen. Wenn man nein sagt, ist man ein kleinliches Arschloch. Ich denke, ich würde mich zunächst mal mit dem Kerl unterhalten wollen, der es gewagt hat, meine Frau anzufassen.

Würden Sie denn heute die Hand für sich ins Feuer legen?

Ja. Gegen Viktoria hat keine andere Frau eine Chance.

Dieses „Ja“ kam nicht immer so eindeutig. Können Sie erklären, wie Sie vom Saulus zum Paulus geworden sind?

Nein, nicht wirklich. Mein Leben mag jetzt spießig sein, das eines Pantoffelhelden. Aber für mich hat es große Vorteile. Ich lebe gesünder, bin häufiger und wahnsinnig gerne zu Hause, habe mehr Zeit für meine Kinder als früher. Ich fühle mich geborgen in diesem Leben.

Was war denn früher eigentlich die Triebfeder für Ihr wildes Leben?

Die Vermeidung von Langeweile.

Langweilig kann es nur Menschen werden, die geistig beschränkt sind. Wobei ich gestehen muss, dass es durchaus Momente gibt, in denen ich nicht hundertprozentig ausgelastet bin, in denen ich rumsitze und mich frage: Was machste jetzt eigentlich? Liest du jetzt ein Buch? Oder spielst du ein bisschen Gitarre?

Was tun Sie dafür, dass Ihre Liebe zu Viktoria prickelnd und lebendig bleibt?

Nichts, was druckreif wäre. (lacht). Aber Sie haben schon Recht: Glück in der Liebe ist nun mal ein Geschenk, das man nicht kaufen kann. Man muss schon was dafür tun.

Machen Sie denn heute in der Kindererziehung etwas anders als damals bei Oscar?

Bei Oscar bin ich ja nicht so viel zum Erziehen gekommen, weil seine Mutter und ich uns getrennt haben, als er zwei Jahre alt war. Aber meine grundsätzlichen Auffassungen sind immer noch dieselben wie damals. Ich denke, Kinder richtig zu erziehen, ist so ziemlich die schwerste Aufgabe überhaupt. Ich versuche das mit sehr viel Liebe und sehr viel Zärtlichkeit, versuche mehr Freund zu sein als Erzieher. Aber dennoch absolut konsequent.

Gibt es irgendwelche in Stein gemeißelten Regeln und Prinzipien bei Ihnen zu Hause?

Nein. Goethe hat mal gesagt: „Wer einen guten Charakter hat, braucht keine Prinzipien.“

Interview: Torsten Schuster

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