"Hat mich wütend und traurig gemacht": Thelma Buabeng über Rassimuserfahrungen in der TV-Branche

Vor zwei Jahren war Thelma Buabeng erstmals als Fallanalytikerin Gloria Acheampong in einem ersten Film der geplanten ZDF-Krimireihe "Die Polizistin" zu sehen, jetzt kehrt sie im zweiten Teil "Die Polizistin und die Totenstille" (Montag, 21. September, 20.15 Uhr, ZDF, bereits ab 12. September im ZDF-Stream) zurück. Dass eine schwarze Frau die titelgebende Rolle spielt, ist allerdings auch 2026 noch eine Seltenheit. "Wir sind noch nicht am Ziel", sagt die 45-Jährige im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau. Zwar habe sie auch in ihrer Schulzeit Rassismus erfahren, aber "richtig krass wurde es für mich tatsächlich erst später, während und nach der Schauspiel-Ausbildung", erinnert sie sich.
An der Schauspielschule habe man ihr von einer Karriere auf der Theaterbühne abgeraten, erzählt Buabeng. "Thelma, am Theater ist es grundsätzlich schwer für Frauen", sagte man ihr. Und: "Wenn die am Theater Schwarze brauchen, werden weiße Schauspieler schwarz angemalt." Doch auch in der Film- und Fernsehbranche sei "viel mit Klischees" gearbeitet worden. "Die wollten mich nur als Sklavin, Prostituierte, Dienstmädchen oder Putzfrau besetzen. Es waren in der Regel kleine Rollen, die alten Klischees entsprachen. Ich bin vom Herzen her ein rheinisch-fröhliches Mädchen, eben mit schwarzer Hautfarbe. Dass ich vor allem im Job anders wahrgenommen wurde, hat mich wütend und traurig gemacht", wird Buabeng im Interview deutlich.
""Es geht in die richtige Richtung"
Es sei frustrierend gewesen, dass "selbst in Genres wie Fantasy oder Science Fiction" meist nach "äußeren Klischees" besetzt wurde, erklärt die Schauspielerin. Was noch dazukomme, so Thelma Buabeng: "Ich bin dark skin, also richtig schwarz, und nicht nur light skin, also ein bisschen schwarz. Auch wenn da viele nicht drüber sprechen wollen: Es macht schon noch mal einen Unterschied. Je dunkler man ist, desto mehr wird man von jenen Leuten abgelehnt, die ein generelles Problem mit Hautfarbe haben." Auch heutzutage werde in Film und Fernsehen "bisweilen immer noch ein überkommenes Bild deutscher Realität gezeigt", findet Buabeng. Aber: "Es geht in die richtige Richtung." Gesellschaftlich "bewegen wir uns momentan wieder in die andere Richtung", merkt die Schauspielerin jedoch besorgt an.